Hallo Dirk,
vor allem im 19. Jhd. wurden nicht in allen Dorfschulen Lesebücher benutzt, weil sich die Dorfbewohner und die Schulgemeinde oft keine Bücher leisten konnten. Gelesen wurde aus dem Gesangbuch, der Bibel und dem Katechismus. Manchmal wurde aus diesem Buch gelesen:
Johann Hübner, Zweimal zweiundfunfzig auserlesene biblische Historien aus dem alten und neuen Testamente, der Jugend zum Besten abgefasset, Schwerin 1861 (ursprgl. verfasst 1714)
Im Seminar Ludwigslust machte man sich 1830 Gedanken über die Herausgabe eines Lesebuches. Ob daraus etwas geworden ist, weiß ich aber nicht:
Inhalts-Verzeichniß eines Lese- und Lehrbuches für die Elementarschulen in Mecklenburg
herausgegeben von unseren Schullehrern 1830
S. 410
Erster Abschnitt
1. Einfache Sätze
2. Zur Übung im Rechtschreiben
3. S(am)sätze
4. Begriffsbestimmungen
Zweiter Abschnitt
enthaltend
Lesestücke zur religiös-sittlichen Bildung
1. Gebote
2. Denksprüche und Sprichwörter
3. Kleinere und größere Erzählungen, Lieder, leichte Parabeln
Dritter Abschnitt
enthaltend
Lese- und Lehrstücke, zur Mittheilung der Kenntnisse für die Weltbildung,
daher Abschnitte aus der Weltkunde
1. Heimathskunde, also Mecklenburg
2. Deutschland
3. Aus der Naturkunde
A. Von den Erdarten, Felsen, Metallen, vom Wasser
B. Vom Hebel
C. Von der Luft und den Luftarten, feurige Lufterscheinungen, Wind
D. Von der Wärme, Electricität, Licht, Gewitter, Regen usw.
E. Die Pflanzen
F. Die Thiere
G. Der Mensch nach Leib und Seele
H. Der Mensch im Verein mit Anderen oder
4. Des Menschen Geschichte
A. Geschichtliche Übersicht
B. Aus der mecklenburgischen Geschichte
C. Karl der Große, Rück- und Vorblick
D. Luther und seine Zeit
An diesem Buche haben gearbeitet:
1. Direktor Sellin die S(am)sätze
2. Konrektor Gerdess das Geographische und Einzelnes aus der Naturkunde
3. Lehrer Willbrand die Rechtschreibung
4. Kollab. Ackermann: Karl der Große
5. Rector Meyer
Das Ganze wird etwa 22 Bogen stark.
Quelle:
LHA Schwerin, 2.21-1 Geheimes Staatsministerium und Regierung
Nr. 14513, Acta das Land-Schulmeister-Seminarium im Allgemeinen betr.
Die gab es auch:
Mecklenburgisches Lesebuch für sechsklassige Schulen. Fibel von L.W. Steuer, Schwerin 1886
6. – 1. Klasse
Mecklenburgisches Lesebuch für sechsklassige Schulen, herausgegeben von einer Kommission Schweriner Lehrer., Schwerin 1886
Deutsche Schreib-Lese-Fibel von J. Schraep, Ausgabe B (mit spitzer Schreibschrift), Wismar 1900
Ich melde mich die nächsten Tage direkt bei Dir. Muss nochmal in Ruhe durch meine (Schul) Akten gehen.
Viele Grüße
Anne
-----Original-Nachricht-----