Hallo Schlesier,
meine Großtante, Helene Przibille, Breslau, Georgenstraße 6, gehörte mit
Ihrem Mann auch zu den Leidtragenden des Fluchtdramas der Breslauer
Zivilbevölkerung Anfang 1945.
Aus ihren Erzählungen weiß ich, daß sie ihren Mann, der im ersten Weltkrieg
ein Bein verlor, im Handwagen hinter sich herziehen mußte. In keinem Ort
durfte sie länger, als einen Tag bleiben. Alles war mit Flüchtlingen
überfüllt. Erst in Micheln, Kreis Köthen, Sachsen-Anhalt durfte sie bleiben.
Der Bürgermeister hatte sie gefragt, was sie könne. Sie konnte nähen und der
Ort hatte keine Schneiderin.
Meine Fragen:
Wann begann die Flucht oder Evakuierung der Zivilbevölkerung aus der Festung
Breslau?
Wenn mit der Eisenbahn, wohin ging es da?
Ist es denkbar, daß eine Frau mit einem beinamputierten Mann im Handwagen
von Schlesien bis Sachsen Anhalt laufen mußte?
Leider kann ich meine Tante nicht mehr fragen, sie ist 1975 gestorben. Als
ich sie noch hätte fragen können, war bei mir das Interesse an schlesischer
Geschichte noch nicht ausgeprägt.
Grüße aus Leipzig
Wolfgang Leistritz * 1938 im Eulengebirge
http://wolfgang-leistritz.fotoalbum-medion.de
<http://wolfgang-leistritz.fotoalbum-medion.de/>
(Online-Fotoalbum)
http://home.arcor.de/eulengebirge
(Menschen in Schlesien)
www.wolfgang-leistritz.de <http://www.wolfgang-leistritz.de/>
(persönliche Seite)