Hallo Marco,
bez�glich der Orte Striegau, J�rischau und Haidau findest du Informationen
auf meiner HP
-> http://www.schweidnitz.net
Ich habe leider noch keine Auswertung aller einschl�gigen
Bestandsverzeichnisse bez�glich KB und Standesamtsregister integriert,
weil mir ganz einfach die Zeit f�r solche Aufgaben fehlt. Leider!
Es gab in Striegau eine katholische Kirche, St. Peter & Paul, mit dem
h�chsten Kirchenschiff Schlesiens. Die Stadtpfarrkirche St. Peter & Paul
wurde um 1540 evangelisch und im Ergebniss des 30j�hrigen Krieges wieder
endg�ltig an die Katholiken zur�ck gegeben. Die KB begannen 1589 (Taufen),
1696 (Begr�bnisse) und 1590 (Trauungen). Filialkirchen waren Gutschdorf
und L�ssen. Die Kirche in H�slicht war M.a. der Kirche in Striegau.
Im Erzbistum Breslau liegen nur katholische B�cher bis max. 1731, lt. dem
Pfarrb�cherverzeichnis. Ein grosser Teil davon sind auch rein evangelische
B�cher.
Es ist ja ein allgemeines Problem, das z.B. die ehemaligen Striegauer
Einwohner f�r die Restauration der Orgel in der Kirche St. Peter & Paul
viel Geld gespendet haben, dass aber auf der anderen Seite keiner wei�,
welche KB heute noch in der Kirche liegen. Es entspricht ja auch eher der
polnischen Mentalit�t zu nehmen als zu geben. OK, auch ich kenne gen�gend
Ausnahmen davon, aber es sind halt Ausnahmen.
Zu den Evangelischen.
Die Stadtpfarrkirche St. Peter & Paul wurde um 1530/40 evangelisch. Im
Zuge des 30j�hrigen Krieges wurde die Kirche in den Jahre 1629-32 und
endg�ltig nach Ende des Krieges, im Zuge der sogenannten Kirchenreduktion,
an die Katholiken �bergeben.
Die evangelischen Bewohner hielten sich wahrscheinlich zuerst nach
Gr�nowitz im Liegnitzer F�rstentum und 1652 zur Friedenskirche in Jauer
bzw. Schweidnitz. Nach dem Besitzwechsel Schlesiens an Preu�en, fanden
schon 1741 erste kirchliche Dienste in Rathaussaal statt, bevor 1742 das
ev. Bethaus errichtet wurde. Infolge des schlechten Baugrundes wurde die
unter gro�en Opfern erbaute Bethauskirche auf der Schweidnitzer Stra�e
bauf�llig und mu�te wegen drohender Einsturzgefahr schlie�lich polizeilich
geschlossen werden.
Die Kirche des Karmeliterklosters wurde den Evangelischen 1813 von der
Staatsbeh�rde �berlassen und von der evangelischen Gemeinde von 1817-1819
v�llig umgebaut. Die Einweihung fand statt am 7.11.1819. Die KB begannen
1741 (Taufen, Begr�bnisse) und 1742 (Trauungen).
Die erhaltenen und somit bekannten Best�nde an KB der evangelischen Kirche
f�r den Zeitraum 1811-1860 sind wohl komplett durch die Mormonen verfilmt.
Diese Reihe weisst aber gro�e L�cken auf. (Das gerade die f�r mich
pers�nlich wichtigen Jahrg�nge fehlen, kann man sich ja fast denken.)
Dieser verfilmte Bestand ist aber nirgends richtig nachgewiesen. Ich
pers�nlich gehe davon aus, dass es sich hier um die 96 Akteneinheiten
handelt, welche vor ca. 2 Jahren vom Staatsarchiv in Gottesberg nach
Kamenz umgelagert wurden. Mir war es bis heute nicht m�glich, auch unter
Einschaltung guter Kontakte nach Polen, den genauen Inhalt dieser
Akteneinheiten zu ermittels. Er sei noch nicht genau erfasst. Man m�sste
also einmal nach Kamenz fahren und sich alles vorlegen lassen. Interesse
h�tte ich schon, aber....
Striegau war 1945 Frontgebiet, es ist sehr viel an "Menschen und Material"
vernichtet wurden. Einmal durch die Kampfhandlungen und auch nach
Kriegsende, als die Russen z.B. die Akten des Amtsgerichts auf die Strasse
warfen oder die neu erstellte Striegauer Chronik verloren ging oder sp�ter
Stadtangestellten alte schwere Folienb�nde als Altpapier verkauften,
einfach um �berleben zu k�nnen.
Wer sich konkret f�r diese Zeit interessiert sollte folgendes Buch lesen:
Bojanowski, Martin Dr.; Bosdorf, Erich: Striegau. Schicksale einer
schlesischen Stadt. [u.a. 2001 als Nachdruck]. Norderstedt: Book on Demand
GmbH (2001). Zu beziehen �ber den Buchandel oder die BHG Striegau.
Aber nichts f�r schwache Nerven.
Wer sich f�r die Zeit 1945/48 in der Gegend der Kreise Bolkenhain,
Neumarkt und Schweidnitz interessiert, sollte dieses Buch lesen:
Verlag Paul Neumann: Schlesien. Die letzten Tage im Kampf um Deutschlands
reichste Provinz. Das Verbrechen der Vertreibung. Velen: Paul Neumann (um
1980).
Es ist eine Sammlung verschiedenster Augenzeugenberichte, welche meist
vorher in der Zeitschrift "Bote aus dem schles. Burgenland" erschienen
waren.
Es war schon sehr erschreckend, wie wenig die einige Teilnehmer der
letzten Diskussion �ber Flucht und Vertreibung �ber dieses Thema wussten.
Wie Verbrechen durch andere Verbrechen endschuldigt wurden, was wohl weder
mit einer humanistischen noch einer christlichen Weltanschauung m�glich
ist. Verbrechen sind Verbrechen, egal durch wen begangen oder durch wen
provoziert. Aber das nur am Rande.
und tschuess...
...Volker