Hallo Herr Bohrer und Liste,
nun hat sich die Suche im �ltesten KB der Gegend
(Schleusingen 1570 ff.) doch noch f�r Sie gelohnt.
Das hatte ich Ihnen ja vorgeschlagen.
Insgeheim hatte ich gehofft, da� Sie die Gelegenheit
nutzen und auch ein paar andere Daten kopieren
z.B. das Inhaltsverzeichgnis, so vorhanden, des
�ltesten Teilregisters dort.
Weil; in wenigen Jahren wird man kein KB mehr in den
H�nden halten k�nnen.
Ich hatte da an meine fl�chendeckende Sippendatei
f�r die Gsch. Henneberg von vor ca. 1750 gedacht.
Dabei gen�gen Einzelnennungen durchaus um Namensnester
und Verteilungen von Familien zu erkennen, vorausgesetzt
die Datei ist ausreichend gro�.
(z.Z. sind ca. 40.000 S�tze erreicht und es soll weitergehen !)
Wer also alte Bev�lkerung-Listen (Steuer, Huldigung, Seelen,
Musterung etc.) aus Archiven oder gedruckt aus Fachzeitschriften
besitzt, kann mich damit begl�cken.
Man sollte nicht nur die eigene Familie im Auge haben
(derzeitiger Stand), weil sp�ter in der Forschung fast
immer "neue" und andere Ahnen "auftauchen".
Die alten KB und Archivalien bekommt man aber nicht beliebig
oft in die H�nde !!!
Aus ebendieser o.g. Datei kann ich Ihre Daten wie folgt
erg�nzen und erweitern.
Ohne Hypothese geht aber nichts in der FamFo, vor allen nicht
in Vor-KB-Zeiten.
1) Fam. Gro�gebauer
F�rster Johann (II) GRO�GEBAUER ist also 1632 in Schl.Neundf
gestorben und hatte dort 4 Kinder.
Weitere Daten gibt es dort nicht !
Das waren nat�rlich seine letzten Kinder, denn gew�hnlich
hatte jede Fam. damals ca. 8 und mehr Kd.
Da das erste Kd dort 1615 geboren ist, erfolgte sein Zuzug
um 1613/4. M�glicherweise war der Vorg�nger gestorben.
Die F�rster als "Beamte" der Herrschaft mu�ten sehr mobil
sein.
Sie stammten kaum je aus dem Ort, wo sie ihren Dienst
verrichteten.
Aus o.g. Datei l��t sich tats�chlich ein fr�heres Kind
des F�rsters ermitteln, das nicht im dortigen KB steht.
Es ist der Sohn Peter, der 1622 die Landeshochschule
im nahen Schleusingen besucht.
(Vorstufe f�r die Uni f�r die Kd. der "VIP�s" jener Zeit.)
Das Durchschnittsalter der Sch�ler ist ca. 13 Jahre bei
Eintritt in das Gymnasium.
Also ist Peter ca. 1609 irgenwo geboren und da weitere Kd
zu "bef�rchten" sind, hat das Paar Johann G. und Elisabeth NN.
ca. 1605 irgendwo geheiratet.
Damit ist Johann G. ca. 1575 irgendwo geboren worden.
(F�rster heirateten rel. sp�t.)
Somit sind die "Eckdaten" der Familie ganz wesentlich
erweitert.
Nach o.g. Datei gibt es nur 2 signifikante Namensnester G. in
Henneberg, n�mlich Kaltennordheim und davor Suhl.
Die Berufe (F�rster, Beamte der Herrschaft) korrespondieren
mit allen GRO�GEBAUERN.
In Kaltennordheim/Rh�n residiert zeitgleich Johann (I)
GRO�GEBAUER als Amtmann der henn. Grafen.
Seine Lebensdaten sind genauer bekannt:
Gelebt von 1569-1613, sein Vater Conrad: Oberforstmeister der
Gsch. Henneberg (also so eine Art Kynast = Agrarminister des
Kleinstaates Henneberg)
Auch Johann (I) G. schickt 3 seiner S�hne auf die besagte Landes-
hochschule in Schleusingen.
Sp�ter werden sie studieren und werden wieder Beamte oder Pfarrer
der nunmehr nominellen Grafschaft Henneberg der Wettiner.
