Familie Ikert aus Jozefow ehem. Kreis Radzymin

Werte Listenteilnehmer,

nach langem Suchen nach einer Mailing List dieser Art ist mir die eure in die Hände gefallen. Auch ich bin auf der Suche nach Vorfahren aus Westpreussen. Genauergenommen geht es um meine Urgroßeltern und "das ganze drum herum". Doch vorerst kurz ein paar Dinge zu mir: Ich heiße Diana, bin 19 Jahre alt und komme aus Dresden.
Falls ich jetzt schon gegen die Mailnetiquette verstoßen haben sollt: Bitte seht es mir nach...
Meine Großmutter ist vor ein paar Tagen 80 Jahre alt geworden. Sie leidet unter vaskulärer Demenz und in letzter Zeit erzählt sie verstärkt aus ihrer Kindheit in Westpreussen. Ihre Eltern wurden 1943/44 vom heimatlichen Gut in sowjetische Gefangenschaft verschleppt. Meine Großmutter besitzt keinerlei Urkunden, die ihre Herkunft bestätigen. Auch an Daten oder Namen erinnert sie sich nur noch sehr schwach oder gar nicht mehr. Seit 1950 stellte sie beim DRK regelmäßige Suchanfragen um den Verbleib ihrer Eltern zu klären, erst 2008 gab das DRK Auskunft über den Tod ihrer Mutter, die 1944 in der Gefangenschaft starb. Der Vater gilt weiterhin als verschollen. Meine Mutter hat daraufhin den kirchlichen Suchdienst zur Beschaffung einer Geburts/Taufurkunde beauftragt. Bisher erfolglos.
Mich selbst bewegt das Schicksal meiner Oma sehr. 1929 geboren war sie zum Zeitpunkt der Verschleppung ihrer Eltern gerade einmal 15 Jahre alt und wurde wenige Monate nach der Verschleppung ihrer Eltern selbst in sow. Gefangenschaft gebracht und von ihrer 11 jährigen Schwester getrennt. Wie durch ein Wunder haben sich die Kinder auf dem Entlassungstransport wiedergefunden. Die Schwester meiner Oma erinnert sich trüb an den den Ort des Gefangegenlagers. Es handelt sich angeblich um Smirnov im Ural, ich selbst konnte trotz Internet Recherche kein Gefangenenlager in dieser Region ausmachen. Als kurzfristigen Aufenthaltsort gibt meine Oma zudem noch eine Art Gefängnis in Bromberg an, wo es laut ihrer Aussage auch Nonnen gegeben haben muss. Auch darüber konnte ich keine näheren Informationen finden. Für Details und nähere Angaben ist meine Großmutter definitiv zu alt und dazu noch stark traumatisiert. Jede Erzählung endet mit Tränen und einem hohen Blutzuckerwert, sodass ich sie auch nicht durch meine Fragen quälen will. Ihre Schwester hat mit ihrem Schicksal abgeschlossen und verweigert sich jeden Erinnerungen oder Erzählungen aus der Vergangenheit, sodass ich in dieser Richtung auch keine Möglichkeiten habe...
Diese Email kann ich daher nur aus Bruchstücken zusammenfügen, von denen ich mir erhoffe, dass sie durch die Kenntnisse von jemanden von euch vielleicht annähernd zusammengefügt werden...
Meine Großmutter heißt Alice Ikert und wurde am 6.09.1929 laut Personalausweis und Heiratsurkunde in Jozefow Kreis Radzymin geboren. Ihre Eltern waren Emil Ikert, geb. am 13.02.1902 und Olga Ikert, geb. Müller am 12.04.1901. Olga und Emil heirateten am 21.September 1921 womöglich auch in Jozefow, wo auch Leorkadia, Alices Schwester wahrscheinlich zur Welt kam. Öfter fiel aus ihren Erzählungen der Ortsname Strucfon bzw. Strutzwein, wo ihre Mutter ihre Herkunft haben soll. Laut Rechcherche beim kirchlichen Suchdienst konnte ermittelt werden, dass Olga Müller in Strucfon nicht ermittelt werden konnte. Emil Ikert hatte wohl 13 Geschwister, Olga Müller soll Tochter eines Tierarztes gewesen sein und hatte 4 weitere Brüder, von denen einer nach Kanada auswanderte. Recherche beim kirchlichen Suchdienst ergab außerdem, dass die Familie meiner Großmutter laut Stand von 1939 tatsächlich in Jozefow gemeldet war, ebenso wie die Eltern von Emil Ikert, Kristian und Luise geb. Kelem (Suchdienst konnte das Geburtsdatum herausfinden, es handelt sich um den 28.02.1870) und die Eltern von Olga Ikert geb. Müller, August und Pauline geb. Hoffmann, jeweils ohne Geburtsdatum. August Müller hatte einen Bruder der Karl hieß, und mit Frau Emma Hembruch verheiratet war. Die Kinder hießen Otto, Roman und Robert und kamen laut Aussage des heute noch lebenden, 92 Jährigen Ottos aus "Nasbiel". Da dieser Ort eindeutig polnisch ist kann ich ihn nur so aufschreiben wie Otto ihn mir am Telefon nannte. Die richtige Schreibweise des Ortes kann ich mir nicht erschließen, auch ist mir die Lage des Ortes unbekannt, ebensowenig wie die von Jozefow, Kreis Radzymin. Der Ort hatte mehrere Schreibweisen, unteranderem auch Jozefin und Jozefinie. Ikerts waren laut Aussage meiner Großmutter mit einer Familie "Ruder" (Rudert, Rudat) verwandt, ebenso mit einer Familie "Pietscheck" (auch hier kann ich den Namen nicht korrekt angeben, da auch dieser Name aus dem polnischen stammen soll). Die bisher involvieren Suchdienste können darüber jedoch keine Aussage treffen.

