Neandertaler durchquerten Eurasien
Fund und genetische Analyse
- Archäologen entdeckten auf der Krim einen etwa fünf Zentimeter langen Knochen im Felsunterstand von Starosele.
- Aus der uralten DNA wurde eine enge genetische Verbindung zu Neandertalern aus der Altai-Region Sibiriens festgestellt, rund 3.000 km entfernt.
- Die mitochondriale DNA belegt klar die Neandertaler-Abstammung und weist auf Kontakte über große Distanzen hin.
Kulturelle Parallelen
- Die Steinwerkzeuge von Starosele entsprechen der Micoquien-Kultur, einer späten Tradition der Neandertaler.
- Vergleichbare Werkzeugsets wurden auch im Altai gefunden, was auf wiederholte Kontakte oder gemeinsame Migrationsrouten hindeutet.
Paläoklima und mögliche Wanderwege
- Klimamodelle zeigen Zeiträume mit wärmeren und feuchteren Bedingungen, die Graslandkorridore zwischen Osteuropa und Zentralasien eröffneten.
- Ein bedeutender Korridor verlief entlang des 55. Breitengrades Nord, möglicherweise von Pferde- und Bisonherden frequentiert.
Anpassungen und Lebensweise
- Neandertaler passten Werkzeuge, Schutzmuster und Jagdstrategien an unterschiedliche klimatische Bedingungen an – von harten Wintern bis zu Warmphasen.
- Die Krim-Funde stammen aus einer Zeit, in der sich moderne Menschen in Europa ausbreiteten und Neandertaler zunehmend zurückgingen.
- Trotz des Rückgangs blieben einige Neandertaler-Gruppen über weite Gebiete hinweg vernetzt.
Methodik der Untersuchung
- Die Untersuchung begann mit ZooMS, einer Screening-Methode, die kurze Proteinfragmente zur Artbestimmung nutzt.
- Kombination von Zooarchäologie, Massenspektrometrie, Radiokohlenstoffdatierung und alter DNA ermöglichte die Identifikation des seltenen Neandertaler-Knochens.
Sources:
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