Büchsenmacher - schachtelmacher

Hallo Susanna,
Hallo Dietmar,

mit Eurer Hilfe wurde der ziemliche Unterschied
zwischen einem Büchsen - und Schachtelmacher
geklärt.
Ist auch logisch, denn damals wurden ökologische
Nischen im Rahmen der Möglichkeiten genauso
besetzt wie heute.

Heute Umfrage in SWR 3 in der Stuttgarter
Fussgängerzone : " Warum feiern wir Ostern ?"
Bevor die Christen es mit der Auferstehung für
sich beanspruchten,
war es wohl ein keltischer Fruchtbarkeitskult ?
Von 10 Gefragten wusste es einer !
Na dann ist Pisa wirklich nicht weit !!

Gruss Joachim (kirsch)

Lieber Joachim Kirsch,

im Fruehjahr wurden und werden alle moeglichen "Feste" - auch
Fruchtbarkeitsfeste - gefeiert.

Und was sollen die mit Ostern zu tun haben? Ausser, sie liegen alle
im Fruehjahr.

Falls du Christ bist wuensche ich dir ein frohes und gesegnetes
Osterfest.
Wenn nicht, dann schoene Feiertage, was immer du feierst.

Bruno (Isermann)

Hallo Bruno,

gefunden im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm.

OSTER, f., pl. OSTERN, den singular oster kennt die schriftsprache nur noch
in zusammensetzungen (osterabend, osterei u. s. w.). ein altes
westgermanisches wort: ahd. ôstarâ, ôstrâ, mhd. ôster, gewöhnlich im plur.
ôstarûn, ôstrûn, ôsteron, ôstron, ôsteren, ôstern; ags. eâster, plur.
eâstra, das fest der auferstehung Christi, die österliche zeit. BEDA (de
temporum ratione cap. 13) erklärt 'eosturmonath qui nunc pascalis mensis
interpretatur, quondam a dea illorum, quae Eostre (für Eâstre) vocabatur et
cui in illo festa celebrabant, a cujus nomine nunc paschale tempus
cognominant, consueto antiquae observationis vocabulo gaudia novae
solemnitatis vocantes.' auf diese ags. Eostre, die vielleicht nur eine
erfindung BEDAS ist (WEINHOLD monatsnamen 52), stützt sich die gemutmaszte
deutsche frühlingsgöttin Ôstarâ, deren fest in dem nach ihr benannten april
gefeiert und dann für das christliche auferstehungsfest angewandt worden
sein soll (myth.4 1, 241. zeitschr. f. d. myth. 3, 356 ff. KUHN zeitschr. 3,
450 ff.). sicher ist nur, dasz das zu grunde liegende altgerman. austrô von
aust (s. ost) abgeleitet und ähnlich gebildet ist wie lat. auster, altslav.
utro (für ustro), so dasz der begriff der morgenröte, des aufsteigenden
tageslichtes zunächst auf die zeit

Bd. 13, Sp. 1372

des wiedererwachens der natur, des frühlings, sodann auf das in dieser zeit
stattfindende christliche auferstehungsfest (auch aufs paschafest), nach
welchem Karl d. grosze den april benannt hat (ôstermânôth EINHART cap. 29),
übertragen worden ist.

OSTERFEST, n. das fest der jüdischen oder christlichen ostern, die ostern.
STIELER 1402: wie die kinder Israel am osterfest zusamen kamen in den
heusern. LUTHER 5, 204b; das gesetz Mosi vom osterfest. 7, 237a; seine
eltern giengen alle jar gen Jerusalem auf das osterfest. Luc. 2, 41; der
keiser zog .. auf das osterfest (zu ostern) gegen Quedelinburg. BROTUFF
chron. R 1b; er bittet umb aufschub des urtheils, weil das osterfest wehre.
ZINKGREF 1, 17;

Frohe Ostern wünscht euch allen aus dem österlich geschmückten
3 Bockwindmühlendorf Oberoderwitz (südl. Oberlausitz)

Wolfgang OTTO

Suche FENDE und OTTO in Niederschlesien

Liebe Fans von Ostern und sonstigen "Fr�hlingsfesten",
Ostern wird heute als ein "Christliches" Fest begangen.
Und daran m�chte ich auch nicht r�tteln. Aber die Grundlage und der Termin
ist wohl viel �lter. Es geht auf das j�dische Paschat-Fest zur�ck.
Ostern findet am Sonntag nach dem ersten F�hlingsvollmond statt.
Ob das germanische Fruchtbarkeitsfest am gleichen Tag stattfand ist mir
unbekannt.
Wei� dazu jemand etwa?