Wer kann mir näheres zu den genannten Orten bzw. zur Familie Ikert sagen? Taucht die Familie irgendwo auf? Ein Dorf und eine Familie kann doch nicht so einfach ausgelöscht sein, irgendwelche Spuren muss es doch geben...vielleicht ist noch zu sagen dass Emil Ikert Angehöriger der Wehrmacht war. Eine Suchanfrage bei der Wehrmachtsauskunftsstelle läuft, bisher blieb diese jedoch noch unbeantwortet...

Ich stehe bei meiner Suche ganz am Anfang. Wer kann mir dabei behilflich sein?

Einen schönen Restfreitagabend wünscht euch

Diana

<mailto:laundrylee@hotmail.de> schrieb:

Hallo Diana,

kennst Du " Odessa3.org "? Wenn nicht dann schau doch mal rein,da
stehen einige " Ikerts`.
Herzliche Gru?e
Ralf

Werte Listenteilnehmer,

nach langem Suchen nach einer Mailing List dieser Art ist mir die eure in die Hande gefallen. Auch ich bin auf der Suche nach Vorfahren aus Westpreussen. Genauergenommen geht es um meine Urgro?eltern und "das ganze drum herum". Doch vorerst kurz ein paar Dinge zu mir: Ich hei?e Diana, bin 19 Jahre alt und komme aus Dresden.
Falls ich jetzt schon gegen die Mailnetiquette versto?en haben sollt: Bitte seht es mir nach...
Meine Gro?mutter ist vor ein paar Tagen 80 Jahre alt geworden. Sie leidet unter vaskularer Demenz und in letzter Zeit erzahlt sie verstarkt aus ihrer Kindheit in Westpreussen. Ihre Eltern wurden 1943/44 vom heimatlichen Gut in sowjetische Gefangenschaft verschleppt. Meine Gro?mutter besitzt keinerlei Urkunden, die ihre Herkunft bestatigen. Auch an Daten oder Namen erinnert sie sich nur noch sehr schwach oder gar nicht mehr. Seit 1950 stellte sie beim DRK regelma?ige Suchanfragen um den Verbleib ihrer Eltern zu klaren, erst 2008 gab das DRK Auskunft uber den Tod ihrer Mutter, die 1944 in der Gefangenschaft starb. Der Vater gilt weiterhin als verschollen. Meine Mutter hat daraufhin den kirchlichen Suchdienst zur Beschaffung einer Geburts/Taufurkunde beauftragt. Bisher erfolglos.
Mich selbst bewegt das Schicksal meiner Oma sehr. 1929 geboren war sie zum Zeitpunkt der Verschleppung ihrer Eltern gerade einmal 15 Jahre alt und wurde wenige Monate nach der Verschleppung ihrer Eltern selbst in sow. Gefangenschaft gebracht und von ihrer 11 jahrigen Schwester getrennt. Wie durch ein Wunder haben sich die Kinder auf dem Entlassungstransport wiedergefunden. Die Schwester meiner Oma erinnert sich trub an den den Ort des Gefangegenlagers. Es handelt sich angeblich um Smirnov im Ural, ich selbst konnte trotz Internet Recherche kein Gefangenenlager in dieser Region ausmachen. Als kurzfristigen Aufenthaltsort gibt meine Oma zudem noch eine Art Gefangnis in Bromberg an, wo es laut ihrer Aussage auch Nonnen gegeben haben muss. Auch daruber konnte ich keine naheren Informationen finden. Fur Details und nahere Angaben ist meine Gro?mutter definitiv zu alt und dazu noch stark traumatisiert. Jede Erzahlung endet mit Tranen und einem hohen Blutzuckerwert, sodass ich sie

