nach 1600 und vor 1700 sind evangelisch-lutherische Einwanderer in das
Gebiet Posen
> nach KOBYLIN, CIOLKOWO und umliegende Orte
umgesiedelt.
Wer kann mir mit Informationen oder Hinweisen, wo zu suchen wäre, auf die
Sprünge helfen?
Lieber Kurt Knöllinger!
Da wir z.T. nach den gleichen Vorfahren suchen, interessiert mich dies auch sehr.
Bei unserem ersten LIEBERT in Kobylin heißt es "... aus Jutroschin", also nicht unbedingt aus dem Schlesischen kommend.
Außerdem erscheint der Familienname bei Ernst Waetzmann in "Altansässige Posener Geschlechter".
Dr. Theodor Wotschke, "Das Evangelium unter dem Kreuz im Lande Posen", beschreibt die grausamen Verfolgungen und oft jahrelangen Wanderungen böhmischer, mährischer und schlesischer Glaubensflüchtlinge während des 30jährigen Krieges, die Aufnahme in Polen fanden.
Anfang 1628 kamen wohl die meisten Evangelischen nach Kobylin - aus dem naheliegenden Niederschlesien.
Die Guhrauer zogen nach Lissa, die Glogauer nach Fraustadt, aber welche konkret nach Kobylin kamen, erwähnt Wotschke nicht.
Vielleicht helfen uns die schlesischen Familienforscher.
Ich suche außer nach LIEBERT, nach STRAUß, DAUM, PFLEGEL, GÄNZT und PULST in Kobylin bzw. Herkunftsort.
Möglicherweise stammt die PFLEGELs aus Böhmen.
Gruß! Beate Harbich-Schönert
Anfang 1628 kamen wohl die meisten Evangelischen nach Kobylin - aus dem naheliegenden Niederschlesien.
Hallo Beate,
das glaube ich nicht.
1.) Kobylin erscheint in keiner ev. Kirchenstatistik zwischen 1848 und
1927 als Zufluchtsst�tte f�r verfolgte Ev. aus Schlesien. D.h. nat�rlich
nicht, da� sich dort keine ev. Schlesier angesiedelt haben, nur kann
dies keinen gro�en Umfang angenommen haben.
2.) Die Kirchenreduktionen sind eigentlich recht gut dokumentiert.
Jahreszahlen oder besser Zeitr�ume lassen sich demnach einer bestimmten
Region zuordnen. Vor 1628 gab es in Niederschlesien, die Grafschaft
geh�rte noch nicht zu Schlesien, praktisch fast keine vollst�ndigen
Wegnahmen der ev. Kirchen. Gottesdienste wurden zun�chst in den St�dten
behindert oder man nahm die Pfarrkirchen weg, und die Ev. wichen auf
andere Kirchen vor Ort aus. Endg�ltig verloren die Ev. ihre Kirchen in
diesem nord�stlichen Teil von Schlesien erst nach 1650. Am n�chsten zu
Kobylin liegen die Standesherrschaften Militsch, dort gingen 9 Kirchen
verloren, und Trachenberg, dort waren es 12 - alle aber erst 1654.
3.) Ich kenne die ev. Verh�ltnisse von Kobylin nicht. Aber nach
familysearch.org gibt es dort KB auch erst ab 1652 - das k�nnte dann
eher passen.
Militsch erhielt schon 1709 wieder eine Gnadenkirche, blieb also auch
unter den v. Maltzans eine ev. Hochburg. Anders sieht es mit Trachenberg
aus. Die Katholischen hatten ja bekanntlich den Besitzer der
Standesherrschaft kurzerhand enthauptet und schenkten sie bereits 1641
dem kath. v. Hatzfeld. Man k�nnte daher eher vermuten, da� Ev. aus
diesem Gebiet schon fr�her in das Dreieck Rawitsch-Kobylin-Jutroschin
verzogen sind.
Mit freundlichem Gru�
Klaus Liwowsky