Das Ostpreußenblatt, September 1955, Folge 37, Teil 1

Folge 37 vom 10.09.1955

Seite 1 Foto. Wir sind alle aus Ostpreußen
Wer von euch ist aus Ostpreußen?, fragte der Fotograf eine Gruppe von Kindern auf der Spielwiese der Ostpreußensiedlung in Berlin-Steglitz. Wir sind alle aus Ostpreußen!, so riefen sie. Auf dem Bilde sehen wir nur einen kleinen Teil der ostpreußischen Kinder, die in dem elfgeschossigen Hochhaus „Königsberg“, im Hintergrund der Aufnahme, wohnen. So gut wie die Jugend dieser Siedlung haben es die Kinder vieler anderer Landsleute in Berlin nicht; sie müssen in grauen Mietskasernen und in behelfsmäßigen Kellerräumen wohnen, und ihr Spielplatz ist die Straße.
Ob sie in menschenwürdigen Wohnungen leben oder aber zusammengepfercht in irgend einem dunklen Raum, für die ostpreußischen Kinder, für die Ostpreußen gibt es nur eine Lösung, die Rückkehr in die Heimat, aus der man uns vertrieben hat.
Das von neuem zu sagen, ist auch der Sinn des Tages der Deutschen, den wir am 10. und 11. September 1955 in Berlin begehen werden.

Seite 4 Sagen, was ist. Zum 75. Geburtstag von Paul Fechter. Von Ilse Molzahn. Mit einem Foto von Paul Fechter.
Es ist nicht so einfach, jemand zu gratulieren, wie der freundliche Leser vielleicht annimmt, besonders dann nicht, wenn es um Paul Fechter geht, der in Elbing, der Stadt, die neben Danzig die zweitgrößte des Weichsellandes ist, am 14. September 1880 geboren wurde. Er hat wie kaum ein anderer die schlichte Forderung: Sagen, was ist, auf das Vorbildlichste in seinen Büchern und Schriften erfüllt, ohne sich in irgendeiner Weise wichtig zu nehmen oder das, was man heute als sein Lebenswerk bezeichnen kann, als eine besondere Leistung, geschweige denn als Arbeit zu betrachten.

Diese Gelassenheit in allen Dingen, besonders dann, wenn sie ihn selber angehen, verdankt er zunächst Elbing, seinen Kindheits- und Jugendjahren in einer Welt, die uns Heutigen mehr wie ein Traum und nicht wie eine einmal gelebte Wirklichkeit erscheinen mag, weil in dieser Welt noch alles beieinander, zugehörig und stimmend war.

Da ist zunächst ein altes Haus, birnbaumbeschattet, dahinter ein großer Garten, der wie der Zimmerplatz, dem Eigentum des Vaters, bis zum Fluß, dem Elbing, hinabreicht, dem die Stadt ihren Namen verdankt und Paul Fechter wohl die ersten entscheidensten Eindrücke vom Wasser, seiner Sehnsucht erweckenden Weite, seinem Strömen, Fließen, Raunen; die abendliche Heimkehr des Dampfers, Kalhlberg, der mit den Ausflüglern von der See zurückkam, Stimmen, Lachen, Lihter, die melancholischen Ziehharmonikaklänge, all das vorübergleitend, geheimisvoll versinkend in Stille, Nacht und Sterne, während der Knabe Paul Fechter an der Hand der stets fröhlichen, vitalen Mutter in das noch von Petroleumlampen erhellte Haus zurückgebracht wurde, in dem es noch keine Wasserleitung gab, das vom Geruch des Holzfeuers anheimelnd durchzogen war. Und dann der Winter, wenn mächtige Kachelöfen, mit dicken Holzkloben beheizt, eine behagliche Wärme ausströmten, vom Fenster her die ruhige Stimme des Vaters verkündete: Es schneet, und nicht: es schneit, wie man bei uns zu Lande sagen würde. Nichts in dem Elternhaus Paul Fechters war auf Unruhe oder gar auf Hetze eingestellt, alles vollzog sich dort noch geruhsam, bedachtsam, mit der unendlichen Behaglichkeit eines gesicherten Lebens.

