Liebe Listenteilnehmer,
im refomierten Kirchenbuch von Altenkirchen bin ich
in einem Heiratseintrag auf den Begriff der
Gefahr- und Schadloshaltung gesto�en, denn ich nicht
so recht deuten kann. Was ist denn darunter zu verstehen?
Der genaue Eintrag lautet (vorbehaltlich etwaiger
Lesefehler):
1722
den 7ten April, welcher war der Osterdienstag, habe den Hans
Henrich Wagner von Schmidweiler, und die Wittib Mar,
garetha Clo�in von Dietweiler zu Altenkirchen copulirt,
die Ursach warum die Copulation auff den 3ten Ostersfeyr?
tag f�rgenommen, Er? siehe? in der die�fal� schriftlich von
beyden Eltern �berliefferten Gefahr= und Schadlo�=Haltung.
Liebe Gr��e, schon jetzt vielen Dank!
Peter (Haas)
Moin,
unter Startseite - Evangelische Kirchengemeinde Kirchberg - Staufenberg - Mainzlar - Daubringen. ist recht
anschaulich das kirchliche Leben im Jahresablauf der fr�heren Zeiten
geschildert.
Die Sonntage, und nat�rlich die Feiertage und insbesondere die "hohen"
Feiertage waren ja nicht als Freizeitvergn�gen gedacht, sondern dienten der
Besinnung auf den besonderen Tag im Kirchenjahr. Deshalb wachten die Pfarrer
streng darauf, da� Familienfeiern nicht zu sehr ausgedehnt wurden und
"Ausschweifungen" geahndet wurden.
Um eine solche "Gefahr" zu vermeiden h�tte der Pfarrer nat�rlich die
M�glichkeit gehabt, die Hochzeit auf einen anderen Tag zu legen.
Offensichtlich hat er darauf (weise)verzichtet. Um sich und der Kirche aber
bei dennoch eintretenden (in diesem Fall �berrachenden "Unbotm��igkeiten")
zu sch�tzen (evtl. bei einer Kircheninspektion unn�tiger Kritik vorzubeugen)
hat er die "zugelassene" Hochzeit damit begr�ndet, da� die Eltern des Paares
quasi als B�rgen herhielten, um im Falle einer �bertretung des
Feiertagsgebotes (Streitigkeiten, Beschimpfungen, unsittliches Verhalten) zu
haften.
�brigens f�r jene, die ganz nach fr�herem DDR-Tun zwecks Steigerung der
Produktivit�t (dort ist es auch nicht zum Segen gereicht) auch den
Ostermontag abschaffen wollen: einst waren es wohl v i e r Feiertage
gewesen!!!
Frohen Sonntag!
Klaus Meyer
-----Urspr�ngliche Nachricht-----