  auch nicht durch meine Fragen
qualen will. Ihre Schwester hat mit ihrem Schicksal abgeschlossen und verweigert sich jeden Erinnerungen oder Erzahlungen aus der Vergangenheit, sodass ich in dieser Richtung auch keine Moglichkeiten habe...

Diese Email kann ich daher nur aus Bruchstucken zusammenfugen, von denen ich mir erhoffe, dass sie durch die Kenntnisse von jemanden von euch vielleicht annahernd zusammengefugt werden...
Meine Gro?mutter hei?t Alice Ikert und wurde am 6.09.1929 laut Personalausweis und Heiratsurkunde in Jozefow Kreis Radzymin geboren. Ihre Eltern waren Emil Ikert, geb. am 13.02.1902 und Olga Ikert, geb. Muller am 12.04.1901. Olga und Emil heirateten am 21.September 1921 womoglich auch in Jozefow, wo auch Leorkadia, Alices Schwester wahrscheinlich zur Welt kam. Ofter fiel aus ihren Erzahlungen der Ortsname Strucfon bzw. Strutzwein, wo ihre Mutter ihre Herkunft haben soll. Laut Rechcherche beim kirchlichen Suchdienst konnte ermittelt werden, dass Olga Muller in Strucfon nicht ermittelt werden konnte. Emil Ikert hatte wohl 13 Geschwister, Olga Muller soll Tochter eines Tierarztes gewesen sein und hatte 4 weitere Bruder, von denen einer nach Kanada auswanderte. Recherche beim kirchlichen Suchdienst ergab au?erdem, dass die Familie meiner Gro?mutter laut Stand von 1939 tatsachlich in Jozefow gemeldet war, ebenso wie die Eltern von Emil Ikert, Kristian und Luise geb. Kelem (Suchd

ienst konnte das Geburtsdatum herausfinden, es handelt sich um den 28.02.1870) und die Eltern von Olga Ikert geb. Muller, August und Pauline geb. Hoffmann, jeweils ohne Geburtsdatum. August Muller hatte einen Bruder der Karl hie?, und mit Frau Emma Hembruch verheiratet war. Die Kinder hie?en Otto, Roman und Robert und kamen laut Aussage des heute noch lebenden, 92 Jahrigen Ottos aus "Nasbiel". Da dieser Ort eindeutig polnisch ist kann ich ihn nur so aufschreiben wie Otto ihn mir am Telefon nannte. Die richtige Schreibweise des Ortes kann ich mir nicht erschlie?en, auch ist mir die Lage des Ortes unbekannt, ebensowenig wie die von Jozefow, Kreis Radzymin. Der Ort hatte mehrere Schreibweisen, unterander
em auch Jozefin und Jozefinie. Ikerts waren laut Aussage meiner Gro?mutter mit einer Familie "Ruder" (Rudert, Rudat) verwandt, ebenso mit einer Familie "Pietscheck" (auch hier kann ich den Namen nicht korrekt angeben, da auch dieser Name aus dem polnischen stammen soll). Die bisher involvieren Suchdienste konnen daruber jedoch keine Aussage treffen.