So ist es verständlich, dass Paul Fechter in einem seiner letzten und schönsten Bücher, das die Geschichte seiner Jugend enthält, nämlich in, Zwischen Haff und Weichsel, erzählt, dass sich seine Kindheit fast traumhaft vollzog, sich sein Bild von der Welt und ihren Menschen, von der Stadt Elbing und ihrer Vergangenheit folgerichtig vom Allermächsten aus entwickelte. Sein besonderes Glück bestand darin, dass er alles andere als ein aufgewecktes Kind war. Gerade dieses In-sich-ruhende, Abwartende, man könnte auch sagen sich dem kreatürlichen Wachsen fast träge Überlassende, das von keinem Menschen auch nicht durch die Eltern gehindert wurde, legte sich wie ein schützender Mantel um die Substanz, die nur dann etwas wert ist, wenn sie nicht vorzeitig geweckt, sondern von jenen geheimnisvollen Kräften gespeist und genährt wird, wie sie ein harmonisches Elternhaus, das wunderbar Ineinanderklingende von Landschaft und Umwelt kleinerer Städte, vor allem im Osten, zu geben vermögen.

Es gibt gute Menschen, es gibt schlechte Menschen, und es gibt Elbinger, lautet ein echt östlicher Ausspruch. Der Schriftsteller Paul Fechter hat es sich stets als schönste Tugend angerechnet, zunächst ein Elbinger zu sein. Diese Eigenschaft, Elbinger zu sein, läuft parallel mit jener nicht zu unterschätzenden Eigenschaft, nicht nur Fechter zu heißen, sondern nach Möglichkeit auch ein Fechter zu sein. Er hat es oft genug bewiesen, und das Leben hat ihm dafür manchen Knüppel über den Weg geworfen. Um die Knüppel ist Paul Fechter stets herumgegangen, leicht, elegant, überlegen, trotz seiner festen gedrungen Ostgestalt, denn er ist nicht für Knüppel, die fasst er gar nicht erst an, er ist für ein weniger grobes Zupacken, daher wählte er entsprechend seinem Namen als Waffe das Florett. Dieses Florett, mit dem er auf eine, man darf wohl sagen vollkommene Weise auch heute noch ficht, ist das Wort.

Es gibt nicht viele Schriftsteller, vor allem nicht in der jüngeren Generation, die mit der deutschen Sprache so gut umzugehen wissen, sie so überlegen beherrschen wie Paul Fechter. Sagen, was ist, heißt der lapidare Satz, den man von ihm, dem Förderer vieler junger Talente, dem Wegbereiter mancher Begabungen immer wieder zu hören bekommt, wenn man in zuweilen um einen Rat bittet. Und gerade dieses Sagen, was ist, so selbstverständlich das auch klingen mag, gehört mit zu den schwersten Aufgaben. Es bedeutet nicht nur objektiv sein und scharf sehen können, es bedeutet gleichzeitig eine Art Selbstbescheidung, ein Sichzurücknehmen um der Sache willen, zugunsten dessen, was gesagt werden soll, damit der Leser es ohne weiteres annimmt, versteht, davon fasziniert ist. Und darin ist Paul Fechter ein Meister. Welche Themen er auch aufgreift, als Kulturhistoriker, Kritiker, Essayist, Romanschriftsteller, Dramatiker oder Feuilletonist, er wird sich nie in Regionen versteigen, wo im angenehmen Schummerlicht große, meist die eigne Unwissenheit bewusst verdunkelnde Worte das, was ist, nicht mehr erkennbar werden lassen. Stets geht es ihm um Klarheit, Realität und Tatsächliches, und das Seltsame; es gibt kaum ein Gebiet unseres vergangenen wie auch des gegenwärtigen Lebens, sei es in der Literatur, der Geschichte der Philosophie, aber auch auf dem Gebiet der Mathematik, Technik und Physik, auf dem Paul Fechter sich nicht auskennt, so dass auf ihn das Wort vom enzyklopädistischen Wissen vortrefflich passt.

Dieses verdant er wohl zunächst seinem überragenden Gedächtnis, dann aber vor allem seinem bereits auf dem Athenaeum Elbingense, dem humanistischen Gymasium seiner Vaterstadt gut fundiertem Wissen. Er verdankt es einen vortrefflichen Lehrern, die sich nicht nur Respekt, noch im alten Sinne zu verschaffen wussten, sondern daneben auch vorzügliche Pädagogen waren, denen bei einem etwas bequemen, um nicht zu sagen faulen Schüler, wie es Paul Fechter nach seinem eigenen Bericht stets war, im richtigen Augenblick das richtige Wort einfiel.

