Frage: Warum zurueck geschickt? - Waldenburg - Vetschau

Einen ‘Schönen Guten Tag’allo an alle Listenmitglieder,

Ich hätte gerne Hinweise / Infornation über folgende Geschichte von meiner
Mutter Lotte HAGEN geb KITTNER (1923 – +1999).

Ihre Familie lebte in Waldenburg und war dann von dort aus bis Vetschau
geflüchtet/Vertrieben.

Ihr Vater (mein Grossvater) starb dann auch am 6.9.1945 in Vetschau.

Die Beiden (meine Mutti und ihre Mutter) durften von dort aus nicht weiter
ausreisen.

Anstatt wurden sie den ganzen Weg wieder zurückgeschickt (ich vermute
wieder bis nach Waldenurg?).

Die ganze unglückliche ‘Flucht - Reise’, durch viele Dörfer, musste dann
wiederholt werden.

Ich habe schon viel im Internet nachgesucht, kann aber keinen Anhaltspunkt
darüber finden.

Mich interessiert der eventuelle Politische Vorgang an der Grenze (in
Vetschau?)

Könnte mir jemand mitteilen wo ich über dieses Vorkommen (das angeordnete
Zurückschicken) nachlesen kann,

oder passende Such-Wörter für ‘Google’ geben.

Gibt es auch Bücher / Informationen über generelle ‘Flucht’ Wege aus
Waldenburg?

Vielen Dank im Voraus

Gabriele HAGEN

Grüsse aus Melbourne, Australien.

Namen: KITTNER, RIEDEL, KOCH, PERKUHN, BRODALE, VINZENZ, BOER, SYMNIK,
GROSSE

Hallo Gabriele,
ich werde mal nachschauen ob ich was f�r dich finde....
Liebe Gr��e
Silke

Hallo Gabriele und Silke,

war es nicht so, dass man erstens glaubte, dass man nach Ende der Kriegshandlungen wieder in die Heimat zur�ck konnte und darum versuchten die Beh�rden westlich der Oder neu ankommenden Menschen zur Umkehr zu bewegen, weil die Unterbringung an ihre Grenzen stie�.

Die harte Realit�t war dann aber die Ausweisung die von den polnischen (und anderen Beh�rden f�r Ostpreu�en u. Thschechoslowakei) anschlie�end mit gro�er H�rte durchgef�hrt wurde. Ich wei� das eine Verwandte aus Breslau, die ich inzwischen kennen gelernt und sch�tzen gelernt habe, im Januar 1946 ausgewiesen wurde. Sie hat mir viel �ber ihr Leben in der Lehmgrubenstrasse zwischen Mai 45 und Januar 46 erz�hlt.

Aus dem Schulunterricht erinnere ich mich, dass die Fl�chtlingswelle zun�chst nach Ende der Kampfhandlungen zur�ck in die Ostgebiete "schwappte" und dann wie oben geschildert erneut einsetzte.

Gru� Bernd

Silke Schienke schrieb:

Hallo, Frau Hagen,
eine Flucht, vor Kriegsende aus dem Raum Waldenburg, war die Ausnahme, denn die Sudeten, der Gebirgszug im S�den von Schlesien, wurde von der Roten Armee erst einmal nicht ber�hrt. Das Ziel war Berlin und die schlesische Ebene garantierte einen schnelleren Vormarsch. Im Kreis Waldenburg tauchten die russischen "Befreier" dann erst nach dem 7. Mai 1945 auf, in meinem Geburtsort, W�stewaltersdorf Kreis Waldenburg, erschienen sie am 8. Mai 1945, nachmittags. Ihr Gro�vater aus Waldenburg vertrieben und in Vetschau (Brandenburg) am 6. Mai gestorben, das stimmt auf keinen Fall. �brigens liegt Vetschau etwa 50 km westlich der Nei�e, war und ist deshalb kein Grenzort.
Die Polen haben von Anfang an, nat�rlich wo sie dazu in der Lage waren, keine deutschen R�ckkehrer mehr �ber die Oder-Nei�e-Grenze nach Osten gelassen. Deshalb waren ja auch in G�rlitz solche schlimmen Zust�nde, weil die Menschen dachten, der Wahnsinn dauert nicht lange und bald geht es wieder nach Hause.
Es gab auch Fl�chtlinge, im Wesentlichen waren es aber durchziehende Menschen aus �stlichen Regionen, z. B. waren bei uns kurz Leute aus Ostpreu�en einquartiert, das war aber wesentlich vor dem 8. Mai. Aus den D�rfern selbst sind einige, die auf Grund ihrer Stellung Gefahr f�r sich ahnten, gefl�chtet. Ich f�ge mal einen Auszug aus einem, in dieser Zeit entstandenen Gedicht "Die Befreiung" an. Es ist allerdings in schlesischer Mundart:

Tulle woarsch di ganze Nacht,
` s hoot gedunnert und gekracht.
Morgas frieh om achta Mai
ruckta di ,Befreier" ei.

Die kee reens Gewissa hotta,
ginga vorher durch di Loppa,
und ma muu�'s dan Leuta loon,
die hon warklich gutt getoon.

Uff derr Stroo�e ward nie Ruh.
Tag und Nacht und immerzu
kimmt Kolonne uff Kolonne:
griene Woane, braune Manne.
usw.

Gr��e aus Leipzig
Wolfgang Leistritz *1938 in W�stewaltersdorf Kreis Waldenburg

www.wolfgang-leistritz.de
(pers�nliche Seite)
http://home.arcor.de/eulengebirge
(Menschen in Schlesien)
http://wolfgang-leistritz.fotoalbum-medion.de
(Bilder zu verschiedenen Themen)
http://picasaweb.google.com/leistritz.leipzig
(Bilder zu Schlesien)

Suche nach wie vor:
SCHMIDT aus Belkau, ab 1938 Wei�enfeld Krs Neumarkt
SEIDEL aus Berzdorf Krs. M�nsterberg
FREY aus Brandsch�tz Krs. Neumarkt
und LEISTRITZ �berall

Halo Gabriele,
falls du �bersetzung bei dem schlesischen Text ben�tigst, melde dich. Das meiste verstehe ich noch nach der Mundart meiner Oma...
Liebe Gr��e
Silke