Gemischt-konfessionelle Ehe, Ort der Eheschliessung? - zwingend einhergehend mit Konversion?

Liebe Listenmitglieder,

bei einem meiner zahlreichen toten Punkte stellt sich für mich folgende
Frage:
Mein katholischer Altgroßvater ehelichte circa 1880 eine Protestantin. Die
Ehe ist im Gegensatz zu den Taufen (kath.) der gemeinsamen Kinder nicht in
dem katholischen Kirchenbuch seines Wohnortes verzeichnet (Malkwitz bei
Breslau).
Bei dem zweiten Kind findet sich die Randbemerkung, die Mutter sei
evangelisch. Ist dies als "sie war evangelisch" zu verstehen oder war eine
gemischt-konfessionelle Ehe zu dieser Zeit auch ohne Konversion einer der
Partner möglich?
Ist die Eheschließung demnach in ihrer evangelischen Heimatkirche zu
vermuten?

Herzliche Grüße aus Jena

Volker Eikelmann => www.eikelmann.ch

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Lieber Volker Eikelmann,

Du sprichst ein h�chst Emotions-geladenes Thema f�r kath. Pfarrer an.
Nach r�mischem Kirchenrecht konnte Dein Altgro�vater NICHT copuliert
werden.
Nach preu�ischem Landrecht aber sehr wohl! Letzteres erlaubte
"gemischte" Ehen. Auch f�r die Kinder gab es danach die Vorschrift, dass
wenn der Vater kath. war, die S�hne wieder kath. wurden. Wenn die Ehefrau
evg. war, wurden ihre T�chter evg.
Der evg. Pastor hatte mit "gemischten" Ehen kein Problem. Deshalb wurde
fr�her oft evg. geheiratet, sp�ter per Standesamt.

Mein katholischer Altgro�vater ehelichte circa 1880 eine Protestantin. Die
Ehe ist im Gegensatz zu den Taufen (kath.) der gemeinsamen Kinder nicht in
dem katholischen Kirchenbuch seines Wohnortes verzeichnet (Malkwitz bei
Breslau).
Bei dem zweiten Kind findet sich die Randbemerkung, die Mutter sei
evangelisch. Ist dies als "sie war evangelisch" zu verstehen

Deine Altmutter blieb evg.

oder war eine
gemischt-konfessionelle Ehe zu dieser Zeit auch ohne Konversion einer der
Partner m�glich?

Antwort des kath. Pfarrers klar: Nein!
Antwort des evg. Pastors: Ja.

Ist die Eheschlie�ung demnach in ihrer evangelischen Heimatkirche zu
vermuten?

Ja. Allerdings war seit Ende 1874 IMMER die standesamtliche Trauung Voraussetzung!

Beste Gr��e
Claus (Christoph)

Hallo,

bei meinen Vorfahren (Krs. Kreuzburg und Rosenberg OSL)finden sich gemischt-konfessionelle Ehen: es kam zur katholischen Eheschließung, ohne daß der evangelische Partner übergetreten ist, die Nachkommen wurden allerdings katholisch getauft.

MFG

Martina Grunert
Naumburg/Saale

-------- Original-Nachricht --------

Hallo,
Im Kirchenbuch Trembatschau war folgendes zu einer Taufe zu lesen:

"Die Mutter des Kindes ist evangelisch, weil aber nach allerhöchster
Verordnung sub Dato 23ten July 1804 ab 13ten December entschieden wäre, dass
in der Regel, wenn Eltern von verschiedener Religion sind, die Taufe Kinder
ohne Unterschied von dem Pfarrer des Vaters veröffentlicht werden muss. So
ist dieses Kind in der hiesigen Kirche von diesem Pfarrer getauft worden."

Richard Kurzawa