So ergab es sich einmal, dass dieser nicht eben fleißige Schüler bei einer ihm recht gut gelungenen in der Schule niedergeschriebenen Stilübung keineswegs, wie doch zu erwarten war, gelobt wurde, vielmehr wurde ihm das bewusste Heft von seinem Lehrer, es war der Direktor des Elbinger Gymnasiums mit Namen Gronau, verächtlich über die Köpfe der anderen Mitschüler weg mit den harten Worten hingeworfen: Wenn nischt kostet! Der vortreffliche Mann wusste sehr wohl, dass sein Schüler Fechter, dan seines guten Gedächtnisses, seiner angeborenen Begabung geschickt zu formulieren, aber nicht auf Grund seines Fleißes, einer nach mehr verlangenden Intensität diese gute Arbeit geliefert hatte. Und sein Wort saß, sein abfälliges Urteil truf reiche Früchte.

Es kam das Erwachen, Erkennen und Aufnehmen, an dem das Elternhaus Paul Fechters einen nicht unerheblichen Anteil hatte. Entstammte doch seine Mutter einer Königsberger Altphilologen-Familie, der Vater wiederum einer alteingesessenen Elbinger Bürger- und Handwerkergeneration, deren Ursprung in der Niederung zwischen Drausensee und Elbinger Höhe, auf das Gut Eichwalde, zurückgeführt wird. Der Vater war ein ruhiger, besinnlicher Mann mit vielseitigen, zum Teil Gelehrten-Interessen, trotz sines Umgangs mit den Zimmerleuten, die nicht nur nach Schweiß, sondern zuweilen im Winter auch nach Schnaps rochen und ihren Bauherrn noch mit Meister anredeten, und nicht mit Chef. Die besondere Vielseitigkeit seiner geistigen Welt gewährte dem Sohn von vornherein jedwede Unterstützung, ob es sich nun um Anschaffung klassischer Literatur, damals in Reklambändchen für ein paar Dittchen zu haben, oder um die notwendigen Requisiten für chemische oder physikalische Experimente handelte, der Vater machte alles mit, während die lebhafte, geistig rege Mutter für die ersten Theaterbesuche zuständig war, bei denen der Schüler Fechter sie begleiten durfte. Hauptmann und Ibsen, die damals Modernen, aber auch Schillers Räuber und Don Carlos bereiteten dem zukünftigen Theaterkritiker den Weg, trotz, oder vielleicht der Aufführungen.

Das Wort wurde dennoch Gestalt, bemächtigte sich der noch halb im Unwirklichen träumenden Seele des jungen Paul Fechter. Wenn der Begeisterte glaubte bei einer Dichtung, einem Theaterstück, einem guten Buch, oder auch gerade wegen mancher Unzulänglichkeit auch bei der Weite und Größe der Elbinger Landschaft das Beste und Höchste erkannt und erlebt zu haben, so sagte Vater Fechter: Ja, ja, aber sieh dir erst mal das an, und steigerte von seiner eignen, besonderen Vorstellungswelt aus die Sehnsucht des Sohnes nach immer Größerem und Besserem.

Diesem Größeren und Besseren stets auf den Fersen zu bleiben, ist das eigentliche Lebenswerk Paul Fechters, der noch vor Beginn des neuen Jahrhunderts sein Abitur machte, noch ehe die zunehmende Industrialisierung dem Handwerk das Leben erschwerte, die Schichau-Werke nicht mehr nur willkommene Arbeitgeber waren, sondern zuletzt über das väterliche Anwesen hinauswuchsen. Die alte Sehnsucht des Vaters nach dem Westen wurde späte Wirklichkeit; er zog mit der Familie nach Osterode am Harz, wo er bald darauf starb.

