Deutsche Kriegsgefangene des I. Weltkriegs in Rußland

Liebe Schlesienforscher,

ich bitte, wenn möglich, um Mithilfe bei der Lösung eines schwierigen Problems. Es geht um das Schicksal von Mitgliedern der Familie TSCHECHNE aus BAUMGARTEN im Kreis OHLAU, die aber auch nach Oberschlesien und in die Mark Brandenburg verzweigt ist.

Ein entfernter Cousin, der in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Kanada ausgewandert ist, schickte mir dieser Tage allerlei Photos seines Vaters, die diesen und eine Reihe Kameraden zum Teil in Zivil, zum Teil in deutscher Uniform der kaiserlichen Armee und in ungarischer Uniform zeigen. Sie sind ganz offensichtlich in einem Photoatelier aufgenommen, da sie alle Merkmale der Personenphotographie aus dem 19. / frühen 20. Jahrhundert tragen. Die Photos sind in Postkartenform mit dem Vermerk "Kriegsgefangenensendung - Deutschland" in deutscher und russischer Sprache im Oktober und November 1917 in Rowenki aufgegeben worden und kamen ca 6 Wochen später (Poststempel!) in Berlin an.

Rowenki ist eine kleine Stadt in der östlichen Ukraine, südlich von Woronesch und nicht weit westlich des Don gelegen. Dort muß im I. Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager für gefangene Soldaten der Mittelmächte Deutschland und Österreich- Ungarn bestanden haben.

Nun weiß man, daß Kriegsgefangene auch im zaristischen Rußland des I. Weltkrieges keineswegs auf Rosen gebettet waren. Die auf den Photos aus Rowenki dargestellten Soldaten (es handelt sich nicht um Offiziere!), darunter der Vater meines Cousins, Herman Tschechne, geb. 1897, sehen aber gesund und gut genährt aus und tragen saubere, intakte Uniformen und Stiefel beziehungsweise Zivilkleidung mit weißen Hemden. Zudem haben sie sich in einem Photoatelier photographieren lassen und standen in Postverbindung mit ihren Angehörigen in Deutschland - und das zur Zeit der bolschewistischen Oktoberrevolution 1917.

Mein kanadischer Cousin fragt, wie das wohl angehen kann. Sein Vater hat nach der Heimkehr wohl im Jahr 1919 bis zu seinem Tode 1944 über seine Erlebnisse in Krieg und Gefangenschaft nicht geredet.

Kann jemand dazu beitragen, diesen weißen Fleck in der Familiengeschichte meines kanadischen Cousins Herbert Tschechne zu füllen? - Ich bin für jeden Hinwies dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid (Behnken geb. Tschechne)

Hallo Ingrid

Nicht alle Kriegsgefangene in Russland wurden schlecht behandelt. Bekannte habe uns selten Erlebnisseberichte erz�hlt. Es war besonders schlimm mit dem was Frauen Ende '44 und Anfang '45 in Ostpreussen erlebt haben. Es wurde verarbeitet und nicht wieder ausgegraben weil es oft zu schmerzhaft war.

Uwe

Uwe-Karsten Krickhahn
Medicine Hat, Alberta
Canada
www.kartenmeister.com
Erweiterte Suchm�glichkeiten in deutscher Anleitung auf
http://wiki-de.genealogy.net/Kartenmeister

Hier sollte man zu erst einmal nachsehen:

http://wiki-de.genealogy.net/Die_Kriegsgefangenen_in_Rußland_im_Ersten_Weltkrieg

Viel Gl�ck!
E. Weicbhrodt