Diskussion Vertreibung

Liebe Listenteilnehmer

Die Diskussion um die Vertreibung mutet mir etwas merkw�rdig an.

Hier gehen Leute aufeinander los, von denen ich ausgehe, da� ihnen die
historisch richtige ein Ordnung der Vertreibung am Herzen liegt bzw. sich nicht
dagegen aussprechen. Insofern einer Meinung sind.
Gleichzeitig wird versucht sich gegenseitig mehr oder weniger deutlich in
unsch�ne Ecken der ideologischen Landkarte zu dr�ngen.

Wer die Vertreibung als Verbrechen anerkannt haben will dem sollte ein
schlichter Satz wie:

Ich will da� die Vertreibung der Deutschen in Folge des 2.Weltkriegs als
Verbrechen anerkannt werden.

reichen. Dann l��t sich dar�ber auch diskutieren.

Die vielfach sicher in guter Absicht angef�gten Erkl�rungs-,
Rechtfertigungs- und Begr�ndungsversuche
der allgemeinen Form �wir waren nicht an allem Schuld�, �die anderen haben
aber auch�, �jetzt haben wir aber genug geb��t� usw. sind f�r das eigentliche
Fragestellung wenig hilfreich.

Offenbar werden solche Zus�tze schnell als unzul�ssige
Relativierungsversuche der Deutschen Rolle im zweiten Weltkrieg interpretiert. Meines Erachtens
m�ssen sie auch so interpretiert werden, da leider in machen F�llen genau dies
beabsichtigt ist. Diejenigen, deren Intension dies nicht ist provozieren
damit unbeabsichtigt, da� gar nicht mehr �ber das eigentliche Thema diskutiert
wird, was man am Verlauf der Diskussion deutlich ablesen kann.

F�r mich steckt dahinter die offenbar immer noch nicht bew�ltigte Frage nach
Schuld und Verantwortung der Deutschen Bev�lkerung zur Zeit des Zweiten
Weltkriegs und die Verantwortung ihrer Nachkommen f�r die unverf�lschte
Darstellung und Erinnerung an diese Ereignisse und den Lehren die daraus gezogen
werden m�ssen.

Ist uns , die wir fast 60 Jahre Zeit hatten dieser Rolle gerecht zu werden,
dies ganz offenbar in weiten Teilen nicht wirklich gelungen, so wird doch
stillschweigend erwartet, da� diejenigen die die Vertreibung als ihr Schuld
anerkennen sollen dies wie selbstverst�ndlich tun, obwohl die rund 50 Jahre des
Kommunismus sicher nicht der Wahrheitsfindung dienlich waren.

Ich w�rde daf�r pl�dieren in dieser Diskussion das eigentliche Thema nicht
aus den Auge zu verlieren und keine Argumentationslinien zu verwenden, die den
nationalistischen Interessen auf allen Seiten in die H�nde spielen, denn ich
gehe davon aus da� dies nicht die Absicht der Diskussionsteilnehmer ist.

Mit freundlichen Gr��en

Wolf Dietrich Neudorff