Frühe Wunderlich (vor 1600) in Dillenburg und Wittgenstein (Feudingen und Laasphe)

Hallo Sieglinde,

hier die ältesten mir bekannten Hinweise auf die Familie Wunderlich:

In E. Becker: Schloss und Stadt Dillenburg. Ein Gang durch ihre Geschichte in Mittelalter und Neuzeit. Dillenburg 1950, S. 31 : „1464/65 wird eine neue Schmiede, zu welcher der Büchsenmeister Hans ´eyn forme´ und Henrich Wynderlich ´ein formenblatt´, offenbar ein Modell und eine Zeichnung angefertigt hatten, als Werkstatt für den Hofschmied Konrad gebaut.“ (nach: Dillenburger Rentei- und Kammerrechnungen),

S. 177 : in der Dillenburger Bürgermeisterliste für 1534 und 1535 Endris Wynderlich als älterer Bürgermeister

vgl. auch Schubert, H.: Geschichte der nassauischen Eisenindustrie von den Anfängen bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Marburg 1937, hier wird immer wieder in den Rechnungen der oben genannte Wunderlich im Zusammenhang mit Eisenarbeiten aufgeführt, ich habe leider aber die Auszüge nicht zur Hand.

Wohl in diesem Sinn schreibt Werner Wied im Heimatbuch Banfetal 1987, S. 123: „Die Wunderlichs waren eine Gewerkenfamilie aus Dillenburg …“. Das scheint zu stimmen. Um die Mitte des 16. Jhs. sind dann keine Wunderlichs mehr in Dillenburg zu finden, dafür aber immer häufiger auf der Feudinger Hütte und in Laasphe.

Die Waldschmiede bei Feudingen (auf der ulße) wird 1465 erstmals erwähnt, um 1500 wird sie vornehmlich von der Familie Westfäling betrieben.

Erstnennung eines Wunderlich im Wittgensteinischen, soweit ich weiß:

1560 kauft Jost Wunderlich auf der Feudinger Waldschmiede das Bermershäuser Gut an Lahn und Ilse,

1563 kauft er Teile der Gilbertswiese, wohl in der Nähe der Hütte gelegen

(Dorfbuch Feudingen S. 63)

1572 kaufen Wunderlichs, darunter Pastor Jost Wunderlich und seine Frau Margarete, weitere Teile der Gilbertswiese

1572 wird Ernst Wunderlich zu Laasphe im Wittgensteiner Salbuchregister erwähnt, dort auch für dieses Jahr Johann und Peter Wunderlich auf der Feudinger Hütte

Bei Wied tauchen weiterhin 1572 Paull und Jost und Tonges Wunderlich im Salbuch als Hüttenschmiede vorm Breidenbach auf

1582 kaufen Wunderlichs Gerechtigkeiten am Hülscher Gut vor Feudingen und Amtshausen für 101 fl.

1600 kaufen vier Glieder der Familie Wunderlich weitere Teile am Hülscher Gut, am Rüppelngut zu Feudingen und Bermershausen und am Frühmessengut zu Banfe.

Um 1600 wird Jost Wunderlich, Pfarrer zu Feudingen und Gewerkebesitzer auf der Laaspher Hütte genannt (Dorfbuch Banfetal)

Um die vermutlich seit dieser Zeit möglichen Anschlüsse nach den Kirchenbüchern habe ich mich noch nicht gekümmert.

Beste Grüße,

Stephan (Hoppe)