Paul Fechter studierte zunächst in Dresden und in Berlin. Auf Umwegen über das Studium zum Bauingenieur, über Mathematik und Physik kam er zum Schreiben, als wäre er bereits damals schon ganz bewusst der Literatur, diesem immer etwas zweilichtigen und verdächtigen Bereich des geistigen Lebens aus dem Wege gegangen, zugunsten der sauberen und exakten Wissenschaften. Und wenn er dann doch zur Literatur kam, man ihn heute einen Meister des Wortes nennen darf, so gewiss nur deshalb, weil sich Paul Fechter wie kein anderer stets ein leises Misstrauen gerade gegenüber dem Wort bewahrt hat. Diese seine Vorsicht und Zurückhaltung hat ihn zum Meister gemacht. Während er mit unendlichem Fleiß, er selber nennt es Faulheit, und größter Konzentration Seite um Seite füllt, gelingt es ihm immer, sich selbst und sein eigentliches Wesen dabei ein wenig herauszuhalten, weil er sich selbst und sein Schaffen nicht ganz wichtig zu nehmen vermag. Er besitzt weder ein eignes Arbeitszimmer noch eine Schreibmaschine, oder gar einen Schreibtisch. Irgend ein Raum, im Sommer ist es sein kleiner, verwildeter Garten, irgend ein Stuhl genügen ihm, mit dem Schreibblock auf den Knien, dem Füllfederhalter in der Hand sein Tagwerk zu erfüllen. Weil ihm die handwerkliche Tüchtigkeit von den Vorfahren her viel wesentlicher und wichtiger erscheint als die ganze Schreiberei, nennt er sich mit Vorliebe einen, Tischler.

Sein Lebenswerk, vielseitig und umfassend, lässt sich schwer in irgend eine Gattung der Literatur einordnen. Als eine mit dem Hause Fechter befreundete Malerin, es war Ottilie Kollwitz, die Schwiegertochter von Käthe Kollwitz, als wieder einmal die Frage; wer und was ist eigentlich Paul Fechter, ins Gespräch geworfen wurde, impulsiv ausrief: Ich meine, er ist ein Verfertiger hübscher Weihnachtsgeschenke, nahm der also Bezeichnete das Prädikat begeistert auf. Wir setzen hinzu, dass es so viele Weihnchten im Leben gar nicht gibt, um die Geschenke, wie sie uns Paul Fechter mit seinen vielen, heiteren und schönen Büchern bereitet hat, unterzubringen.

Seite 5 Landsleute kamen aus der Sowjetuinion
Im August 1955 sind aus russischer Gefangenschaft folgende Landsleute als Einzelriesende im Grenzdurchgangslager Friedland eingetroffen und in ihre neuen Wohnorte wietergeleitet worden:
1. Hermann Böhm, geb. 15. September 1889, aus Königsberg, Wohnort im Jahre 1939
2. Elsa Endrulat, geb. 19. Mai 1926, aus königsberg
3. Harry Hartwich, geb. 8. August 1930, aus Zinten
4. Eva Hoffmann, geb. 26. Januar 1926, aus Fuchsberg bei Königsberg
5. Karl Schwarz, geb. 4. September 1910, aus Königsberg
6. Martha Imlau, geb. 12. April 1911, aus Cranz
7. Herta Joop, geb. 13. Juni 1915, aus Königsberg
8. Kurt Lemke, geb. 24. September 1929, aus Mossicken, Samland
9. Käthe Romey, geb. 24. Juli 1920, aus Königsberg
10. Gisela Schiedler, geb. 12. Dezember 1933, aus Könisberg
11. Rudolf Tondar, geb. 24. Dezember 1929, aus Napratten, Heilsberg
12. Gustav Witt, geb. 4. Januar 1924, aus Kipitten, Bartenstein
13. Frieda Zielka, geb. 29. März 1920, aus Gauleden, Wehlau
Weiter noch vier Kinder von hier genannten Landsleuten

Seite 5 Ermländische Geistliche im sowjetischen Gefängnis
Der frühere Generalvikar des Bistums Ermland, Dr. Marquardt, sowie Domvikar Parschau, ehemaliger Sekretär des Bischofs von Ermland, befinden sich gegenwärtig noch in der Strafanstalt Alexanderoskoje bei Irkutsk am Baikalsee, berichtete der kürzlich aus sowjetischer Kreigsgefangenschaft entlassene Legationsrat der deutschen Botschaft in Moskau, Dr. Breet. Den beiden geistlichen wird, Spionage, vorgeworden.

Seite 6 Ebenrode, Stallupönen
Gesucht werden:
Fräulein Anna Mannke; Fräulein Gerda Krutzke und Frau Liesbeth Lohmeier, geb. Krutzke, aus Katten. Sie sollen 1949 aus der Sowjetunion zurückgekehrt sein.
Gesucht werden ferner: Heinrich Trippe aus Alexbrück; Erich Schildhauer aus Schellendorf; Bauer Viktor Kappus aus Hollenau, im Februar aus Buchholz, Kreis Pr.-Eylau, verschleppt; Frau Elisabeth Geruhn, aus Kattenau, nach Russland verschleppt gewesen und zurückgekehrt, und Gastwirt Kurt Mehl, aus Ebenrode, Alter Markt

Seite 6 Angerburg
Gesucht werden aus Angerburg: Helene Lenz; Oskar Hein; Maria Babiel; Herbert Danoehl; Helga Maria Pockrandt, geb. Augustin; Paul Rathke und Franz Alexander.

