Breslau, Januar 1945

Hallo, alle Listenteilnehmer!

Ich heisse Christine Greenthaner und ich wohne in Australien. Manche Namen hier sind mir schon bekannt, weil ich schon mal Teilnehmer auf der Liste war, und habe immer viele Hilfe bekommen. Ich habe mich jetzt wieder gemeldet, weil ich eine Frage habe, dass mir vielleicht weiter in meinen Nachforschungen bringen koennte.

Ich versuche jetzt seit Langem, LEBENDE Verwandte von der Familie meines Vaters zu finden. Bis jetzt habe ich die Suche durch die Heimatortskartei und militaerische Archiven versucht -- und langsam klaeren sich die Schicksale.

Die Grossmutter von meinem Vater lebte in Breslau. 1943 war der letzte Kontakt. Wir haben gelernt, dass sie 1945 auf der Flucht gestorben war, und Goerlitz wurde als der Sterbeort genannt.

Ich habe jetzt aus Goerlitz die Nachricht bekommen, dass es keine Urkunden fuer diese Grossmutter gibt, obwohl die Unterlagen fuer diese Zeit dort sehr komplett sind. Im Moment warte ich noch auf Nachricht aus Zgorzelec, die polnische haelfte der getrennten Stadt.

Vor ein paar Tagen habe ich nun gemerkt, dass es in Breslau selbst einen Stadtteil Namens 'GOERLITZ' gab!
Er liegt zum Nordosten von der Stadt.

Kann jemand unter Euch mir mit der folgenden Frage helfen?:

So weit ich weiss, wurde die Bevoelkerung von Breslau in Januar 1945 empfohlen, nach dem Westen zu fliehen.

Bin ich damit richtig? Koennte es sein, dass meine Urgrossmutter damals nach Nordosten geflohen war (d.h. war diese Seite der Stadt noch offen?)? Kamen die Russen aus dieser Richtung?

Ich hoffe, dass diese keine zu dumme Frage fuer Euch ist! Ich bin fuer jeden Hinweiss dankbar.

Der Namen von meiner Grossmutter war Ida Berta BERG, geborene MALETZKY. Sie war in Breslau geboren. 1943 wohnte sie in Graebschener Str. 140.

Gruss aus Australien!

Christine

SUCHE NACH: BERG, MALETZKY UND MACHA AUS BRESLAU.

Halo Liste,

nach 6 Tagen Schlesien, und den 2. Tag in Breslau kann ich nur sagen "BRELAU
LEBT" ich bin total �berrascht und fast schon begeistert, wir hatten vorher
4 sch�ne Tage in Liegnitz , dort haben wir die D�rfer und Kirchen besucht in
denen die Eltern meiner Frau lebten , getauft und getraut wurden.

In den D�rfern um Liegnitz leben keine Deutschen mehr, wir haben mit sehr
vielen �lteren Menschen gesprochen , sie kommen "alle" aus der Ukraine und
sind von Stalin vertriebene Polen 1945 - 1946 , was mich �berraschte ist die
Freundlichkeit und Bescheidenheit dieser Menschen , zu den Deutschen die
vorher in den H�usern gelebt haben habe sie keine Beziehung , so wie sie die
Ukranine verlassen mussten sind die Deutschen nach Deutschland, die
Schicksale sind die gleichen, den Hausrat und alles haben die Russen
mitgenommen. In den Gespr�chen wurde schnell klar , das dann auch von der
Regierung alles unternommen wurde alles zu unterdr�cken was an die Deutsche
Zeit erinnert, nur sehr langsam fangen die Menschen an wach zu werden und
sich f�r diese Zeit zu interessieren.

Dies sollen nur ganz kurze Eindr�cke aus dem " vergessenen Land " sein , die
Menschen die heute hier leben haben wie ich Schlesien nie erlebt.

Morgen wollen wir weiter an die Masuren und noch ein paar Tage Urlaub
machen.

Ich m�chte auch meine flei�igen Sachsen-L gr��en.

