Artikel aus den Badischen Neuesten Nachrichten (Karlsruhe)vom
24.5.2002:
Im Freiburger Milit�rarchiv wird die Rolle der Armeen erforscht
Bundesweit einzige Einrichtung / Wissenschaftler nutzen Akten
Von unserer Mitarbeiterin Sabine Frigge
Freiburg. Rund 50 Kilometer milit�risches Archivgut lagern in
Freiburg in zehn ehemaligen, gut gesicherten Fabrikhallen: Das
Bundesarchiv-Milit�rarchiv ist deutschlandweit einmalig. Es hat die
Aufgabe, das gesamte milit�rische Archivgut der Bundesrepublik zu
sammeln und zu bearbeiten. 60 Mitarbeiter sind derzeit damit befasst.
Das Freiburger Milit�rarchiv erforscht die Rolle des deutschen
Milit�rs von 1867 bis zur Gegenwart. Die wissenschaftlichen Arbeiten
im Auftrag der Bundeswehr finden nicht hinter verschlossenen T�ren
statt. Das Archiv steht jedem offen.
�Wir sind zust�ndig f�r das Archivgut der Preu�ischen Armee ab 1867,
der Norddeutschen und Kaiserlichen Marine, der Schutztruppen und der
Freikorps, der Reichswehr, der Wehrmacht, der Waffen-SS, der
Nationalen Volksarmee und der Bundeswehr", sagt Manfred Kehrig, der
Leiter des Freiburger Archivs. Derzeit geh�ren zum so genannten
Endarchiv rund 540 000 milit�rische Karten, 400 000 Pl�ne und
technische Zeichnungen, 240 000 Bilder, rund 2 000 Tontr�ger, 860
Nachl�sse und 100 milit�rische Sammlungen.
Die Freiburger Einrichtung ist der milit�rische Teil des
Bundesarchivs mit Hauptsitz Koblenz. Laut Gesetz steht es jedermann
zu, �Archivgut des Bundes aus einer mehr als 30 Jahre zur�ckliegenden
Zeit zu nutzen". Und davon wird reichlich Gebrauch gemacht. Unter den
Benutzern sind vornehmlich Wissenschaftler, etwa jener aus
Jugoslawien, der das Thema �Die Beziehung der deutschen
Okkupationsverwaltung zur serbisch-orthodoxen Kirche 1941"
untersucht. Aber es kommen auch immer wieder B�rger, die ihre eigene
Familiengeschichte erforschen, beispielsweise wenn es um den Tod des
Vaters im Zweiten Weltkrieg geht. �Neben der Archivierung ist das
Bundesarchiv-Milit�rarchiv auch f�r das Wiederbeschaffen der im
Zweiten Weltkrieg erbeuteten Unterlagen zust�ndig", sagt Kehrig.
Sicherlich f�r einige Familienforscher von Interesse.
MfG
Werner Pachollek