Dreschgärtner-Verzeichnis - gibt es das?

In einer eMail vom 17.10.03 18:20:45 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt
bruschke-genealogy@gmx.net:

Meine Frage: Dreschgärtner hatten ja ein kleines Landstück. Wurden die
Dreschgärtner in Schlesien deshalb mit ihren Parzellen irgendwo amtlich
registriert? Besteht vielleicht die Möglichkeit, dass ich über solche
Landverzeichnisse fündig werde?

Hallo Almut,
in meinen Aufzeichnungen fand ich:
Der älteste Beleg für das später in Schlesien weithin charakteristische
Dreschgärtnerverhältnis stammt von 1387. Das Kloster Heinrichau verkaufte damals
den einzelnen Gaertnern zu Zesselwitz ihre Gärten von je anderthalb schlesischen
Morgen, also etwa 84 Ar, unter genauer Festlegung ihrer Verpflichtungen und
ihrer Bezüge. Sie hatten Getreide [..] zu mähen [..] und zu dreschen [..]. Im
grössten Teil Niederschlesiens haben alle Gärtner ein festes Besitzrecht an
ihren Stellen erlangt; ein solches fehlt ihnen hauptsächlich in Oberschlesien.
von Loesch: Beitraege zur schlesischen Rechts- und Verfassungsgeschichte,
Konstanz 1964, S. 135 ff. Auch veröffentlicht in: Geschichte Schlesiens, Band 1, 3.
Auflage Stuttgart 1961, S. 353 ff.

Wem gehörte Gut Kummelwitz?
Vielleicht gibt es vom Verkauf noch Unterlagen, so wie augenscheinlich vom
Kloster Heinrichau?

Mit freundlichen Grüßen aus Kerpen

Rudolf Andermann