Zeugen für Christus - Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts
"Ostpreußische Blutzeugen und Gewaltopfer in der Zeit zwischen 1933 und
1945" - Vortrag von Prälat Prof. Dr. Helmut Moll bei der Landsmannschaft
Ostpreußen, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, am 13. März 2010 in
Oberhausen.
http://www.youtube.com/view_play_list?p=58AFBC47E5A88D16 (6 Teile)
Ostpreußische Glaubenszeugen der NS-Zeit vor dem Vergessen bewahren
Der Ferdinand Schöningh-Verlag lieferte das zweibändige Hauptwerk "Zeugen
für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts" (Paderborn
u.a. 1999; ISBN 3-506-75778-4; 1372 Seiten) aus, das im Auftrag der
Deutschen Bischofskonferenz von mir herausgegeben wurde. Rund 160 Fachleute
aus dem In- und Ausland erstellten die über 700 biographischen Artikel,
welche die Opfer vor allem aus den Kategorien des Nationalsozialismus (vgl.
Band I, S. 1-651 und Band II, S. 652-904), des Kommunismus (vgl. Band II, S.
907-990) und der Missionen (vgl. Band II, S. 1083-1240) vorstellten. Im
Dezember 2006 erschien die vierte, um 84 Namen vermehrte und aktualisierte
Auflage mit neuen ost- und westpreußischen Glaubenszeugen (Anlage 1).
Mittlerweile wird eine englische Übersetzung des Hauptwerkes durch die
Paulist Fathers in New Jersey (USA) und eine italienische Fassung durch die
Edizioni San Paolo in Mailand vorbereitet; letztere wurde am 29. März 2007
in Rom der Öffentlichkeit vorgestellt (Anlage 2) Eine ausführliche
Besprechung der vierten Auflage liegt zu Ihrer frdl. Kenntnisnahme bei
(Anlage 3).
aufgreifend, möchte ich als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz
für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts Sie nach meinem kürzlichen
Vortrag vor der Landsmannschaft Ostpreußen in Nordrhein-Westfalen über
Blutzeugen und Gewaltopfer in Ostpreußen zwischen 1933 und 1945 auf die
zahlreichen mit Ostpreußen verbundenen Glaubenszeugen der NS-Zeit hinweisen,
die dem Vergessen entrissen werden sollen.
Bezüglich Ostpreußen sei unter den über 30 Priestern und Laien verwiesen auf
Pfarrer Ernst K a r b a u m (vgl. das von mir mitverantwortete Lebensbild
in Band I, S. 642-644), Pfarrer Bruno B l u d a u aus Bürgerwalde im Kreis
Braunsberg (vgl. Band I, S. 652), Domkapitular Dr. Bruno G r o ß aus
Lotterfeld im Kreis Braunsberg (vgl. Band II, S. 653-655), Propst Paul H
u h n aus Seeburg im Kreis Rößel (vgl. Band II, S. 660-661), ferner
Propst Leo O l s c h e w s k i, der 1942 im KZ Dachau umgekommen ist
(vgl. Band II, S. 666-667), Geistlicher Rat Paul S c h w a r t z aus
Heilsberg (vgl. Band II, S. 671-672), Domkapitular i.R. Josef S t e i n k
i, der 1945 in Allenstein starb (vgl. Band II, S. 673-677), sodann Domherr
Prof. Dr. Bronislaus Wladislaus S w i t a l s k i, welcher 1945 in
Frauenburg getötet wurde (vgl. Band II, S. 677-679), Pfarrer Joachim Z i e
m e t z k i aus Dietrichswalde (vgl. Band II, S. 689) und Leutnant
Alfons Z u r a w s k i aus Kainen (Kr. Allenstein) (vgl. Band II, S.
692-694). Kuratus Hubert G r o ß starb am 19. Januar 1947 in Königsberg
(vgl. Band II, S. 655-657).
Unter den zahlreichen Frauen, die beim Einmarsch der Rotarmisten 1945
mißbraucht und umgebracht wurden, liegen etwa dreißig Biogramme von Grauen
Schwestern vor (vgl. meine Biogramme in Band II, S. 1017-1038) sowie Franz
L u d w i g von Wormditt, der in Santoppen im Kreis Rößel bedrohte Frauen
hat schützen wollen (vgl. Band II, S. 1072-1073).
Mit Mehlsack verbunden sind u.a. Pfarrer Adalbert P r o t h m a n n (vgl.
Band II, S. 667-668), der ebenda geborene Ordinariatsrat Bruno W e i c h s
e l (vgl. Band II, S. 681-683), die Steyler Missionare P. Johannes F r a n
k (vgl. das von mir gefertigte Biogramm in Band II, S. 864-866), P.
Gottfried F u c h s (vgl. mein Lebensbild in Band II, S. 866-869) sowie P.
Georg H e i d e (vgl. Band II, S. 869-872).
Bezüglich Westpreußen sei verwiesen auf die doppelt promovierte jüdische
Ärztin Lisamaria M e i r o w s k y aus Graudenz (vgl. Band I, S.
