Frage Schlesisches Weihnachtsgebaeck

Mohnklosse, die keine Kloesse waren:
Gemahlenen Mohn im Zuckerwasser zu einem Brei kochen und alte Broetchen in Scheiben schneidenund in diesen Brei tunken.

Mokatsche (wie ist die richtige Schreibweise/)
Teig bestrichen mit Monhnbrei und rollen, wird in Scheiben geschnitte,
wuerde mich herzlich bedanken fuer Rezepte und richtige Schreibweise.
Vielen Dank und herzliches Tschuess
Wolfgang RT.

Hallo Wolfgang,

"Schlesische Mohn-Kliessla gehörten bei uns, als meine Oma noch lebte, zu
Weihnachten und Sylvester, wie das Amen in der Kirche". Mein Vater fand sie
absolut köstlich, mein Geschmack sind sie allerdings nicht, trotzdem kenne
ich das Rezept, da ich diese später für meinen Vater immer bereitete und ihm
"als Geschenk" mitbrachte. Mama kann sie nicht, stammt aus dem Rheinland.
Mächtig ist diese Leckerei allerdings schon.

Zutaten
(4 - 6 Personen)
5 Brötchen vom Vortag
ca ¼ l Milch (je nach Größe der Brötchen)
250 g fein gemahlener Mohn
25 g Zucker
Mark von ½ Vanilleschote (oder 1 Tüte Vanillezucker)
1 Schuss Rum
nach belieben Rosinen und Mandeln (ca 60g)

Zubereitung
Den Mohn in der Hälfte der Milch und der Hälfte des Zuckers (und evtl. den
Rosinen) aufkochen, anschließend zehn Minuten quellen lassen. In dieser Zeit
die Mandeln mit kochendem Wasser überbrühen, abziehen, fein hacken und zum
Mohn geben. Die Brötchen in dicke Scheiben schneiden. Die restliche Milch
mit dem restlichen Zucker gut verrühren und die Brotscheiben damit tränken.
Den gequollenen Mohn abwechselnd mit den Brotscheiben in eine Glasschüssel
schichten und mindestens zwei Stunden gut durchkühlen lassen.
Der Mohn lässt sich übrigens gut in der elektrischen Kaffeemühle mahlen.

Dann kenne ich eigentlich nur noch die Mohnrolle (Hefeteig mit Mohnfülle
gerollt) oder den Mohn-Streusel-Kuchen.

Vielleicht hilft es etwas weiter.

Herzliche Grüße aus der Blautopfstadt Blaubeuren
Petra (Kreuzer (geb. Kaboth))
www.petrakreuzer.de
mailto:p.kreuzer@petrakreuzer.de

Dauersuche:
Kaboth, Kupke, Kynast, Glatz, Tschapke, Geldner, Nermal/Sermal,
Jedecke/Jesecke,
Mann, Löbner, Sapparth, Rapka, Bieniass
in den Kreisen Namslau, Oels und Groß Wartenberg/Schlesien

Lieber Wolfgang,
seit meiner Kindheit in Oberschlesien und bis heute gibt es immer zu
Weihnachten Mohnklöße. Geht gar nicht ohne! Sie werden in den einzelnen
Gegenden aber unterschiedlich zubereitet. Ich schicke Dir morgen mein
Rezept, das ausprobiert ist und deshalb gelingt und das ich auch in ein
Kochbuch aufgenommen habe.Gruß! Christa Hort

Hallo, liebe Mitforscher!

Vor ungefaehr zwei Jahren habe ich schon einmal die Liste nach Franz Neset
gefragt. Inzwischen wurde mir durch ein Listenmitglied geholfen, denn sie
fand den Glasschleifer Franz Nesset in 1937 in Schreckendorf 52.

Da auch viele neue Mitglieder bei der Liste sind, so moechte ich nochmals
anfragen, ob jemand etwas naeheres ueber diese Familie weiss. Ich glaube,
dass Franz Neset/Nesset mit meinem Grossvater, der auch Glasschleifer war,
verwandt ist. Bis jetzt weiss ich nur dass Franz am 18 Nov 1920 in
Schreckendorf die Anna Maria Theresia Uhrner (Tochter des Franz Uhrner und
der Veronika Lux aus Neugersdorf) geheiratet hat. Franz stammte, wie mein
Grossvater, aus Maehren und zwar aus Hosterlitz
(Rabenau/Maehrisch-Schoenberg).

Wuerde mich freuen, wenn jemand noch weiteres ueber diese Familie weiss.

Mit freundlichen Gruessen!

Karin Smith
Bundesstaat Oregon/USA

Mohnklöße (schlesische Weihnachtsspezialität)

400 g Mohn, 400 g Zucker, 1 l Milch, 800 g altbackenes Weißbrot (Brötchen),

1 Fl. Bittermandel-Aroma, 1 kräftige Prise Salz, ca. 200 g gehackte Mandeln
und

diverse Nüsse, nach Wunsch auch Rosinen.

Den Mohn mit reichlich Wasser einmal aufkochen und eine Weile quellen
lassen.

Abgießen, zweimal durch den Fleischwolf drehen.

(Der Mohn hat nach dem Aufquellen nun das doppelte Gewicht! Das darf man
nicht vergessen, falls der gemahlene Mohn eingefrostet und erst später
verarbeitet wird. Es geht beim Rezept immer um das Gewicht des unbehandelten
Mohns!)).

Mohn mit Milch, Zucker, Salz, Aroma und Nüssen aufkochen und heiß über das
in

Würfel geschnittene Weißbrot gießen. Masse umrühren, etwas andrücken und

erkalten lassen.

Mohnklöße werden in Schlesien zu Weihnachten das erste Mal am späten

Heiligabend zu einer Tasse Kaffee gegessen, an den folgenden Weihnachtstagen
immer zur Vesper.

Mohnklöße halten sich im Kühlschrank viele Tage, können aber auch
eingefrostet

und dann - ohne Qualitätseinbuße! - bei Zimmertemperatur aufgetaut werden.

Sie schmecken wie frisch gemachte.

Auch der gemahlene Mohn lässt sich einfrosten und später verarbeiten.
Christa Hort