Hallo alle miteinander!
Heute mal ein anderes Anliegen: Derzeit versuche ich, die Flucht meiner
Familie aus Ostpreu�en zu rekonstruieren. Mein Anliegen ist folgendes: Ich
suche nach Personen oder Berichten, die dem meiner Gro�mutter entsprechen,
also nach Personen, die vielleicht mit meiner Gro�mutter unterwegs waren.
Ich wei� zwar, da� ja nun einmal fast ganz Ostpreu�en diese Route nahm, aber
vielleicht kommt Euch ja ein Name oder eine Situation bekannt vor?! Hierbei
m�chte ich nat�rlich haupts�chlich die aus dem Kreise Heiligenbeil
ansprechen. Sollte jemandem ein Name gel�ufig sein, so mailt einfach oder
schaut unter www.Metayrie.de nach. Unter dem Bericht findet ihr noch einmal
die einzelnen Namen der Geflohenen:
F�r jede Info w�re ich dankbar! Einstweilen viele Gr��e
Dennys
Bericht:
Am 20. Februar 1945 verlie�en wir im Treck (Pferd und Wagen) unsere Heimat
(Kleinwalde, Kreis Heiligenbeil). Mit mir waren meine Eltern, meine �lteste
Schwester mit Kind und ein Gro�onkel der von der Grenze schon zu uns
gefl�chtet war. Dann hatten sich mein Onkel und Tankte, B�hm (Heidenhof) und
Faerber (Neubahnau) uns angeschlossen. Die Front war damals noch 10 - 15 km
von uns weg und nur der Weg �ber das Eis des Frischen Haffes konnte uns
retten. Zu Hause bewohnten wir mit 7 Personen 1 Zimmer, alles andere war
voller Wehrmacht. Wir verlie�en unsern Hof aber erst, als ein Bleiben
tats�chlich unm�glich war und man uns vor die Wahl stellte: "Entweder ihr
fahrt selber oder ihr nehmt ein Handk�fferchen und werdet gefahren." Wir
zogen ersteres vor, konnten aber auch nicht zu viel mitnehmen weil die
Tragf�higkeit des Eises sehr gering war. Der Weg �ber das Haff und l�ngs der
Nehrung nach Stutthof war ein Weg durch Blut und Leichen, hervorgerufen
durch Flieger und Artillerie. In Dirschau ging es �ber die Weichsel und
weiter nach Pommern bis 30 km vor Stolp in Pommern. Da mu�ten wir aufgrund
eines allgemeinen Treckverbots 6 Tage Rast machen und dann kam am 02.03.1945
der Befehl das Dorf sofort zu r�umen und es ging zur�ck nach Westpreu�en
weil der Russe in Pommern einen Durchbruch erziehlt hatte. Am 10.03.1945
hatten auch uns feindliche Panzer eingeholt. Wir mu�ten die Hauptstra�e
verlassen und landeten in der ru�ischen Aristellung. Diese erste
Bekanntschaft war nat�rlich unangenehm. Wir wurden aber nur Uhren und Ringe
los, Hilde Faerber und ich konnten uns gerade noch rechtzeitig verstecken
als man Gefallen an uns fand, und konnten weiterfahren. Bald stie�en wir zu
unseren Soldaten die uns wieder auf die Haupttreckstra�e f�hrten und zwar
sollte unser Ziel Gotenhafen sein. Doch schon am n�chsten Tag (11.03.1945)
waren wir wieder mitten in der Frontlinie bei Rheda. Wir mu�ten auf
vollkommen verstopfter Stra�e solange halten, bis pl�tzlich ru�ische Panzer
mit Infanterie mitten unter uns waren. In der Panik und Schie�erei die
daraufhin entstand, sind wir dann mit meinem Vater und den andern
auseinandergekommen. Durch Zufall stie�en wir auf unsern Wagen den Domnick
fuhr und auf dem wir einen Teil unseres Gep�cks hatten. Domnick konnte aus
der Hauptschu�linie auf die angrenzenden Moorwiesen retten. Doch dann mu�ten
wir den Wagen stehen lassen, weil die Wiesen von Gr�ben durchzogen waren
�ber die nur schmale Stege f�hrten. Mit unsern Pferden und wenig Gep�ck
zogen wir zu unserer schnell aufgebauten H.K.L. Die Infantrie brachte uns in
die Aristellung. Hier bekamen wir nach 3 Tagen das Erste warme Essen und
konnten nach 2 N�chten die wir im freien verbrachten, auf dem Fu�boden
ausstrecken. Am andern Tag zogen wir 12 km weiter nach Gotenhafen. Von
meinem Vater und den andern allen haben wir dann nichts mehr gesehen. Nur
Frau Faerber und Hilde sind noch mit uns gelaufen. Sie haben nur das
gerettet, was sie am K�rper hatten und ihre Handtaschen. Wir haben zwar noch
das N�tigste anzuziehen daf�r aber unser ganzes Geld, Sparkassenb�cher und
andere Papiere verloren. Nach 14 Tagen Aufenthalt in der Festung Gotenhafen,
bei denkbar schlechtester Verpflegung, dauerndem Artilleriebeschu� und
Fliegerangriffen und in den letzten Tagen gab es p�nktlich noch einen
besonderen Segen von der Stalinorgel. 2 Tage vor Aufgabe der Festung hielt
man es dann doch noch f�r n�tig ernstlich die Evakuierung durchzuf�hren.
Nachts um 2 Uhr begaben wir uns durch die brennende Stadt zum Hafen. Von
dort ging es nur mit kleinen Booten der Kriegsmarine hach Hela und dort
hatten wir Gl�ck, da� wir am Abend noch auf einen gro�en Frachter gebracht
wurden und am n�chsten Tag die Reise nach Swinem�nde antraten. 4 Tage waren
wir auf See. In Swinem�nde kamen wir gleich in den Viehwagen und wir kamen
hier in die L�becker Bucht. Nach einiger Zeit Strohlager wurde uns hier ein
Zimmer angewiesen, doch 4 Wochen sp�ter wurden wir vom Engl�nder erneut auf
die Stra�e gesetzt. Da zogen wir in eine ehemalige Wehrmachtsbaracke, wo wir
einen Raum mit lauter geliehenen so einigerma�en wohnlich ausgestattet
haben...
Christel Mill sp�ter verheiratete Lehwald *13.12.1919 Kleinwalde
+01.05.1994 Stade
Franz Karl Arthur Mill, *17.03.1880 Kleinwalde +11.03.1945 Rheda,
Westpr.
Frieda Elise Mill, geb. Thimm, *07.03.1887 Kleinwalde +27.12.1965
Werdohl
Elli Marie Luise W�lk, geb. Mill *15.10.1910 Kleinwalde +20.04.1999
Werdohl
Winfried Burkhard W�lk *1941 Mehlsack
Friedrich Mill??? *01.02.1871 Kleinwalde +1945
Rudolf Birth *09.02.1873 Kleinwalde +11.03.1945 Rheda, Westpr.
Amanda Birth *11.06.1878 Kleinwalde +11.03.1945 Rheda, Westpr.
Familie B�hm aus Heidenhof (Mill Verwandtschaft)
Familie Hugo??? Faerber aus Neubahnau
Hilde Faerber
Domnick (ein Knecht vom Hof Kleinwalde)