Der letzte F�rstgraf Georg Ernst war l�ngst ohne Erben gestorben.
Johann (I) macht f�r seinen Vater Conrad, der nach Aussage der
Quellen kaum schreiben kann, die Buchf�hrung.
Soviele Einzelheiten lassen sich also noch nach Jahrhunderten
herausbekommen !
Besagter Johann (I) GRO�GEBAUER in KaNoHm k�nnte mit einiger
Wahrscheinlichkeit der �ltere Bruder von Johann (II) G. in
(zeitweise) Schl.- Neundorf gewesen sein und den gleichen Vater
Conrad gehabt haben.
Oft hatten damals Br�der/Geschwister den gleichen Namen:
z.B. Johann = Hans
dann der "Gro�e" und der "Kleine", sp�ter der "Alte" und der
"Junge" genannt. So steht es in den KB.
In aller Regel waren aber der "Alte" und der "Junge" innerhalb
eines Ortes nicht Vater und Sohn bei sonstiger Namensgleichheit !
Die Attribute bezogen sich auf den Ort insgesamt.
Nun tauchen in Suhl (Steuer- und Abendmal-Listen) von 1514 und
1525 ebenfalls GRO�GEBAUER auf.
Ein Contz G. (= Conrad) ist der �ltere, ein Wolff G. ist der
j�ngere.
M�glicherweise Vater und Sohn. Die gezahlten Steuern
(Summe) unterst�tzen die These, auch der Jahresunterschied
der Nennung. Aber auch Br�der sind m�glich.
KB gab es damals noch nicht !
1570 und 1590 sind die �ltesten Register der Gegend:
Schleusingen und Suhl
Da aber damals die m�nnl. Kd. nach dem Vornamen des Opas benannt
wurden, gewinnt folgende H-These Nahrung:
1) Contz gen. 1514
2) Wolff gen. 1514, 1525
3) Conrad
4a) Cath. (oo 1584, * ca. 1564)
4b) Johann I (1569-1613)
4c) Martin (1594ff. Henn. Forst Ms, + 1615) Nachfolger
des Conrad
4d) Johann II (ca. 1575-1632)
4e) Ottilie (oo 1597, * ca. 1577)
W�hrend alle Familien aus den Listen 1514 und 1525 in Suhl
sp�ter "explodieren" (sp�tere Listen) verschwinden die
GRO�GEBAUER dort g�nzlich. Auch das st�tzt die These.
Sonderbar ist die angebliche Wiederverheiratung der Wwe Elisabeth
GRO�GEBAUER geb. NN mit dem Fuhrmann Caspar HEYM aus Suhl.
Elis. G. ,geb. ca. 1580 w�re 1637 ca. 57 Jahre alt gewesen.
Das Paar Caspar Heym- Elis. NN findet sich tats�chlich
in der Seelenliste Suhl von 1646.
Es werden 5 Kinder namentlich genannt, darunter keine
Mamen der G.-Kd von Schl. Neundorf, die ja auch schon
l�ngst aus dem Hause gewesen sein d�rften.
M�glicherweise hat die Wwe Elis. G. aber auch 1637
nur ihre bisher unbekannte To. Elis. * ca. 1613
verheiratet. Dazu m��te man den Eintrag selbst sehen.
2) Die anderen Familien
Lattermann: Theologen-Familie aus Themar
Pfarrer Andreas Lattermann in Frauenwald
ist in Themar geboren.
Dort 1588 3 Familien L.
Stockmar: gro�e F�rstersippe aus Suhl
Die Frau des Forst Kn Valentin ST. wurde 1603 als
Hexe denunziert, konnte aber ihren Kopf aus der
Schlinge ziehen.
u.a.m.
Klett: alte und gro�e Suhler Metaller-Sippe.
1606 als Ew Georg K. sen
1606 als Ew Georg K. jun
1608 als Sch�ler der Landeshochschule Schleusingen:
Georg K. aus Suhl
Sicher ein Sohn des sen.
Sch�ler aus diesen Bev�lkerungs-Kreisen waren damals
sehr selten. Die meisten Sch�ler waren S�hne
der Pfarrer, F�rster, anderer Beamte der Herrschaft.
M�dchen = Null.
mfg
W.Schwarz, Berlin