Tsch�� Uwe

Uwe Keller wrote:

In den D�rfern um Liegnitz leben keine Deutschen mehr, wir haben mit sehr
vielen �lteren Menschen gesprochen , sie kommen "alle" aus der Ukraine und
sind von Stalin vertriebene Polen 1945 - 1946 , was mich �berraschte ist die
Freundlichkeit und Bescheidenheit dieser Menschen , zu den Deutschen die
vorher in den H�usern gelebt haben habe sie keine Beziehung , so wie sie die
Ukranine verlassen mussten sind die Deutschen nach Deutschland, die
Schicksale sind die gleichen, den Hausrat und alles haben die Russen
mitgenommen.

Hallo Uwe,
gibt es denn eine Moeglichkeit, Erlebnisberichte von vertriebenen Ostpolen
1945/1946 zu bekommen? Ich meine dabei Aufzeichnungen in ihren eigenen Worten,
nicht an offizielle Berichte. Wuerde mich sehr interessieren.

Viele Gruesse aus Upstate New York,
Guenter

G�nther schrieb,

Hallo Uwe,
gibt es denn eine Moeglichkeit, Erlebnisberichte von vertriebenen Ostpolen
1945/1946 zu bekommen? Ich meine dabei Aufzeichnungen in ihren eigenen

Worten,

nicht an offizielle Berichte. Wuerde mich sehr interessieren.

Hallo G�nther,

ich habe eine kleine Weile dar�ber nachgedacht, wie denn so ein Bericht
ausssehen k�nnte...

Ich kann nur aus meinen eigenen Erfahrungen sprechen, mit Worten kann ich
es nicht wiedergeben ich denke ich kann es nur f�hlen und jeder wer die
M�glichkeit hat und dieses Land bereist, den Kontakt zu den Menschen findet
wird die Tr�nen in den Augen der Menschen sehen wenn sie �ber Ihre Heimat
sprechen , diese Ger�hrtheit geht zu tief, als das ich es aufschreiben
k�nnte.

Uwe

Hallo Uwe
Die Ostpolen wurden nicht vertrieben, sondern umgesiedelt, das ist wohl ein
gro�er Unterschied! Sie wurden nicht mit Waffengewalt verjagt und vor der
Verfrachtung in Viehwaggons noch ihrer letzten Habe beraubt. In Schlesien
erhielten sie (die Umsiedler!) �berwiegend intakte H�user oder Wohnungen
incl. M�beln, Geschirr, z.T. W�sche und Kleidung, Werkzeuge und Ger�te etc.
eben alles, was die "Vertriebenen" zur�cklassen mu�ten. Und wie ging es den
vertriebenen Deutschen? Hier ist ein Vergleich wohl nicht angebracht. Die
Tr�nen der Umsiedler �ber ihre verlorene Heimat kann ich verstehen, mehr
aber die vielen Tr�nen der Vertriebenen. MfG Manfred

es ist doch "schei� egal" wer nun mehr gelitten hat und wer weniger... f�r die
deutschen sind es die polen, f�r die polen die deutschen...
beide seiten haben heimat und alles verloren und beide MUSSTEN gehen...

so, und ich glaube, wir sollten das hier wirklich nicht diskutieren, wie Sonja
Stankowski schon gesagt hat, denn einigenist noch immer nicht klar geworden, was
die deutschen ALLES getan haben!!!!!

ein satz nebenbei:
"... zieh erst den balken aus deinem eigenen auge bevor du den splitter aus dem
auge deines naechsten versuchst zu ziehen..."

ich denke das passt ganz gut.... schaut euch erstmal auf die eigene nase!!!

so, trotzdem noch
einen sch�nen Sonntag,
sch�ne Gr��e,
MichaelWalter.

Manfred Wenzel schrieb:

ein satz nebenbei:
"... zieh erst den balken aus deinem eigenen auge bevor du den
splitter aus dem
auge deines naechsten versuchst zu ziehen..."

sch�ne Gr��e,
MichaelWalter.
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Lieber Herr Walter,

Bibelstellen sollte man immer im Zusammenhang betrachten und dabei
ber�cksichtigen, an wen sie gerichtet waren. Es ist jedoch richtig,
da� man nicht aufrechnen sollte. Zudem steht in der von Ihnen oben
zitierten Quelle, da� sich die Weltgeschichte gewi� schon bald wie-
derholen wird. Vielleicht darf ich jetzt noch einmal auf mein Buch
hinweisen, das ich jedem gerne kostenlos zusende. Anhand der erleb-
ten Vergangenheit wird darin beschrieben, was demn�chst auf uns zu-
kommt. Das Buch ist schon ein paar Jahre alt, aber gewi� noch hoch-
aktuell. Jeder kann dann gerne mit mir dar�ber pers�nlich sprechen,
bzw. schreiben.

