Zu diesem Thema m�chte ich auch noch drei kurze "Episoden" anmerken:
a. Mein Gro�vater Max Klimpel (Wikoline, Kr. Guhrau) war schon vor
Kriegsbeginn als Zimmermann bei der "Sicherung der Ostfront" besch�ftigt.
Als er am Wochenende nach Hause kam, mu� er schon damals gesagt haben "Wenn
die russischen Soldaten mit uns das machen, was unsere Soldaten dort
machen - dann gnade uns Gott"...
b. Polnischen Zwangsarbeitern war es verboten, zusammen mit den Deutschen zu
essen. Eine Nachbarin meiner Gro�eltern - sie hie� wohl Frau Rakete - hatte
ein kleines Baby und war alleine, weil ihr Mann ja im Krieg war. Deshalb
bekam sie ein altes polnisches Ehepaar zugeteilt, die zuvor "in Polen
rausgeschmissen worden waren" (... original Wortlaut meiner "vertriebenen"
Mutter Jahrgang 1928). Die alten Leute waren wie Gro�eltern zu dem Kind und
f�r Frau Rakete war es selbstverst�ndlich, da� sie mit ihr zusammen essen,
nachdem die Arbeit getan und das Kind zu Bett gebracht war. Dies verteidigte
sie auch vehement gegen�ber dem B�rgermeister, der in so einem Moment mal
gerade vorbei kam und zeterte. Als der Fl�chtlingstreck aufbrach weinten die
beiden Alten - um Frau Rakete und um das Baby, das ihnen ans Herz gewachsen
war.
c. Auf der Flucht. Im Januar 1945 war meine Mutter gerade 16 Jahre,
bildh�bsch und die �lteste von 5 Geschwistern. Ein amerikanischer Soldat sah
sie und bedeutete ihr auf englisch, sie solle mit ihm kommen und nicht
schreien. Meine Mutter konnte ein wenig englisch und hatte
selbstverst�ndlich Angst. Meine Oma konnte gar kein Englisch und hatte
verst�ndlicherweise f�rchterliche Angst um ihre Tochter. Der Soldat nahm
meine Mutter mit um die Ecke und legte den Finger auf seinen Mund "pssst" -
und schenkte ihr einen ganzen Karton voller Lebensmittel und Konserven...
"only for you". Einfach so.
Es ist furchtbar und entsetzlich was (nicht nur) in Kriegszeiten passiert -
fr�her und heute genauso. Aber es gibt in jedem Volk "sotte und solche" -
b�se und gute Menschen. Leute mit Zivilcourage und Leute, die mit der Herde
laufen.
Ich selber (Jahrgang 1965) bin viel zu jung um �ber den letzten Krieg
wirklich mitreden zu k�nnen. Aber ich w�nsche mir sehr, da� die Menschen,
die menschlich handeln, mehr Unterst�tzung erfahren. Nicht nur in
Kriegszeiten und egal welcher Nationalit�t.
Einen sch�nen Abend w�nscht allen
Biggi