"Beate Szillis-Kappelhoff" <kappelhoff.salzbergen@t-online.de> schrieb:
Hallo,
stimmt beides nicht.
Es ist nur die Länge das Vokals ausgedrückt. Im Litauischen wird das -ies als -ys ausgedrückt.
Auch Herausgeber von Namensbüchern können irren. Die Endungen sind nicht nur litauisch sondern auch prußisch, fanden jedoch unter zunehmend deutschem Einfluss kaum noch Anwendung, weil im Deutschen die Namen früher festgeschrieben wurden.
Die Endungen wurden nicht verkürzt, sondern im Gegenteil verlängert, denn sie beschreiben die Generationenfolge:
- litauisch -ait/ prußisch -eit bedeutet Sohn von...
- lit. -ait-is/ prußisch -eit-is bedeutet Enkel von...
Hallo Beate,
so wie du werde ich hoffentlich nie schreiben: "Stimmt nicht."
Ich weiß nicht, ob das was ich schreibe immer richtig ist. Wenn ich etwas schreibe, steht aber dabei, woher ich meine Weisheit beziehe. Einfach etwas in den Raum stellen ist nicht in Ordnung.
Natürlich irren auch einzelne Autoren. Wie schwierig es alleine ist die Endungen/Suffixe zu erklären, sieht man bei deiner Mail. Du schreibst "Namensbüchern", richtig ist aber "Namenbücher". Namensbücher sind solche, die nur einen Namen beschreiben. In meinen sehr vielen Namenbüchern sind aber Tausende Namen beschrieben.
Die Erklärungen zu -ait, -eit sind nur ein Teil. Es gibt aber weitere Erklärungen. Dazu heißt es bei Heintze-Cascorbi "Die deutschen Familiennamen":
Unter den littauischen Familiennamen stehen im Vordergrunde die ursprünglich patronymischen Bildungen auf -atis und -aitis, welche dann auch verkleinernd gebraucht werden - z. B. Baltratis von Baltras (Balthasar), Obramaitis von Obramas (Abraham). Gewöhnlich haben sie die Endung is abgeworfen und erscheinen in den Formen at, eit: Balzuweit, Balschuweit, Baltzuweit (von Balthasar oder Blasius) Bendzuweit (Benedictus) u.a. Es gibt aber auch Ableitungen von Gattungsnamen, wie Kaprolatis von Kaprolas (Korporal), selbst von deutschen Stämmen: Beckereit, Kuschnereit (Kürschner), Schneidereit, Schulmeistrat, Schustereit.
Verkürzt wurde erst, wenn der Alte starb. Dann rückten die beiden nächsten Generationen insofern auf, als die letzte Endung wegfiel, damit das nicht endlos wurde.
Bei den Familien, wo sich der Name über mehrere Generationen nicht verändert hat, kann das ja wohl nicht zutreffen.
Viele Grüße
Heinz (Muhsal)