Edition Brühl bzw. Detmold

Hallo zusammen,

Es geht auch kostenlos, wenn man einen guten Faden zum Stadt- oder Gemeinde-Archiv ausbaut und pflegt!

Siehe
---> http://wiki-de.genealogy.net/Geschichtskreis_Rommerskirchen#wir_digitalisieren_Standesamtsb.C3.BCcher

Klaus Erdmann
aus dem sonnigen Rheinland

Sehr geehrter Herr Erdmann !

Ahnenforschung kostet Geld

Archivmitarbeiter müssen auch Geld verdienen
und haben Familie.

Technik kostet Geld
Zb Kopierer und Scanner.

Gebäude kosten Unterhalt
und der Nebau von Gebäuden

Sprich Fassade z.B.
Heizung

Fachmännische Pflege der Archivalien usw.

und Ausbildung der Archiv Mitarbeiter
z.B. Bibliothekare usw.

Grüsse Stefan Pusinelli

Hallo Stefan Pusinelli,

sicherlich kostet all dies Geld, diese Aufzählung ist ein schöner Beleg dafür, wie man Kosten sozialisiert und Gewinne privatisiert.

Gruß
Marcus (Landscheidt)

Hi Marcus,

ich bin normalerweise auch deiner Meinung im Bezug auf der Sozialisierung der Kosten - nur hier handelt es sich um vorteilhafte strategische Partnerschaften - ob mit Ancestry oder Familyserach. In diesem Fall trägt Ancestry auch die Kosten...wie ich aus diesem Artikel aus "Der Spiegel" entnehme: DER SPIEGEL | Online-Nachrichten

"Ancestry-Deutschland-Chef Nikolai Donitzky müht sich, die Bedenken zu zerstreuen. Bei vielen Archivaren finde "ein Umdenken gerade erst statt", nicht zuletzt wegen der klammen Kassen. "Wir scannen auf eigene Kosten, die Archive bekommen eine digitale Kopie für ihre Nutzer vor Ort", sagt Donitzky. Meist darf Ancestry die digitalen Dokumente drei Jahre lang exklusiv für seine Mitglieder ins Netz stellen, danach können die Archive sie selbst online geben. Derzeit digitalisieren die Ancestry-Leute Standesamtsdaten im Landesarchiv Berlin. In Hamburg haben sie die Passagierlisten der Schiffe von 1850 bis 1934 gescannt, im Landeshauptarchiv Schwerin sicherten sie sich Daten der mecklenburgischen Volkszählungen."

Auch hier: Familienforschung zwischen archivischer Dienstleistung und Kommerzialisierung. Indexierung und Digitalisierung der Kirchenbücher auf Kooperationsbasis – eine Perspektive für kirchliche Archive?
http://www.ekd.de/archive/dokumente/Fink.pdf (siehe ab Absatz 3.2, Seite 32)

"Bei der Durchführung eines gemeinsamen Projektes würde MF die gesamte technische Infrastruktur und das Personal für die Indexierung, Digitalisierung, Online-Präsentation der Kirchenbücher bereitstellen und das Marketing übernehmen, was in Anbetracht der 2237 Mikrofilme (ca. 75 Millionen Einträge) eine sehr hohe Investition bedeuten würde, für die das Unternehmen auch das gesamte Risiko übernehmen würde. Wird sich der deutsche Online-Markt ähnlich gut wie in den USA entwickeln? Dies bleibt bei allem berechtigten Optimismus letztlich noch offen. Daher dürfen keine überzogenen Anforderungen an das Unternehmen gestellt werden; die Kooperation muss auch den berechtigten gewinnorientierten Interessen des Unternehmens gerecht werden."

Warum einige Archive mit Ancestry, statt nicht kommerziellen Dienstleister wie Familysearch kooperieren ist mir nicht klar - würde mich sehr interessieren...ich könnte eine finanzielle Beteiligung des Archivs an den erzielten Einnahmen im Internet vermuten.

LG
Nancy

Als Erg�nzung hier der Artikel aus der "taz" in selber Sache, mit einigen im Spiegel nicht enthaltenen Infos: 1,6 Milliarden Dollar für Ancestry.com: Die lukrative Datenbank der Toten - taz.de
Vermutlich ist diese Einstellung "altmodisch", aber meiner Meinung nach hat man mit den Daten meiner Vorfahren keine Gesch�fte zu machen, punktum ... :wink:
Gr��e, Karl

Hallo, Karl!
   Im Grunde bin ich Deiner Ansicht von wegen der "Geschaefte", die mit
   den Daten unserer Ahnen gemacht werden.....
   Dennoch..... Ein Staatsarchiv z.B. ist meiner Meinung nach eine
   "serioese" Institution, deren Betrieb ganz sicher eine Menge Geld
   kostet. Wenn ich im Staatsarchiv meiner Heimatgemeinde etwas suchen
   moechte, muss ich "Eintritt" bezahlen; man kann das auch als eine
   "Nutzungsgebuehr" bezeichnen. - Okay, hier faellt es nicht auf den
   ersten Blick auf, dennoch ist auch das ein "Geschaeft", das da
   entsteht. Ich gehe dort hin, um eine "Ware" zu erstehen, die dort gegen
   "Geld" angeboten wird. Kein Geld, keine Ware.....
   Ist es nicht so, dass uns dieses Procedere "angenehmer" erscheint und
   absolut nicht "verwerflich" im Gegensatz zu einem so genannten
   "Verkauf"? Ist es aber nicht im Prinzip dieselbe Sache, nur mit einem
   anderen "Namen" bzw. unter einer anderen "Ueberschrift"?
   Beste Gruesse,
   Max

Hi Max,

ich stimme zu - und m.E. ist hier die "value-added"-Ware die Indexierung. Mir ist es auch wert, dafür zu bezahlen.

Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich dies kostenlos bei FamilySearch oder Compgen bekommen könnte. Ich indexiere selbst fleissig bei FamilySearch. Aber Fakt ist, dass es zu wenig Freiwillige gibt die sich an Indexierungsprojekte beteiligen. Ich befürchte nur durch kommerziellen Dienstleister werden wir indexierten Zugang zu den Digitalisate - in unser Lebenszeit! - schaffen.

Gruß
Nancy