Gru� aus Wuppertal und frohe Feiertage
Werner (Wicke)

Geehrte Listenleser,

Ostern hat SEHR viele Varianten (s.u. 'Hahnenschlagspiele' in Siebenb�rgen...); auch habe ich mich heute mit 'Osterwasser' begossen (s.u.), ... aber meine Frau meint, sie sehe keinen Unterschied ....
Vielleicht sollte ich doch noch ein Eichh�rnchen opfern (s.u.)... ?

Vergn�gliche famili�re Ostern w�nscht
Hanno V.J.Kolbe

Ostergebr�uche:

Ostern gilt, gleich dem Weihnachtsfest, als ein Freudenfest, bes. f. die Jugend, weshalb die Kirche eine Reihe von alten Gebr�uchen, z.B. das von der Kanzel erz�hlte Osterm�rchen u. die Ostergel�chter, die diesem Scherze folgten, mehr od. weniger in Verbindung od. innerhalb der kirchl. Feier hat fortbestehen lassen, obwohl sie zum guten Teile aus heidn. Zeiten stammen u. urspr�ngl. wahrschl. einer Fr�hlingsgottin Ostara gewidmet waren. Wie noch heute das Osterfest f. viele, die in Handwerks- u. Erwerbsbanden schmachten, die erste Begr�ssung der neuerwachenden Natur auf dem �Osterspaziergang� zu vermitteln pflegt, so begr�sste man ehem. das Fest der neuerstandenen Sonne mit T�nzen, Aufz�gen, dramatischen Spielen u. Freudenfeuern; man stellte dabei bildlich den Abschied des nach vielen K�mpfen besiegten Winters durch den Kampf gegen eine Puppe dar, deren Steinigung, Ers�ufung od. Verbrennung den Schlusseffekt des Festes bildete.
Die hierzu im NW-Teil von Deutschland bis nach Holland, im N bis nach D�nemark u. im S bis Th�ringen u. Hessen �blichen Osterfeuer, in die man ein Eichh�rnchen als Opfertier, ein Bockshorn, in Th�ringen einen Pferdekopf warf, mussten mit �neuem Feuer� entz�ndet werden u. bildeten den Mittelpunkt eines gemeinschaftl., auf bestimmten Bergen (Osterbergen od. Paskebergen) der Gegend gefeierten, der Ackerfruchtbarkeit u. Viehgesundheit gewidmeten Kultes. Das Osterfeuer wurde in ver�nderter Gestalt in den Kultus der griech. u. russ. Kirche aufgenommen, wo man, �hnl. wie in andern Gegenden zu Weihnachten, mit Lichtern zur Kirche geht, u. am Heilig. Grabe zu Jerusalem bildete das angebl. sich von selbst entz�ndende Osterfeuer seit lg. Zeit den Gegenstand einer unw�rdigen T�uschung, die wiederholt u. noch 1895 zu blutigen K�mpfen in der Kapelle f�hrte, weil die Religionsparteien einander den ersten Zutritt zum Osterfeuer streitig machen. In Deutschland ist der Gebrauch der Osterfeuer vielfach auf den Sonntag Invokavit (Funkensonntag) verlegt, ebenso wie die Vertreibung des Winters u. das sogen. Todaustragen oft mit dem Maifest verbunden wurden. Dagegen haben sich die symbol. Speisen des alten Fr�hlingsfestes, welche, wie Osterfladen, Osterei u. Osterhase, meist Symbole der Auferstehung u. Fruchtbarkeit waren, bis heute erhalten, u. namentl. die bunt gef�rbten Ostereier geben Veranlassung zu zahlreichen Wettl�ufen u. Spielen der Jugend, wobei eben Eier die Preise od. Gewinne darstellen. Der einst der Fr�hlingsg�ttin Venus (Freyja) heilig. Osterhase, der meist in Kuchenform gebacken u. verzehrt wird, ist heute ein ziemlich unverst�ndliches Symbol geworden; teilweise wird er durch