Eine Bitte an alle Forscher,
allen Genealogen, die in Schlesien forschen, d�rfte es bekannt sein:
Der Erzbischof von Kattowitz weigert sich vehement, Daten aus dem Archiv preis zu geben.
Aus diesem Grund richtet Prof. Hortsch eine Petition an den Erzbischof, Text siehe unten.
Wichtig w�re es daher, m�glichst viele Unterschriften zu bekommen, auch von Forschern, die nicht in Schlesien forschen.
Ich glaube, jeder kann nachvollziehen, wie das f�r einen Genealogen ist: er wei�, dass es m�glicherweise eine Menge Daten gibt, aber er kommt nicht dran.
In der Nieder- und Oberschlesienliste ist die Petition schon ver�ffentlicht, an die anderen Listen gebe ich sie weiter mit der Bitte um rege Beteiligung.
Mit freundlichen Gr��en
Inge (Riedel)
Creutzwald/Frankreich
Hier ein Auszug einer Mail von Prof. Hortsch:
Ja, alle, die diese Petition unterst�tzen m�chten, sind willkommen.
Der Brief wird von mir in Deutsch und Polnisch ausgedruckt und direkt an
den Erzbischof geschickt. Unterzeichner sollen ihr Einverst�ndnis
direkt an mich senden: hortsch@umich.edu
Ein elektronisches Einverst�ndnis reicht.
Ich ben�tige den vollen Namen (gegebenenfalls mit akademischen,
Adels-, kirchlichen oder gew�hlten Titeln), dem Wohnort und Land und
der Email Anschrift.
Momentan haben wir �ber 140 Unterzeichner aus 12 L�ndern.
Danke f�r diese Hilfe
Michael (Hortsch) aus Ann Arbor/Michigan
Hier ist der deutsche Text der Petition:
An seine Exzellenz den Erzbischof der Di�zese Kattowitz Dr. h.c.
Damian Zimon
ul. Francuska 47,
40-027 Katowice, Polska
Eure Exzellenz,
Wir, die Unterzeichner dieser Petition, m�chten uns erlauben, Eurer
Exzellenz zum 50 j�hrigen Jubil�um Ihrer Priesterweihe zu gratulieren
und Ihnen Gottes Segen f�r viele weitere Jahre Ihres Dienstes zu
w�nschen.
Wir sind eine Gruppe von Geschichts- und Familienforschern, die sich
mit verschiedenen Aspekten der Vergangenheit von Oberschlesien
besch�ftigen und eine Reihe von oberschlesischen Urbarien,
Dorfchroniken, Familienb�chern und Landeskundlichen Schriftreihen in
digitaler oder Buchform ver�ffentlicht haben. Zum Beispiel arbeitet
momentan eine Gruppe von uns an einer Abschrift der "Karolinischen
Kataster der niederen Herrschaft Loslau aus den Jahren 1723/25".
Auch wenn wir heute weltweit in verschiedenen L�ndern leben
(inklusive Polen, Deutschland, �sterreich, Schweiz, Luxemburg,
Frankreich, Spanien, Schweden, Chile, Australien, USA und Kanada), so
verbinden uns unsere gemeinsamen schlesischen Wurzeln. Viele unserer
Vorfahren waren katholisch und lebten in der Region des heutigen
Erzbistums Kattowitz. Eine wichtige historische Quelle, die �ber das
Leben und die Geschichte der Menschen Oberschlesiens Auskunft gibt,
sind Kirchenb�cher, welche unter anderen im Bistumsarchiv Kattowitz
gelagert werden.
Leider gestaltet sich eine sinnvolle Nutzung des Kattowitzer
Bistumsarchiv bei den derzeitigen Bedingungen immer schwieriger.
Arbeitsintensive Anfragen werden von der Archivverwaltung abgelehnt
oder es werden Einschr�nkungen und Auflagen gemacht, die die
Forschung ohne Notwendigkeit erschweren. Zum Beispiel gibt es keine
gesetzliche Notwendigkeit f�r einen notariell beglaubigten Nachweis
der direkten Abstammung, wenn die nachgefragten Ereignisse �ber 100
Jahre zur�ckliegen. Viele Kirchenb�cher der letzten 250 Jahre sind
in deutscher Sprache abgefasst und das bereitet manchmal auch ein
Problem bei Nachfragen. Mehrere von uns haben widerspr�chliche
Ausk�nfte vom Bistumsarchiv Kattowitz erhalten. So versterben
Personen vor ihrer Wiederverheiratung, oder bei unabh�ngigen
Forschungsauftr�gen werden unterschiedliche Eltern f�r ein und
dieselbe Person genannt. Ohne Zugriff auf die Originaldaten oder
Kopien lassen sich diese Widerspr�che leider nicht l�sen und das
Personal des Archivs ist unter den gegenw�rtigen Bedingungen einfach
�berfordert, die anfallenden Anfragen auf einem wissenschaftlich
zufriedenstellenden Niveau zu bearbeiten.
