Die Laus!

Hallo Liste!

Wie ich gestern in der Liste erw�hnte, sind wir im Lager Uelzen Mitte Juli 1946
entlaust worden. Ich empfand dies als eine ganz normale Vorsichtsma�nahme. L�use
hatte ich nicht, aber trotzdem bin ich und andere mit wei�em Pulver eingespr�ht
worden.

Ich bin auf dem Lande im Kreise Breslau gro�geworden - was ganz gut war. War da
nicht in jeder Familie ein L�usekamm?

Und als wir nach der Flucht nach Kriegsende unseren Kaplan Bernhard Hellmann aus
Oltaschin wieder gesehen haben, da sahen wir ihn zu unerer Verwunderung ganz
kurz geschoren und es hie�, das h�tten die Russen gemacht. Wie ich mich
entsinne, liefen doch viele russische Soldaten - nicht die Offiziere - mit
Glatze herum. War das nicht alles auch wegen der L�usegefahr?

Viele Gr��e

Martin Kluge
* Lohe Kr. Breslau

Und wie Recht Du doch hast, lieber Martin!
Alle diese und noch viele andere Ma�nahmen
dienten diesem einzigen Zwecke:
                   KEINE L�USE
zu haben! Und warum?
Als Krankheits- und Seuchen�bertr�ger schon
vor dem Kriege in jdem Hospital gef�rchtet und
deshalb vorgebeugt!
Sind wir mal froh, da� unter unseren heutigen
hygienischen Lebensbedingungen solches
Ungeziefer nur noch vom "H�rensagen" bekannt
ist! Obwohl wir uns diese Hygiene mit enormer
Umweltverseuchung durch die vielen Giftstoffe, usw.
eingetauscht haben. Meine ich. Und ich bin doch
nur ein armes kleines W�rstchen!
Viel Spa� weiterhin, mit Gr��en,
Manfred.

Ich wei� noch zu meiner Schulzeit ab 1972 da kam auch ein Arzt in die
Grundschule und wir Kinder wurden auf L�use untersucht. Vor allem die
M�dchen hatten Angst davor, weil es hie�, dann m��ten die langen Haare
runter.

Auch heute gibt es in Kinderg�rten L�use und das ist gar nicht mal so
selten, aber die Medizin ist heute ja soweit das 2-3 mal Haarewaschen reicht
und nicht mehr wie fr�her, das alle Betten abgezogen und dauernd gekochte
werden m�ssen.

Was L�use f�r Menschen = Fl�he f�r Tiere....jeder kann sie bekommen ob
sauber oder nicht....

Gru�

Heike

Hallo Manfred,

genau da liegt der Irrtum begraben! Waren fr�her die L�use durch
unhygienisches Verhalten am Werk, so ist es heute genau anders herum. Es
gibt diese kleinen Tierchen nach wie vor. Der Clou daran ist, dass sie sich
enorm angepasst haben und bei zu viel Hygiene ebenfalls munter die K�pfe
besiedeln, vorwiegend in Schulen und Kinderg�rten. Von wegen
ausgestorben...!

Herzliche Gr��e

Renate

Urspr�ngliche Nachricht:

Da kannst Du mal wieder sehen, welch ein unverbesserlicer Optimist ich bin!
Danke f�r die Richtigstellung!
Gru�,
Manfred.

Noch einmal zu den Läusen:

In meiner Grundschulzeit 1952-56 in Karlsruhe gab es auch regelmäßige
Läuse-Kontrollen von einer sog. Lausschwester. Sie hob jedem Kind mit
Hilfe von 2 Stricknadeln die Haare büschelweise in die Höhe. Die Kinder
mussten reihenweise antreten. Ich erinnere mich nicht, dass sie jemals
Läuse gefunden hat. Die Prozedur habe ich immer als sehr unangenehm
empfunden.

Brigitte