GÄNHEIM und die Familien Schlotter/Schloder und Hauck

Liebe Listenfreunde,

ich suche die Vorfahren die Vorfahren und Lebensdaten zu Anna Barbara SCHLOTTER, die 1806 den Sohn Michael (wohl unehelich) zur Welt brachte.

Dieser Michael SCHLOTTER war mit der 1811 geborenen EVA HAUCK verheiratet, hier weis ich lediglich, daß ihr Vater Andreas hieß und mit mit CHRISTINE RAUCH verheiratet war, habe allerdings keine genaueren

Daten und wäre für Hilfe sehr dankbar

freundlichst

Gabriele (Wiechert)

Hallo Gabriele,

Ich habe über die Familie SCHLOTTER aus Gänheim recherchiert und bin dabei auf Ihren Beitrag gestoßen.

Ich stamme von den SPAHNs ab und suche in den Kirchenbüchern von Gänheim nach entfernten Cousins. Darunter befindet sich auch die Familie SCHLOTTER.

Die Taufe von Michael SCHLOTTER vom November 1806 finden Sie in den Kirchenbüchern von Gänheim (Pfarrmatrikel Gänheim (Taufen) (inkl. Register) - 01582 | Gänheim | Würzburg, rk. Bistum | Deutschland | Matricula Online). Seine Mutter heißt, wie Sie wissen, Barbara. Auf der nächsten Seite sind ihre Eltern als Philipp SCHLOTTER aus Gänheim und Barbara PFEUFFER aus Rieden aufgeführt. Ich kann Ihnen mehr über sie erzählen.

Laut den Kirchenbüchern von Gänheim wurde Philipp SCHLOTTER am 15. Oktober 1742 in Gänheim als Sohn von Michael SCHLOTTER und Anna Maria STROBEL geboren. Er heiratete Barbara PFEIFFER (oder PFEUFFER) am 10. Januar 1769 in Gänheim.

Michael SCHLOTTER wurde am 20. Februar 1712 in Gänheim als Sohn von Andreas SCHLOTTER und Barbara SPAHN geboren. Dies ist die Verbindung zu SPAHN, und wir sind entfernt verwandt, falls wir aus dieser Familie stammen. Ich bin ein Nachkomme von Barbaras Bruder Andreas SPAHN. Michael heiratete Anna Maria STROBEL aus Schraudenbach am 8. Oktober 1731 in Gänheim. Er war von mindestens 1744 bis 1750 Prätor von Gänheim. Er starb am 20. Januar 1786 in Gänheim.

Ich hoffe, das ist interessant für Sie. Alles Gute, Craig

Hi Craig,

ich konnte deine Mail zuerst nicht verstehen. Das einzige gemeinsame mit meinen Vorfahren das ich fand, ist der Familienname Spahn. Diese aber stammen bei mir ohne Ausnahme aus Ortschaften unterhalb von Mainz. Wo hast Du etwas von mir gelesen?

Eben habe ich bemerkt, daß die Schlotter, in meinen Daten meist als ‚Schloder‘ vorkommen, wie sie sich zuletzt nannten. Und ja, da habe ich den Michael, bei mir steht geb. Nov. 1808, habe aber nicht selbst in die KB geschaut. Seine Mutter habe ich als Anna Barbara, die von Dir angegeben Eltern Philipp Schlotter u Barbara Pfeiffer sind ja aber nicht ihre Eltern, sondern Schwiegereltern…

Es handelt sich hierbei nicht um meine Vorfahren. Ich befasse mich auch mit der Genealogie von Freunden, und dies ist eine Linie davon. Michael jun hatte zwei Kinder, ein Sohn wanderte in die USA aus (Deine Linie?) - seine Schwester kam, warum auch immer, hier in den Taunus. Sie heiratete Gottfried Lipp und dessen Enkel, Gottfried Windecker, ist unser Bekannter aus dem Nachbarort Steinbach, werde ihm von Dir berichten, wenn wir ihn wieder treffen…

Gruß Gabi und wenn ich noch irgendwie weiterhelfen kann bitte melden…

Hi Craig, hier noch eine Ergänzung - ich sehe eben meine Anfrage von vor 5 Jahren. So konnte ich mich nicht daran erinnern, da es auch nicht meine Linie ist. Ja - nun habe ich einen Ehemann zu der Anna Barbara, wohl im Internet gefunden. Aber noch etwas - zum Einen, woher kannst Du so perfekt deutsch? Und das andere, ich fand Deine Genealogy im Internet und sehe da den Namen Übelhör. Vor zwei Jahren hatten wir Besuch von relativ nahen Verwandten aus der Nähe von St. Louis und waren einen Monat lang auf der Rundreise in Deutschland und im Elsass auf der Spur gemeinsamer Vorfahren meiner „Cousine“ und der ihres Mannes. Und - zu seinen Vorfahren gehören die Übelhör, die ich für ihn herausfand. Inzwischen waren wir auch in Bremmelbach…Gruß Gabriele

Hallo Gabriele, während ich aktiv Deutsch lerne, benutze ich Google Translate. Ich hoffe, das ist in Ordnung.

Ich bin auf deinen Beitrag gestoßen, weil mein entfernter Cousin Michael Schlotter (oder Schloder) Eva Hauck, die Tochter von Andreas Hauck und Christina Rauck, heiratete, wie du in deinem ursprünglichen Beitrag sagtest. Deshalb wollte ich mehr über die Familie Schlotter und ihre Herkunft erzählen. Ich behaupte nicht, dass ihr verwandt seid, und jetzt weiß ich, dass das nicht der Fall ist, aber ein Freund stammt aus dieser Familie. Ich bin nur über gemeinsame Vorfahren, darunter die Familie Spahn aus Gänheim, mit dieser Familie verwandt.

