FAZ: Das Kriegsgefangneen-Archiv der Liga für Russsich-Deutsceh Freundschaft

In der heutigen FAZ vom 23.03.06 S. 46 findet sich ein langer Artikel:

"Am Ende der letzten Spur. Die Liga f�r Russisch-Deutsche Freundschaft und
das Schicksal der Kriegsgefangenen"

Die Autorin berichtet zun�chst �ber die erfolgreiche Suche eines
Kriegswaisen nach Spuren seines vermi�ten und im Januar 1946 in russischer
Kriegsgefangenschaft gestorbenen Vaters. Am Ende der Suche h�lt der Sohn
nicht nur die Krankenakte seines Vaters in H�nden, sondern k�nnte auch an
Hand des russischen Friedhofsbelegungsplanes die genaue Grablage bestimmen.

In dem Bericht hei�t es:

"Im Laufe der letzten zehn Jahre sind zirka 2000 Anfragen aus ganz
Deutschland an die Liga gerichtet worden. In 400 F�llen wurden die
pers�nlichen Akten gefunden....

Nach Auftragserhalt dauert es etwa 6 Monate, bis die Liga konkrete Ausk�nfte
geben kann. Die Anfrage mu� zun�chst ins Russische �bersetzt werden , und
erst dann k�nnen die Suchdienste ihre Arbeit in 74 zentralen und regionalen
Archiven in ganz Ru�land beginnen. Es m�ssen im Regelfall 5 Mio. Karten, die
nach Nummern sortiert sind, gesichtet werden. Die Karten geben Hinweise auf
2,4 Mio. dem Suchdienst zur Verf�gung stehenden Akten.

Das DRK wird im Laufe der n�chsten f�nf Jahre Akten, zu denen bisher nur die
Liga Zugang hat, scannen, damit sie f�r Interessierte in Deutschland
kostenlos verf�gbar werden....

(Im eingangs beschriebenen Fall) zahlte (der Sohn) f�r die Unterlagen �ber
das Schicksal seines Vaters, im wesentlichen aber f�r �bersetzungen
insgesamt etwa 250 EUR. ...

Unter der Internetadresse www.suchreferat-moskau.de finden die
Interessierten n�here Angaben."

Es m�ge Betroffenen helfen.

J�rgen Wagner

Hallo,

in dem Zusammenhang moechte ich auch auf die 4300 Wehrmachtssoldaten in der Tschechei hinweisen, deren gehobene Gebeine seit 2 Jahren in einer Fabrikhalle lagern. Trotz Eingreifen der dt. Botschaft kam man am Mittwoch ueberein, dass die Soldaten wohl vor 2008 keiner ordentlichen Ruhestaette dort zugefuehrt werden koennen, weil es mit den tschechischen Behoerden Streitigkeiten ueber "den Preis" und die Inschriften gibt. Finanziell ueberschreitet das Geforderte die Mittel des VDK.

Vielleicht befindet sich ja ein Angehoeriger einer dieser Soldaten in dieser Liste. Da ich bisher hier darueber noch nichts gelesen habe, wollte ich Ihnen das mitteilen.

viele Gruesse,
Andrea

Vielen herzlichen Dank fuer Deinen aufklaerenden Bericht, Andrea. Ich war in der deutschen Wehrmacht und schlug mich in Italien mit den Alliierten 'rum. Mein Bruder Hans-Juergen war nicht so "gluecklich". Er ist seit dem 15.Januar 1945 an der Ostfront spurlos "verschwunden". So weit ich weiss war er Leutnant in der 123. Infantrie Division. Es ist jammerschade, dass die gegenwaertige DEUTSCHE Regierung anscheinend KEIN INTERESSE hat (im Hinblick auf den "Preis"???) den Angehoerigen unserer damaligen Soldaten in ihrer Suche behilflich zu sein. Wir, die deutschen Soldaten, fragten damals nicht nach dem Preis !!!
Karl-Heinz BECKER
(American by choice, born in Germany by the grace of God)

Hallo Karl-Heinz,

ich bin in dieser Sache doch sehr zerrissen. In zahlreichen Diskussionen kam ich zu dem Schluss, dass man die Soldaten dann doch lieber in Deutschland beerdigen soll, bevor sie noch 2 weitere Jahre in einer Fabrikhalle lagern. Daraufhin kam der Einspruch, dass viele in diesem Deutschland eben nicht beheimatet waren, aus Bessarabien oder aus den anderen verlorenen Provinzen kamen.