Ganz herzliche Gr��e aus Luxemburg

Gerd M�llenheim

Date sent: Fri, 6 Jul 2001 21:01:26 +0200

In den Dörfern um Liegnitz leben keine Deutschen mehr, wir haben mit sehr
vielen älteren Menschen gesprochen, sie kommen "alle" aus der Ukraine und
sind von Stalin vertriebene Polen 1945 - 1946 , was mich überraschte ist
die Freundlichkeit und Bescheidenheit dieser Menschen, zu den Deutschen
die vorher in den Häusern gelebt haben habe sie keine Beziehung , so wie
sie die Ukranine verlassen mussten sind die Deutschen nach Deutschland,
die Schicksale sind die gleichen, den Hausrat und alles haben die Russen
mitgenommen. In den Gesprächen wurde schnell klar, das dann auch vonder
Regierung alles unternommen wurde alles zu unterdrücken was an die
Deutsche Zeit erinnert, nur sehr langsam fangen die Menschen an wach zu
werden und sich für diese Zeit zu interessieren.

ritsch-ratsch<<<<<<<<<<<<<

Hallo Uwe und die interessierten Leser,

schön das Du uns daheimgebliebenen Deine Eindrücke schilderst.
Auch aus der Ferne erfahren, verstehen und fühlen wir mit den vertriebenen
unschuldigen Menschen gleich welcher Herkunft, das gemeinsamme
Schicksal. Im Herzen und in der Erinnerung an unsere Kindheit bleibt unsere
Heimat wach. Dies wollen wir an unsere Nachwelt weitergeben.

Das Trauma -durch die Vertreibung aus der Heimat- in das auch heute noch
unschuldige Kinder aus vielen Ländern fallen, lässt sich nicht einfach
auflösen. Es trift immerwieder besonders unschuldige Kinder die gleichzeitig
auch ihre Familie dadurch verloren und oft ohne Hilfe aufwachsen
(siehe auch Afrika).

Zahlreiche Suchmeldungen ausgewanderter Schlesier zeigen mir, dass auch
nach langer Zeit, besonders bei älteren Menschen die ihre Neue Heimat
längst gefunden haben, die Sehnsucht besteht das Leben ihrer Vorfahren zu
ergründen. Sie wollen wie wir ihre Herkunft und das Leben ihrer Vorfahren
der Nachwelt hinterlassen.
Dank der neuen Medien ist diese weltweite Information nicht aufzuhalten.
Auch unsere Forscherarbeit trägt dazu bei dass die Menschen wach werden
und unser gemeinsamen Erbanlagen erkennen.
Hoffen wir das unsere Nachkommen eines Tages in einer friedliebenden Welt
leben können.

Noch einen schönen Sonntagausklang wünscht Alfred

Lieber Manfred,

das erlebte lässt uns nicht los. Es ist doch einerlei mit welchen brutalen Mittel
man vertrieben oder umgesiedelt wird. Sie kamen doch auch nicht freiwillig
und das ist auch der Unterschied zu der Besiedlung Schlesiens. Unsere
Vorfahren waren Siedler die als Pioniere das Land gestalteten konnten.
Unfreiwillig umgesiedelte Menschen denen man auch dort alles was sie
aufgebaut haben genommen hat haben ab einem gewissen Alter nicht mehr
die Kraft zu einem Neuanfang.
Natürlich spielt auch die Mentalität eine Rolle. Ich stelle mir aber vor wie hätten
wir uns unter dieser Herschaft verhalten. Zukunftsausichten konnte man da
wohl nicht gewinnen wenn man zusehen muss wie die Erinnerungen an die
vertriebenen Schlesier systematisch ausgelöscht werde und die
zurückgebliebene Minderheite nichts Gutes erlebte.
Nur die junge Generation wird dies ändern können wenn, ja wenn... die
Voraussetzungen stimmen.

Uns und so verstehe ich auch Günter, geht es darum das Geschehene
wahrheitsgemäss festzuhalten solange es noch Augenzeugen gibt.

Viele Grüsse, Alfred