Franzoesische Gefangene in Lohe Kr. Breslau

Hallo Susanne Baret!

Es war wohl im Herbst 1942 da sah ich in unserem Dorf Lohe im Kreise Breslau die ersten franz. Gefangenen, und zwar auf unserem Gut (Dominium)
beim Holzsaegen. Sie wohnten im sogenannten PIETSCHE Haus an dem Fluss Lohe und wurden gut bekocht von unserer guten Frau PIETSCH. Ich schaetze, dass dort ungefaehr ein Dutzend Franzosen untergebracht waren. Sie wurden locker von einem schon etwas aelteren deutschen Soldaten bewacht.

An einem schoenen Sonntagmorgen sah ich die Franzosen in sportlicher Kleidung durch unser Dorf - ca. 550 Einwohner - joggen - ohne Bewachung. Auch hoerte ich, dass sie nach dem Regen Schnecken sammelten.

Ich muss mal die Tochter Irmgard * 1922 von unserem Kolonialwarenhaendler fragen, was aus unseren franz. Dorfbewohnern geworden ist. Das interessiert mich jetzt auch mal.

Vom Kreise Breslau gibt es eine Heimatzeitung. Eventuell dort mal eine entsprechende Suchanzeige aufgeben.

Viele Gruesse aus Koeln

Martin Kluge

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Hallo Schlesier, hallo Susanne,
zu o.g. Thema kann ich etwas ergänzen. Die französischen Kriegsgefangenen,
die z. B. in Eisendorf Krs. Neumarkt waren (dort lebten meine Großeltern bis
1945), wurden erst in die UdSSR transportiert, bevor sie wieder in ihre
Heimat zurückkamen. Es gibt da Aufzeichnungen einer deutschen Einwohnerin,
die, um einer Massenvergewaltigung durch die Befreier der Roten Armee in
einer Scheune zu entgehen, sich dort als Französin ausgegeben hat. Sie hat
die Repatriierung der Franzosen unter den abenteuerlichsten Umständen
mitgemacht.

Da es in vielen Dörfern französische Gefangene gab, dürfte es sehr schwer
sein, etwas zu Deinem Schwiegervater herauszufinden. Der Ort sollte
wenigstens bekannt sein.
Gruß aus Leipzig
Wolfgang Leistritz * 1938 im Eulengebirge