Mir faellt dazu ein, dass mein Grossonkel sehr jung in der Ukraine 43 fiel und bisher nicht geborgen werden konnte. Seine Heimat war aber Osterode und dorthin kann er nicht ueberfuehrt werden. Wenn seine Gebeine nun gehoben werden sollten und die Ukraine um Preise und Inschriften feilscht, so haette ich anstelle von 4 Jahren Fabrikhalle doch lieber einen Soldatenfriedhof in Deutschland als dritte Wahl. Man hat gesehen, wie lange es dauerte, bis Polen seinen Soldatenfriedhof in der Ukraine bekam. Wenn nicht in angemessenem Zeitraum mit seinen Kameraden in der Ukraine, in seiner Heimat Osterode, dann bleibt nur Deutschland. Die Spenden werden immer knapper, das Interesse der Bevoelkerung immer duenner, und als Christin moechte ich mich ueber das Feilschen der Tschechen ueberhaupt nicht aeussern. Es muss fuer die 4300 Soldaten schnell eine Loesung gefunden werden.

viele Gruesse,
Andrea

Die Spenden werden immer knapper, das

Interesse der Bevoelkerung immer duenner, und als Christin moechte ich mich ueber das Feilschen der Tschechen ueberhaupt nicht aeussern. Es muss fuer die 4300 Soldaten schnell eine Loesung gefunden werden.

Liebe Listis,

im o. g. Fall muss ich mich auch mal zu Wort melden.

Vorwegnehmend m�chte ich feststellen, dass der augenblickliche Zustand nicht tragbar ist.

Nur die Schuld unterschwellig bei den tschechischen Beh�rden zu suchen ist oder w�re zu mindestens ungerecht.

Die augenblickliche Situation ist in meinen Augen eine gro�e Panne. Die mehrere Schuldige hat. Man sollte dabei immer im Auge behalten, dass die Gr�ber in der Anlage eines Soldatenfriedhofes nach international anerkanntem Recht eine unendliche Liegezeit haben. Daher sind die Prager Stellen bei der Genehmigung eines solchen Unternehmens sehr vorsichtig. Man spricht von Denkmalschutz und so. .Man sollte auch nicht vergessen, dass wir als ehemalige Besatzer im heutigen Tschechien keinen allzu guten Ruf haben. Die Erinnerungen sind immer noch wach, was sich zwischen 1938 und 45 dort abgespielt hat. Die Kriegf�hrung wurde hier auch mit anderen Grunds�tzen gef�hrt als an der Westfront.

Man sollte den Prager Stellen zu gute halten, dass man keine �berhastete Verlegung der sterblichen �berreste verlangt und das man derzeit f�r die, so denke ich, un�blichen Bewachung des provisorischen Areals aufkommt. Der Reichsbund der Krieggr�berf�hrsorge hat sich hier kr�ftem��ig �bernommen, ohne auch, so denke ich, selbst an die �ffentlichkeit zu gehen. Was als gro�er Imageschaden sich erwiesen hat. Auch ist die Verfahrensweise, Angeh�rige von der Existenz ihrer Toten erst nach deren Besetzung zu informieren, ein Grund daf�r, dass hier jede private Initiative verhindert wurde.

Meiner Meinung nach sollte hier der Bund als Rechtsnachfolger des Dritten Reiches vorleisten und die ehemaligen Wehrmachtsangeh�rigen nach Deutschland holen. Dann sollte entschieden werden, wie das weitere Verfahren auszusehen hat.

Als Nachsatz m�chte ich noch erw�hnen, dass die Deutschen mit den illegalen M�llexporten in die Tschechische Republik erst vor kurzem, die Nachbarn auf die Palme und gegen sich aufgebracht hat.

Da h�rt selbst die innigste N�chstenliebe auf oder sollte man sagen, jeder blamiert sich gut er kann.

Immer eine k�hlen Kopf bewahren, w�nscht sich

und den lieben Listis

Heiko (Fischer)!!

Hallo Heiko,

ich moechte es mal so sagen, unter den Laendern im Osten kamen die Tschechen, was den Terror an der Zivilbevoelkerung betrifft, vergleichsweise "glimpflich" davon. Natuerlich muessen sich alle an die Nase fassen, nicht nur die Tschechen.

Das Beispiel mit der illegalen Muellaktion als Stimmungsmesser fuer eine verzoegerte Beerdigung von Soldaten, das ist mir doch reichlich unangenehm. Sollte eine Anzahl von Tschechen die sterblichen Ueberreste unserer Soldaten als "Muell" betrachten, den Deutschland mit lebenslangem Liegerecht bei ihnen "deponieren" will, dann muesste man wirklich sagen, Verhandlungen abbrechen und die Soldaten nach Deutschland bringen.

Ein rein deutsches Problem ist es ja auch nicht, auch Polen mussten sehr zaeh ringen, um in der Ukraine ihren Soldatenfriedhof so zu bekommen, wie sie sich das vorgestellt hatten.

einen schoenen Gruss,
Andrea