Wir m�chten Sie und die Archivleitung daher bitten, die
Kirchenbuchbest�nde des Bistumsarchivs Kattowitz zu erfassen und
m�glichst allen interessierten Forschern zug�nglich zu machen. Es
w�re sehr hilfreich, wenn es einen Katalog der Best�nde nicht nur in
polnischer, sondern auch in deutscher und englischer Sprache g�be.
Viele andere polnische Archive, besonders die Staatsarchive und die
Bistumsarchive von Breslau, Oppeln und das tschechische Olm�tz,
stellen Kataloge ihrer Best�nde und alte Dokumente auf ihren
Internetseiten oder in ihren Leses�len zur Verf�gung. Um die alten
B�cher und Dokumente vor einem katastrophalen Verlust und weiterem
Verfall zu bewahren, w�re eine Verfilmung oder Digitalisierung der
Best�nde �u�erst wichtig. So k�nnten diese einzigartigen Dokumente
allen Schlesienforschern zug�nglich gemacht werden, ohne dass die
Originale einem Verschlei� durch die weitere Nutzung ausgesetzt
w�ren. Vielleicht w�re es sogar m�glich, bis zum Abschluss einer
Verfilmung/Digitalisierung einer begrenzten Zahl von deutsch- und
polnischsprachigen Forschern Zugang zu den Originalb�chern zu
erlauben. Diese freiwilligen Mitarbeiter k�nnten gegen ein
angemessenes Entgelt Forschungsauftr�ge von au�erhalb des Erzbistums
Kattowitz durchf�hren. Abschriften auf polnischsprachigen Formularen
ohne Kopien der Originaleintr�ge sind keine wissenschaftlich
zufrieden stellende L�sung. Daher m�chten wir anregen, dass - bis
Mikrofilm- oder digitale Kopien vorliegen - es diesen inoffiziellen
Mitarbeiter erlaubt wird, digitale Photos ohne Blitzlicht von den
Eintr�gen zu erstellen. Das Personal des Archivs k�nnte sich so auf
seine konservatorischen Aufgaben konzentrieren. Ein Teil der
Geldeinnahmen sollte der Erhaltung und Digitalisierung der
Originaldokumente dienen.
Wir w�rden Ihnen und der Archivverwaltung gerne unsere Hilfe und
Mitarbeit anbieten, um die Nutzung des Bistumsarchivs zu verbessern.
Besonders eine Verfilmung oder Digitalisierung der Best�nde wird mit
einer gr��eren finanziellen Investition verbunden sein. Eine
M�glichkeit, diese Kosten m�glichst gering zu halten, die andere
Dioz�sanarchive in Polen genutzt haben, ist eine Verfilmung in
Zusammenarbeit mit der Family History Library in Salt Lake City.
Eine andere M�glichkeit w�re, sich um eine finanzielle Unterst�tzung
durch staatliche oder europ�ische Stellen zu bem�hen. So werden
derzeit die Best�nde des Museums Gleiwitz mit Geldern vom polnischen
Ministerium f�r Kultur und Nationalerbe digitalisiert. Als
zuk�nftige Nutznie�er einer Verfilmung/Digitalisierung der
Kattowitzer Archivbest�nde w�ren wir gerne bereit, Sie bei einem
solchen Antrag zu unterst�tzen.
Viele von uns, die nicht in Polen leben, besuchen Oberschlesien
regelm��ig und pflegen Kontakte zu Verwandten, die heute in Schlesien
leben. Wir sehen uns daher als ein Bindeglied zwischen Schlesien und
dem Rest der Welt an. Schlesien hat heute das Potential, eine
auss�hnende Rolle zwischen Deutschland und Polen zu spielen und eine
Br�cke f�r Polen zum neuen Europa zu bilden. Zu lange war Schlesien
ein Zankapfel der europ�ischen Nationen. Wir hoffen, dass Sie und
die Mitarbeiter des Bistumarchivs in Kattowitz mit uns diese Chance
nutzen werden, um die Vergangenheit und das Erbe Schlesiens und
seiner Bewohner f�r k�nftige Generationen zu bewahren und zu
erforschen. Wir w�ren gl�cklich und dankbar, wenn Sie die von uns
vorgetragenen W�nsche f�r eine bessere Nutzung Ihres Bistumsarchivs
aufgreifen w�rden. Bitte lassen Sie uns wissen, wie wir Ihnen dabei
helfen k�nnen.
Kontaktanschrift f�r alle Unterzeichnenden:
Prof. Dr. Michael Hortsch; 3544 Chatham Way; Ann Arbor, MI 48105; USA
Email: hortsch@umich.edu