ich bin jetzt auf eine Familie in Falkenhagen gestoßen, in der in
mehreren Generationen sowohl katholisch und reformiert geheiratet als
auch getauft wurde. Letzteres hat mich am meisten erstaunt. Beerdigt
wurde dann aber nur einmal - vielleicht ist das dann der Hinweis auf die
ausgeübte Konfession?
Ich kannte das mit der Doppelheirat vorher nur von einem
gemischt-konfessionellen Paar, aber bei den oben genannten Personen kann
ich das gar nicht erkennen - schon wegen der Taufen.
Es ist eine Familie Grimme aus Hummersen mit angeheirateten Schaper
(auch Doppeltaufe), Mörik, Fischer. Die Vornamen waren je nach
Konfession z.T. unterschiedlich; bei Sch(a)aper und Mörik/Morke(n) auch
der Nachname.
Meinst Du mit Doppelheirat und -taufe, dass diese Ereignisse in beiden Kirchenbüchern eingetragen wurden? Das kenne ich auch aus meiner Heimatstadt Lingen (Ems). Die damalige Grafschaft Lingen (mehrheitlich katholisch) kam nach dem 30j. Krieg und oranischer und damit reformierter Herrschaft. Die katholischen Priester wurden aus der Grafschaft verbannt und alle Taufen, Heiraten und Sterbefälle mussten dem reformierten Pastor gemeldet werden, dem dann die dafür fälligen Gebühren zustanden. Die Katholiken halfen sich, indem sie den Gottesdienst in Nachbarorten ausserhalb der Grafschaft (teils in Notkirchen) feierten. Daher finden sich bis zur Franzosenzeit die Registereinträge sowohl in reformierten als auch in den katholischen Büchern.
Wie das in Falkenhagen (Lügde ?) aussah, kann ich allerdings nicht sagen