das Osterlamm ersetzt, welches hier u. da, aus Butter od. Kuchenteig geformt, mit zu den Gegenst�nden (Eiern, Mehl, Salz etc.) geh�rt, welche in kath. L�ndern noch heute in der Kirche zu Ostern eingesegnet werden. An die Stelle der ehem. �blichen Feuerweihe ist meist die Einsegnung in die Kirche gebrachter gr�ner Reiser u. Str�usse aus �Weidenpalmen�, Stechginster u. andern immergr�nen Zweigen getreten. Diese Palmenweihe, die irrt�mlich in vielen Gegenden auf den Palmsonntag verlegt wird, geh�rt ebenfalls zu den alten heidn. Ostergebr�uchen, denn die geweihten Zweige sollten nicht nur das Haus bis zur n�chsten Erneuerung vor Blitz u. Feuersgefahr sch�tzen, sondern sie werden an vielen Orten auch mitsamt den Schalen der Ostereier u. den Kohlen der Osterfeuer in den Ecken der Felder eingesteckt od. vergraben, um diese fruchtbar zu machen. Anderseits werden gr�ne getriebene Baumzweige namentl. im O-Teil von Deutschland als Symbol der Fruchtbarkeit u. des Gedeihens, geradeso wie in Altindien u. Rom (wo namentl. auch das Vieh mit den ersten gr�nen Zweigen, den Lebensruten, geschlagen wurde) zum St�upen (Osterstiepe, Kindleinstreichen) derjenigen gebraucht, denen man Gutes w�nscht. Fr�h am Ostermontag (an andern Orten auch am Palmsonntag, selbst am Stephanstag od. Pfefferleinstag), suchen sich Eltern u. Kinder gegenseitig in den Betten zu �berraschen, um die gesundheitbringenden Rutenstreiche einander auf den nackten Leib applizieren zu k�nnen. Die Kinder od. Bediensteten erhalten daf�r ein bes. Geschenk in Geld od. Leckereien (Schmackostern od. Schmeckostern).
Als ein �hnl. �berbleibsel aus der Heidenzeit erscheint das Sch�pfen des Osterwassers beim Aufgang der nach dem Volksglauben dreimal vor Freuden aufh�pfenden Ostersonne an einer gegen Morgen fliessenden Quelle, ohne dass dabei ein Wort gesprochen wird; das hier u. da in der Kirche mit eingesegnete Osterwasser, mit welchem sich die jungen Leute gegenseitig begiessen, soll sich dann das ganze Jahr frisch erhalten, heilbringend u. versch�nernd wirken. An den Osterfeiertagen werden in verschiedenen Gegenden bestimmte Osterspiele ausgef�hrt, in S�ddeutschland vorzugsweise Eierspiele, in der Mark, Westfalen u. England das Osterballspiel, was fr�her selbst in den Kirchen ge�bt wurde, wie Beleth (1165) aus Frankreich berichtet. Der Ball scheint das Symbol der steigenden Sonne gewesen zu sein u. wurde meist in Verbindung mit dem j�ngsten Ehepaar gedacht, welches die Kosten des Ballspiels bestritt, weshalb der Osterball auch Brautball hiess. In den slav. L�ndern u. Hellas (Griechenland) feiert man Ostern mit feierl. Reigent�nzen, in Erdely-Orsz�g (Siebenb�rgen) mit Hahnenschlagspielen, in Russland mit allgem. Volksbelustigungen auf dem Anger, woselbst sich ein vollkommenes Jahrmarktstreiben u. ein Heiratsmarkt (Krassnaja-Gorka, Brautschau) entwickelt.
Histor. Litteratur: Freybe �Ostern in deut. Sage, Sitte u. Dichtung� (G�tersloh 1893).

Quellennachweis:
Meyers Konvers.-Lexikon, Bd. 13, 5. Aufl. (1896), Ed. Bibliograph. Inst., Leipzig u. Wien, Seite 281-282.