Aus Benkheim: Therese Kühnelt.

Aus Bergensee: Heinz Kuklinski

Aus Jakussen: Ewald Volksmann

Aus Kerschken: Kurt Demant

Aus Lissen: Auguste Gessat und Martha Skedzuhn

Aus Ostau: Arthur Jahnke; Otto Ollesch und Johanna Plappins

Aus Salpen: Irmgard Conrad

Aus Siewken: Anna Hoffmann

Aus Soldahnen: Paul Treczack

Aus Talheim: Karl Pauluhn

Aus Wenzken: Renate Schmidt und Willi Karath

Aus Wensen: Martha Beutner

Seite 6 Amtliche Bekanntmachungen

UR. II 6, 6, /55 Beschluss
Im Verfahren wegen Todeserklärung des
a) am 28.02.1876 in Alt-Karzewischken, Kreis Tilsit, Ostpreußen, geb. Friedrich Bendig und der
b) am 27.08.1873 in Schilwen, geb. Anna Bendig, geb. Kurlinkus, beide zueltzt wohnhaft in Ansorge, Kreis Elchniederung bei Sköpen
1. Der am 28.02.1876 geborene Friedrich Bendig und die am 27.08.1873 geborene Anna Bendig, geb. Kurlinkus, werden für tot erklärt.
2. Als Zeitpunkt des Todes wird der 31.12.1945, 24.00 Uhr, festgestellt.
3. Die Entscheidung ergeht gebührenfrei.
Amtsgericht Waldmohr

Aufgebot
Die Witwe Elise Augustin, geb. Romeike, in Wätzum Nr. 1 A hat beantragt, die verschollene Sekretärin Anita Augustin, Zivilistin, geboren am 1. September 1901 zu Königsberg Pr., zuletzt wohnhaft in Königsberg Pr., Zeppelinstraße Nr. 6, für tot zu erklären. Die bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich bis zum 10. Dezember 1955 bei dem hiesigen Gericht, Zimmer Nr. 9, zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen kann. An alle, die Auskunft über Leben und Tod der Verschollenen geben können, ergeht die Aufforderung, dem Gericht bis zu dem angegebenen Zeitpunkt Anzeige zu machen.
Amtsgericht Hildesheim, 29. August 1955, Bahnhofsallee nr. 11
II 143/55

Beschluss
Es werden für tot erklärt:
a) der Bauer Wilhelm Mattern, geboren am 19. September 1870 zu Kahlau, Kreis Mohrungen, zuletzt wohnhaft gewesen in Löpen, Ostpreußen, Zivilist
b) das Kind Hildegard Lokatis, geboren am 15. August 1940 zu Rastenburg, zuletzt wohnhaft gewesen in Langheim, Kreis Rastenburg, Ostpreußen.
Als Zeitpunkt des Todes wird der 31. Dezember 1945, 24 Uhr festgestellt.
Amtsgericht Hildesheim, 01.09.1955
14 II 227/54, 46/55

53 II 57/55 Aufgebot
Die Tochter des Invalidenrentners Johann Cieszynski, Gertrud Cieszynski, Essen, Köln, Mindener Straße 99, hat beantragt, ihren oben genannten Vater, geboren am 23.12.1863 in Marienfeld, Kreis Bromberg, zuletzt wohnhaft gewesen in Pludau, Kreis Fischhausen, Samland, Ostpreußen, für tot zu erklären, weil er während des letzten Krieges vermisst ist. Zuletzt war er in Gotenhafen im Krankenhaus. Der Verschollene wird aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermin, am 8. November 1955, 9 Uhr, dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 147, Nachricht zu geben, widrigenfalls er für tot erklärt werden wird. Alle, die Auskunft über Leben und Tod des Verschollenen erteilen können, werden gebeten, dies spätestens im Aufgebotstermin dem Gericht anzuzeigen.
Essen, den 29. August 1955 Das Amtsgericht