Die Welt ist klein, ja, ich stamme von dieser Familie Übelhör ab und habe Bremmelbach 2014 selbst besucht. Es ist ein schönes kleines Dorf. Craig

Hallo an alle Mitlesenden,

Vielleicht interessiert es.

Ich habe mich intensiv mit der Bedeutung von deutschen Familiennamen über etliche Jahre beschäftigt.

Daher kann ich zur Namensbedeutung folgendes beisteuern

Es handelt sich bei „Übelhör“ um einen sogenannten Übernamen. Das sind Namen, die den ersten Namensträger charakterlich (Körper, Geist, ungewöhnliche Angewohnheiten) kennzeichnen, ein wenig mit „Spitznamen“ (engl. „nicknames“) vergleichbar. Das ist eine sehr variable Gruppe,

In diese Namensgruppe fallen alle rein, die einen Farbnamen haben (Braun. Schwarz, Weiß, Fuchs(rot)) oder die einen Namen haben, der sich von der Körperstatur ableiten (Groß, Klein, Lang, Kurz, Dürr, Dick, inklusive aller dialektalen Ausdrücke dafür, die es in den unterschiedlichen Regionen dafür gibt : das bayerische Wort für „dick“ ist beispielsweise „feist“, in der Eifel kenne ich den Ausdruck „jod om Foder“; woraus in Bayern z.B. ein. Feistling werden kann, im Westen der Republik könnte „Foder“ daraus geworden seinund auch aller gebräuchlichen Bilder, die man dafür verwenden kann: so könnte ein großgewachsener, dürrer Mensch den Namen „Stangel“ erhalten haben, ein klein gewachsener kann zum "Däumling werden).

Auch sein Gemüt kann zum Familiennamen geworden sein: Fröhlich, Sauer, Frech, Sanftmut (wurde häufig zu „Sanftleben“), Langmut = interessiert sich für nicht = Langeweile, Streit, häufig lachen = Lach etc.

Dann natürlich Vorlieben oder Abneigungen des ersten Namensträgers Frühauf, Baldauf, Spät(auf). Hierunter fallen auch oft die sogenannten Satznamen: dabei wurde ein ganzer Satz zu einem Wort zusammengezogen: Hassenteufel (= er hasst den Teufel), im Englischen ist am bekanntesten William Shakespeare: (He shakes the spear = er schwingt den Speer = ist angriffslustig), Steuvesand = Raufbold (er wirbelt = staubt den Sand auf), Schönpflug (= er scheut den Pflug = ist nicht gerne Bauer). An diesem Beispiel sieht man schön, wie die Sprache die eigentliche Bedeutung bis zur Unkenntlichkeit verdunkelt hat : Schö = scheut; -n- = den ; der Gleiche könnte an anderem Ort als Scheunpflug bezeichnet worden sein)

Etwas Lustiges sind in dieser Namensgruppe die sogenannten Echo-Namen (auch „Papagei-Namen“) genannt: Ein Ausspruch, den der erste Namensträger ständig und überall gesagt hat: Die anderen haben diesen Namen nachgeäfft, woraus dann der Familiennamen wurde. Es gibt relativ häufig den Familiennamen „Lachnit“ = Lache nicht!; In Fürstenfeldbruck hat es im 17. Jh eine Familie „Schlechtsleben“ gegeben, resultierte aus dem dauernden Ausspruch „Ach, ist das ein schlechtes Leben!“. Oder ein ständiger Tröster wurde zu „Traunit“ (= trauere nicht, sei nicht traurig!).

Dann natürlich Charaktereigenschaften, die sich rein auf den Körper beziehen: Humpel(Fuß), Stock (steif), Flink, Schnell, unbehent (= ungeschickt), stark (kann auch „dick“ meinen), klug, Luchs (gutes Gehör; kann aber auch von einem Vornamen herrühren), oder das Gegenteil: schlechtes Gehör = er hat ein übles Gehör => Übelhör.

Es ist also KEIN „übler Herr“ gewesen. Denn eine Schreibweise insbesondere im Bayerischen ist „Übelherr“. Rundungen bzw. Entrundungen von Vokalen kommen in der Sprachentwicklung häufig vor: die Bewohner der Oberpfalz sagen im Dialekt nicht „elf“ sondern „ölf“. Das ö wird mit runden Lippen gebildet (=Rundung), das e aber mit breiten Lippen (= Entrundung). Gleiches gilt beim i versus ü:
Im Bayerischen gibt es diesen Rundungslaut -ü- nicht (genau so wie im Englischen): Daher ist ein Bayer, der Mehl herstellt immer ein „Miller“, nie ein Müller.

Vielleicht interessiert es den einen oder anderen. Ich könnte noch stundenlang darüber referieren.

Allzeit viel Forschererfolg wünscht nebst einem schönen Abend

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Peren

… Hauck ist übrigens aus einem Vornamen entstanden, wir kennen heute noch „Hugo“

Schloder ist wieder verdunkelt, Schlotter ist eigentlich die Ursprungsform und meint den Angsthasen (Knie schlottern), also auch wieder ein Übername

So, jetzt ist es aber genug.

Viel Grüße

Alexander Peren