Liebe Listenfreunde,
da derzeit leider Bibliotheksbesuche schwierig sind, habe ich eine große Bitte.
Besitzt jemand das Buch von Benedict Ostmann „Bürgeraufnahmen von Saarbrücken und St. Johann: 1593 - 1798“ und könnte für mich nachsehen, ob Matthias Dolbier ( andere Schreibweisen:Mathias, Matheis, Dollbier, Dolpier, Dulbier, Dulberius) vorkommt. Er war Hofschneider und 1606 Bürgermeister von Saarbrücken. Somit müsste er als Zugezogener um 1600 oder früher die Bürgerrechte erhalten haben.
Lieber Peter,
es gibt keine verzeichnete Bürgeraufnahme von Mathias Dolbier. In meinem jüngsten Artikel, in dem ich mich um die gesamte Familie Dolbier gekümmert habe und der gerade in dem jüngsten Jahresband der ASF erschienen ist, nehme ich hierauf auch Bezug.
Eine Bürgeraufnahme wäre auch für mich schön gewesen, aber leider reichen die Akten nicht so weit zurück bzw. sind in den spärlichen Unterlagen in dem fraglichen Zeitraum keine Informationen dazu. Insofern blieb nur eine Eingrenzung, ab wann er ungefähr in Saarbrücken lebte.
Viele Grüße
Benedict (Ostmann)
Hallo Peter,
in: Fritz Kirchner „Auszüge aus den Stadtgerichtsprotokollen Saarbrücken und St.Johann 1557-1670“
ist Matthes DOLBIER am 29.10.1599 als Bürge für Peter STEPP erwähnt. Sollte dich der Eintrag interessieren sage bitte Bescheid.
Grüße aus dem leicht verschneiten Allgäu
Wolfgang (Scherer)
vielen herzlichen Dank für diese und die anschließende Mail, auf die ich geantwortet habe (ich hoffe sie kommt über die „komische“ Antwort-Adresse an). Meine e-Mail-Adresse lautet k-peter-s@web.de.
vielen Dank für das Durschschauen des Kirchner-Buchs. Die Information finde ich sehr hilfreich. Das Auftreten als Bürge zeigt, dass Matthias bereits vor 1599 selbst eingebürgert wurde (sont hätte er ja nicht bürgen können, wenn ich das richtig verstehe). Es wäre schön, wenn Du mir den Eintrag zusenden könntest (auch privat: k-peter-s@web.de).
Liebe Grüße aus dem ebenfalls verschneiten, gar nicht so weit entfernten, oberbayrischen Fünfseenland
Peter (Stefan)
beim Stichwort „Saarbrücken“ bin ich aufmerksam geworden. Zwei Menschen in meiner AL sind mit der Stadt verbunden: Hans Conrad Wislpach, Tefeldecker beim Fürsten von Saarbrücken (gestorben vor 1680), sowie Philipp Bernhard Theyson, gestorben vor 1649. Darf ich fragn, ob diese Personen im Buch verzeichnet sind?
Hallo Kurt,
1.
Hans Conrath WÜLSPACH, so schreibt er sich in der Bürgeraufnahme, wurde im Jahr 1667/1668 Bürger in Saarbrücken, von Beruf „gewesener herrschaftlicher Tafeldecker“ und stammte aus „Durchroth im Ambt Meisenheimb“. Das genau Datum der Bürgeraufnahme kann nicht mehr ermittelt werden, er zahlte jedoch für seine Bürgeraufnahme Geld, welches in der Meierei-Rechnung der ehem. Stadt Saarbrücken des Jahres 1667/1668 verzeichnet ist. vgl. in meinem oben genannten Buch, Seite 249, lfd. Nr. 2386.
Für Philipp Bernhard Theyson ist keine Bürgeraufnahme zu ermitteln, die in den Unterlagen im Stadtarchiv in Saarbrücken verzeichnet ist. Von ihm weiß ich jedoch soviel: Er war Metzger, wird am 11.06.1644 in Saarbrücken als Pate genannt und lebte1645 bereits in Hornbach. Wer seine Eltern waren, ist nicht zu ermitteln. Bisher fehlt eine definitive Quelle, die seine Eltern nachweist. Alle Akten weigern sich hartnäckig Auskunft zu liefern. Er muss zwischen 29.08.1645 (Taufe des Sohnes Hans Matthes) und vermutl. Februar 1648, ebenfalls vermutl., in Hornbach verstorben sein. Seine Witwe heiratet am 13.02.1649 erneut. Verheiratet war er nach dem 14.02.1644 (an diesem Datum ist die Ehefrau als Patin in Saarbrücken noch ledig) und vor Ende August 1645 (Geburt Sohn Hans Matthes in Hornbach), also vermutlich Ende 1644 mit Anna Catharina WEBER, T. v. Johann Bernhard W., Pfarrer zu Bischmisheim, und Brigitte RÜDINGER. (Hinweis: Die Kirchenbücher der ehem. Stadt Saarbrücken (heute Alt-Saarbrücken) verzeichnen Heiraten nur für die Jahre 1635, 1641, dann wieder ab 1657, dazwischen sind große Lücken. In St. Johann ist die Lage vergleichbar.) Zu seiner Ehefrau wäre noch zu sagen, dass sie etwa um 1617 (geschätzt nach ihrer Patenschaft 1631 in Saarbrücken) geboren und nach dem 09.09.1684, jedoch vor dem 20.01.1695 vermutl. in Hornbach (wird in der Kopfsteuerliste 1695 nicht genannt) gestorben sein muss. Sie heiratete in zweiter Ehe am 13.02.1649 in Hornbach Johann HENCHEN (und ähnliche Schreibweisen), Viehhändler, 1649 Metzger in Hornbach, vermutlich aus Fürstenhausen (heute Ortsteil von Völklingen) stammend.
