ich würde da auf ein Findelkind tippen - es handelt sich ja um einen Taufeintrag, nicht um einen Geburtseintrag - und selbstverständlich wurden auch Findelkinder getauft.
Gruß
Uta (Härtling)
Bei diesem Eintrag ist der Name der Mutter doch angegeben!
N.N. steht nur beim Vater. Der Name ist halt unbekannt. In einer anderen Spalte steht ja auch "unehelich"
Hallo Uta
Dann gibt es aber viele Findelkinder, Ich gehe davon aus, dass der Vater unbekannt war.
Schlimmer ist wenn der Pastor zu faul war und hat unter Namen und Stand der Eltern nur oben "hier" angegeben hat und dann in den nächsten Zeilen Gänsefüßchen machte.
Grüße
Reinhold (Uhl)
Über 70 muss man seine restliche Zeit
nicht an E-Ladesäulen verbringen
Hallo Franz Josef,
Nomen Nescio = Den Namen weiß ich nicht. Das Kind ist ja auch als
unehelich eingetragen.
Der Pfarrer wird sicher kein Englisch gesprochen und daher nicht no
name gemeint haben. Diese Auflösung der Abkürzung habe ich nämlich auch
schon gelesen.
Gruß aus Bochum
Herbert (Kuba)
Wird wohl in diesem Fall ein uneheliche Geburt sein.
Das der Pastor zu faul war kann man im kath. Kb Hagen Haspe sehen. Da hat der Pastor bei der Eheschließung um 1886 seitenweise nur den Namen des Mannes eingetragen.
ich muss einmal eine Lanze für die damaligen Pfarrer brechen. Bei der Führung eines Kirchenbuchs ging es nicht darum, für spätere Ahnenforscher eine schöne Quelle mit vielen genealogischen Angaben zu bereiten. Kirchenbücher hatten einen anderen Zweck. Das Konzil von Trient führte 1563 für die kath. Kirche die Anlage von Ehe- und Taufregistern ein. So konnte bei einer Person jederzeit der Nachweis erbracht werden, dass sie 1. getauft (mit Angabe der Konfession) war und 2. auch ordnungegemäß verheiratet war. Das war wichtig, wenn die Person beispielsweise in eine andere Pfarre zog.
Wie wurde nun in der Regel lokal eine Person beschrieben? Vor allem, dass sie Sohn oder Tochter des Vaters X war und eventuell aus welchem Haus/von welchem Hof sie stammte. Damit reichte es völlig aus, wenn der Pfarrer oder der landesherrliche Schreiber festhielt: Johann Meyer, Sohn des Peter Meyer, war am 12.3.1685 in der Pfarre X getrauft und heiratete dort am 24.6.1710 Catharina Schmitz, Tochter des Willem Schmitz. Das war wichtig, wenn es mehrere Familien im Ort mit dem gleichen Familiennamen gab. Wenn ein Pfarrer mehr schrieb, dann lag dahinter oft die Einsicht, dass es nützlich war, auch die mütterlichen Vorfahren zu kennen, wenn die Brautleute mit einander verwandt waren und man einen Dispens vom Generalvikariat brauchte. Das wollte dann nämlich vom Pfarrer genau wissen, in welchem Grad die Brautleute verwandt waren. Ansonsten reichte die knappe Nennung des Vaters aus der damaligen Sicht völlig aus.
Ähnlich liegt der Fall, wenn bei einer Person zum Beispiel im Trauregister steht „ex Rüthen“ obwohl sie beispielsweise in Attendorn geboren wurde. Auch in diesem Fall war der Pfarrer nicht faul und böse, sondern er beschrieb exakt die vorliegende Situation. Der Bräutigam war zur Zeit der Trauung sein Pfarrkind, wenn er in seinem Kirchspiel schon lebte, sei es als Knecht oder, dass er einen Hof gepachtet hatte. Und dann war der Hinweis „ex Rüthen“ völlig korrekt, da er zur Zeit des Eintrags ja wirklich in Rüthen lebte. Das ist natürlich für uns Ahnenforscher ärgerlich, aber wir sollten immer überlegen, wofür eine Urkunde, eine Akte, eine Liste etc damals angelegt wurde und diese auch immer aus Sicht des Schreibers bewerten, der sie anlegt. Das hilft oftmals sehr bei der weiteren Suche,
Ich hoffe, Euch nicht gelangweilt zu haben, aber vielleicht war es ja auch auch für den ein oder anderen interessant.
Hallo Herr Stupp,
ich denke den meisten ist klar, dass die damaligen Schreiberlinge nicht
an uns heutige Familienforscher gedacht haben. Ändern können wir es
ohnehin nicht.
Es gibt zahlreiche andere Beispiele für Schreibfaule. Aber das führt
hier zu weit und hilft nicht weiter. So hat der eine Glück, weil alle
Personen und Daten im Dokument enthalten sind, der andere eben nicht.
Das macht ja - zumindest zum Teil - den Reiz der Familienforschung aus.
Und darum heißt es wohl auch Forschung.
Wünsche allen weiterhin viel Erfolg und Spaß!
Gruß
Frank (Buschsieweke)
Ein kleiner Nachtrag zur Kirchenbuchführung:
Gleichzeitig dienten die Einträge auch zum Nachweis der Einnahmen der Pfarrer aus kirchlichen Handlungen. Da waren ausführliche Erläuterungen nicht erforderlich.
Viele Grüße aus Berlin
Jürgen E.W. Meyer