DNA - Mysteriöse 6.000 Jahre alte Skelette in Kolumbien

Entdeckung und Bedeutung

  • In Checua nahe Bogotá wurden 6.000 Jahre alte Skelette einer bislang unbekannten Gruppe von Jägern und Sammlern entdeckt, deren DNA sich deutlich von denen heutiger indigener Völker unterscheidet.
  • Die Funde stammen aus der präkeramischen Zeit und geben neue Einblicke in die frühe Besiedlung Südamerikas.

Genetische Erkenntnisse

  • Die DNA-Analyse von 21 Individuen (6.000 bis 500 Jahre alt) aus dem Altiplano von Bogotá ergab, dass die ältesten Checua-Menschen einer eigenständigen, später ausgestorbenen Abstammungslinie angehörten, die im heutigen Genpool nicht mehr nachweisbar ist.
  • Diese genetische Linie war weder mit anderen antiken Gruppen in Südamerika noch mit nordamerikanischen Frühpopulationen verwandt.
  • Ihre Y-DNA zeigte zwar einen für indianische Gruppen typischen Marker (Q1b1a), das übrige Profil lässt jedoch auf langanhaltende genetische Isolation schließen.

Wandel der Bevölkerung

  • Vor etwa 2.000 Jahren kam es zu einem drastischen Wandel: Die ursprüngliche genetische Linie verschwand und wurde von einer neuen Population ersetzt, deren DNA der der frühen Bewohner Panamas und heutigen Chibcha-Gruppen in Costa Rica und Panama ähnelt.
  • Diese neue Bevölkerung brachte die „Herrera-Tradition“ (Keramik, Landwirtschaft) aus Mittelamerika mit und beeinflusste die Region nachhaltig.
  • Die späteren Nachfahren bildeten die Muisca-Zivilisation, die bis zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert die Region dominierte.

Ablauf des Wandels

  • Es gibt keine Hinweise auf Krieg oder gewaltsame Übernahme. Der Wandel erfolgte wahrscheinlich allmählich durch Migration, kulturellen Austausch oder Heiratsbeziehungen.

Bedeutung für die Forschung

  • Diese Entdeckung liefert einen ersten genetischen Einblick in die urgeschichtlichen Populationen Kolumbiens—viele angrenzende Regionen sind noch unerforscht.
  • Der Altiplano ist ein Schlüsselgebiet für das Verständnis der amerikanischen Besiedlung, da hier kulturelle und genetische Schnittpunkte zwischen Nord- und Südamerika liegen.
  • Forschende betonen, dass genetische Merkmale nicht mit kultureller Identität gleichzusetzen sind und dass bei der Untersuchung die Perspektiven und das Wissen der lokalen indigenen Gemeinschaften einbezogen wurden.

Sources:

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