309-312), auf den Pallottinerbruder Eduard O s s o w s k i aus Struga im
Kreis Konitz (vgl. Band II, S. 835-836), auf den in Boleszyn 1880 geborenen
Pfarrer Franz B o e h m, der 1945 im KZ Dachau starb (vgl. Band I, S.
271-274), den seligen Kapuzinerpater Anizet K o p l i n aus
Deutsch-Friedland (vgl. Band II, S. 798-801) sowie auf den 1887 in Mewe im
Kreis Marienwerder geborenen Pfarrer Maximilian W i t t, der 1942 ebenfalls
im KZ Dachau endete (vgl. das von mir mitverantwortete Lebensbild in Band
II, S. 687-700).
Die von Ihnen herausgegebene Studie Danzig vom 15. bis 20. Jahrhundert
(Marburg 2006) aufgreifend, weise ich Sie auf die mit Danzig verbundenen
Gewaltopfer der NS-Zeit hin: die Geistlichen Dekan Johannes A e l t e r m a
n n, Pfarrer Dr. Bruno B i n n e b e s e l, Religionslehrer Marianus G ó
r e c k i, Vikar Walter H o e f t, Pfarrer Bronislaus K o m o r o w s k i,
Vikar Georg M a j e w s k i, Pfarrer Franz R o g a c z e w s k i,
Lehrer Wladislaus S z y m a n s k i, Pfarrer Bernhard von W i e c k i
sowie Pfarrer Robert W o h l f e i l (vgl. die von mir mitverantworteten
Lebensbilder in Band I, S. 637-651).
In der vierten Auflage wurden u.a. aufgenommen Pfarrer Arthur L i n k a
aus Allenstein (vgl. Band II, S. 1252-1254), Pfarrer Bruno S i e g e l und
dem westpreußischen Briesen (vgl. Band II, S. 1257-1258), 15 Schwestern von
der heiligen Katharina in Braunsberg (vgl. meine Biogramme in Band II, S.
1317-1328), die Arme Schulschwester M. Bonosa (Luzia) P e t e r aus
Heiligental (vgl. Band II, S. 1330-1332) sowie Cäcilia G r a b o s c h
(vgl. mein Biogramm in Band II, S. 1333-1334) und Margaretha W i e w i o r
r a (vgl. mein Lebensbild in Band II, S. 1334-1335) aus Ostpreußen, die das
martyrium puritatis erlitten.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte mit Sitz in Frankfurt am
Main hat das o.g. Hauptwerk am 22. November 2008 mit dem Stephanuspreis
ausgezeichnet (Anlage 4).
Meine Bilanz Martyrium und Wahrheit. Zeugen Christi im 20. Jahrhundert
(Weilheim 2005; 4., durchgesehene Auflage 2009; 13,50 Euro) greift
inhaltliche und methodische Fragen des Martyriums auf, untersucht
Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Martyriumsverständnisses unter den
christlichen Konfessionen und vertieft Biogramme der o.g. Gewaltopfer, vor
allem Pfarrer Dr. Bruno Binnebesel, Dr. Dr. Lisamaria Meirowsky,
Kapuzinerpater Anizet Koplin und Pfarrer Franz Boehm (Anlage 5).
Das Einführungsbuch "Die katholischen deutschen Martyrer des 20.
Jahrhunderts. Ein Verzeichnis" (Paderborn u.a. 1999; ²2000; ISBN
3-506-74777-6; 100 Seiten; 8,90 Euro), das alle (ost- und westpreußischen)
Glaubenszeugen namentlich aufführt und seit Juli 2005 in vierter Auflage
vorliegt, enthält in tabellarischer Form Kurzdaten zu den über 700
Glaubenszeugen, ein ganzseitiges Porträtfoto der mit einer Kanonisation
Verbundenen (u.a. Sr. Teresia Benedicta a Cruce [Dr. Edith Stein]) sowie ein
ausführliches Personen- und Ortsregister.
Indem ich Sie auf diese Personen und die entsprechenden Veröffentlichungen
aufmerksam mache, verbleibe ich in der Hoffnung auf Ihre Unterstützung,
diese mit Ost- und Westpreußen verbundenen Glaubenszeugen vor dem Vergessen
zu bewahren, einstweilen mit freundlichen Grüßen
Prälat Prof. Dr. Helmut Moll
Maternushaus, Kardinal-Frings-Str. 1-3; 50668 Köln
Tel.: 02 21 / 16 42 - 3724, Fax: 02 21 / 16 42 - 3783
E-Post: Helmut.Moll@Erzbistum-Koeln.de
Eine DVD-Aufnahme des Vortrages zur Information in landsmannschaftlichen
Gruppen und Kirchengemeinden ist gegen Erstattung der Proto- und
Materialkosten bei der Landsmannschaft Ostpreußen NRW erhältlich:
Presse@Ostpreussen-NRW.de .
Weitere Verweise:
Visitatur Ermland (kath. Kirche):
http://www.visitator-ermland.de/
Gemeinschaft evangelischer Ostpreußen:
http://www.gemeinschaft-ev-ostpreussen.de/
Evangelisches Martyrologium:
Landsmannschaft Ostpreußen (LO) NRW:
http://www.ostpreussen-nrw.de
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