Hallo,
wieso sollen sich die Meldebehörden durch Bundesgesetz als Hilfskräfte von
Adressenhändlern betätigen? Hat noch kein Datenschützer aufgeschrien? - Weiß
jemand mehr?
MfG Eugen Volkert
HJS | genealogie <genealogie@selbach.at> hat am 4. Juli 2012 um 12:45
geschrieben:
Hallo Liste,
dass Meldeämter persönliche Daten der Bürger weitergeben, ist nicht neu,
jedenfalls nicht in BaWü. So wird jeder neu zugezogene Bürger z.B. der GEMA
weitergemeldet, die dann genau darauf schaut, ob der Bürger auch sein Radio
anmeldet. Auch die Weitergabe an andere Vereine und Verbände ist möglich,
wenn ich dem nicht zuvor widerspreche. So erhielt ich z.B. eine Aufforderung
einer mir völlig unbekannten ärztlichen Einrichtung in einem 20 km
entfernten Ort, mich dort zwecks einer Vorsorgeuntersuchung einzufinden.
Mein Anruf dort ergab, dass die Daten aus meinem Rathaus kämen.
Ich bin sofort auf dem Rathaus gewesen und habe dort unterschrieben, dass
ich die Weitergabe an andere Vereine, Verbände etc. untersage, muss dann
allerdings auch in Kauf nehmen, dass ich in keiner öffentlichen
Adressen-Liste auftauche. Das war vor 2 Jahren! Seitdem habe ich noch
nichts wieder bemerkt.
Margot (Dierenfeld)
madikork@kabelbw.de
www.wickel-genealogie.de = siehe Linkliste:
Genealogie-Links von Forschern für Forscher
Hallo aus Österreich,
was mich am meisten daran wundert:
In Deutschland verdient eine Behörde Geld mit privaten aktuellen Daten.
Im Bundesarchivgesetz steht folgendes:
Nach § 5 steht mehr als 30 Jahre zurückliegendes Archivgut im Allgemeinen
der Forschung offen. Archivgut des Bundes, das sich auf natürliche Personen
bezieht, darf erst 30 Jahre nach dem Tode der Betroffenen durch Dritte
benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht oder nur mit unvertretbarem Aufwand
festzustellen, endet die Schutzfrist 110 Jahre nach der Geburt des
Betroffenen.
Da muß man sich nicht wunder, dass man täglich von irgendwelchen
"Callcentern", die an nicht nachvollziehbaren Plätzen ihr Unwesen treiben
belästigt wird. Ganz zu schweigen von den Papierfluten, die einen jeden Tag
erreichen.
Wozu hat man denn die Datenschutzbeauftragten eingeführt, alle werden hier
zu "Schildbürgern" und keiner regt sich auf.
Hans