Aus der Ehe Theyson/Weber stammen drei Kinder, die mir bekannt sind (Hans Matthes, Hans Michael und Sara Margreth). Hans Matthes wird am 29.08.1645 in Zweibrücken getauft und stirbt nach Beginn des Jahres 1696 aber vor Lichtmess 1698 und hatte Agatha NEUHARDT etwa 1671/1672 in Hornbach geheiratet. Hans Michael müsste errechnet vermutlich Ende 1646 geboren sein, denn er stirbt am 19.01.1729 in Hornbach mit 83 Jahren und war seit dem 16.03.1675 in Hornbach mit Johannetta, T.v. Andreas WILD und Elisabeth WEBER aus Hornbach verheiratet. Die Tochter Sara Margetha dürfte etwa 1647/1648 geboren sein, und stirbt nach 1699, jedoch vor 1704 und hatte 1670 in Hornbach Johann CARBON, Ölmüller, Gerichtsschöffe und Ratsverwandten zu Hornbach geheiratet.
Hallo Kurt,
der Name Theyson hat mich etas elektrisiert. Angeblich hat eine Dolbier-Tochter (* um 1610) einen Hans Ebert Thaison/ Johann Eberhard Taixon geheiratet. Hast Du ggf. irgendwelche Infos zu „Deinem“ Philipp Bernhard Theyson, die zu diesem Bild passen könnten?
ganz herzlichen Dank für diese tolle Hilfe! Ich stamme von Hans Michael Theyson und dessen Sohn Conrad ab, der in Hornbach Metzger und Bürgermeister war. Hans Conrad Wilpach hatte zwei Töchter, von beiden stamme ich ab. Daten kann ich gerne bei Bedarf liefern.
von den Theysons sind mir nur Philipp Bernhard und seine beiden Söhne bekannt. Hans Ebert könnte vom Alter her ein Bruder des Philipp Bernhard gewesen sein; das kann ich aber nur vermuten.
Hans Ebert oder auch Johann Eberhard oder auch Hans Eberhard Thaison/Taixon (und ähnlich geschrieben) war der Sohn von Caspar Thaison und Eva Dudler. Die Familie von Caspar Thaison ist gut belegt, da kommt aber eben nirgendwo ein Sohn Philipp Bernhard vor. Sodass ich eine Verwandtschaft von Hans Eberhard und Philipp Bernhard anhand der mir vorliegenden oder von mir umfangreich ausgewerteten Akten verneinen muss.
Philipp Bernhard Theyson steht nach wie vor „alleine“, will sagen, ohne Eltern da. Es gibt keinen mir bekannten, quellenmäßigen Nachweis, wer die Eltern von Philipp Bernhard sind. Die Quellen in Saarbrücken zeigen keinerlei Verwandtschaft des Philipp Bernhard T. zu den übrigen Personen in Saarbrücken oder St. Johann, die den gleichen/ähnlichen Nachnamen hatten. Weder bei Patenschaften noch bei Grundstücksverkäufen, Erbschaftsangelegenheiten, Vormundschaften oder im Zinswesen sind Nachweise (mir) bisher begegnet, wer die Eltern von Philipp Bernhard T. sind. Die Quellenlage lässt leider keinen wirklichen Rückschluss zu. Immer dann, wenn es interessant werden könnte, fehlen Akten für ganze Jahrgänge (beispielsweise die der freiwilligen Gerichtsbarkeit oder die Gerichtsprotokolle), die leider einfach im Laufe der Jahrhunderte abhanden kamen.
Insofern sind Vermutungen ob sie Geschwister sind oder auch wer die Eltern von Philipp Bernhard T. waren, leider reine Phantasie (was Schade ist). Bisher schweigen die Quellen hartnäckig, so unschön das ist. Leider sind auch in Hornbach so viele Akten im letzten Weltkrieg verbrannt oder in den vergangenen Jahrhundert abhandengekommen, dass man - so fürchte ich - einfach nicht weiterkommt, es sei denn, irgendwo wird noch eine Akte gefunden, die mehr berichtet. Wenn ich mir jedoch die Literatur ansehe, wie viele Personen schon versuchten hier Verbindungen herzustellen und wie viel gemutmaßt wurde, bislang jedoch alles nicht belegt werden konnte… Ein wenig habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass es noch einen Nachweis aus einer Primärquelle gibt. …und am Ende sollte der quellenmäßige Nachweis zählen…
vielen Dank für diese Klarstellung! Es ist immer schade, wenn die Quellen verloren sind. In meiner AL betrifft das sogar Personen im 18. und 19. Jahrhundert - da macht man nichts. Trotzdem bleibt die Suche spannend und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!