Liebe Listies, sehr geehrte Damen und Herren!
Nachdem ich diverse KB von Grönau, Talkau, Ratzeburg und St.Georgsberg
beackert habe, bin ich ratlos. Bitte urteilt selbst:
1. Am 19. Nov. 1797 wird in Grönau Anna Christina Marlena AHRENS geboren.
Beide Eltern sind im Taufmatrikel namentlich genannt.
2. Am 27. Dez.1821 heiratet Anna Christina Magdalena AHRENS (gleicher Name
des Vaters wie unter 1) den Schullehrer zu Lanze Gottlieb Christoph BRÜNDEL.
Die Person des Schullehres ist im folgenden immer die gleiche und durch eine
Akte im Landesarchiv Schleswig von 1822 bis 1825 in Lanze und 1825 bis 1870 in
Talkau eindeutig als Lehrer nachgewiesen.
3. 1822 bingt Christina Sophia geb. Arnds aus Grönau in Lanze einen Sohn zur
Welt. Ehemann der Schullehrer s.o.
4. 1824 bringt Christina Sophia Elisabeth geb. Ahrens aus Grönau in Lanze
eine Tochter zur Welt. Ehemann wie gehabt
5. 1825 Sohn in Talkau von Christina Sophia Ahrens. Ehemann wie gehabt.
6. 1828 Tochter in Talkau von Christina Sophia Ahrens. Ehemann wie gehabt.
7. 1830 Tochter in Talkau von Anna Christina Magdalena Ahrens. Ehemann wie
gehabt
8. 1832 Tochter in Talkau von Anna Christina Magdalena Ahrens. Ehemann wie
gehabt
9. 1834 Tochter in Talkau von Anna Christina Magdalena Ahrens. Ehemann wie
gehabt
10. 1838 Sohn in Talkau von Anna Christina Magdalena geb. Ahrens aus Grönau.
Ehemann...
11. 1841 Sohn in Talkau von Anna Christina Magdalena geb. Ahrens aus Grönau.
Ehemann...
12. Am 20. Februar stirbt in Talkau Anna Catharina Elisabeth Bründel geb.
Ahrens aus Grönau, Ehefrau des Schullehrers Gottlieb Christoph Bründel. Alter 66
Jahre, 3 Monate 1 Tag = exakt der Geburtstag von 1.
Für alle oben genannten Ereignisse habe ich Fotos aus den verfilmten
Kirchenbüchern aufgenommen.
Jetzt ergibt sich für mich die Frage: war der Lehrer Bigamist? Da ich sehr
genau nach den vielen verschiedenen AHRENS Ehefrauen in den o.g. KB gesucht
habe (und nicht fündig wurde) eher unwahrscheinlich, gab auch nur die eine
Eheschließung.
Oder ist es möglich daß für ein-und-dieselbe Person so viele komplett
unterschiedliche Vornamen in den KB vergeben wurden? Bitte schreibt mir Eure
Erfahrungen und Meinungen zu diesem Fall. Vielen Dank und schöne Grüße
Michael (Daxer)
<Msdaxer@aol.com> schrieb:
Für alle oben genannten Ereignisse habe ich Fotos aus den verfilmten
Kirchenbüchern aufgenommen.
Jetzt ergibt sich für mich die Frage: war der Lehrer Bigamist? Da ich sehr
genau nach den vielen verschiedenen AHRENS Ehefrauen in den o.g. KB gesucht
habe (und nicht fündig wurde) eher unwahrscheinlich, gab auch nur die eine
Eheschließung.
Oder ist es möglich daß für ein-und-dieselbe Person so viele komplett
unterschiedliche Vornamen in den KB vergeben wurden? Bitte schreibt mir Eure
Erfahrungen und Meinungen zu diesem Fall. Vielen Dank und schöne Grüße
Hallo Michael,
das ist normaler Forscheralltag. Du kannst ganz beruhigt sein: Der Lehrer war kein Bigamist, sondern war die ganze Zeit seiner einen ihm angetrauten Ehefrau treu (?). Christina war der Rufname seiner Frau, und mit den anderen Namen nahm man es damals nicht so genau. Manchmal wechselte sogar der Rufname. es ging ja alles nach "Hörensagen" und mündlicher Überlieferung. Vergleichbare Fälle habe ich mehrere in meiner Ahnenliste. Festgeschrieben wurden die Namen erst mit der Einführung der Standesämter.
Also nicht verzagen, die wußten damals ja noch nichts von den Problemen, die wir heute damit haben.
Freundliche Grüße,
Wilfried (Petersen)
Hallo zusammen,
mich erinnert dies an die unterschiedliche Schreibweise der Nachnamen Meier/Meyer und Br�ggmann / Br�gmann.
Meine Vorfahren "Meyer" schrieben sich urspr�nglich mit ey. Aber als einige davon nach Berkenthin zogen, bestand der Pastor darauf, sie mit ei zu schreiben - also meine Urgro�mutter, geboren 1877, mit ei, ihre ausw�rtigen Geschwister schreiben sich mit ey.
Und bei Br�ggmann schrieb man sich erst mit 2 gg, bis ein Familienzweig nach Erbstreitigkeiten ca. 1820 - 1830 sich daf�r entschied, k�nftig ein g zu entfernen, um den Familienstreit nach au�en hin zu zeigen.
Gr�sse von Silke Brandt
Hallo Michael, dass für ein und die dieselbe Person immer wieder andere
Vornamen bzw. andere Schreibweisen von Vornamen benutzt werden, ist nichts
ungewöhnliches. Die Pastoren hatten ja keine verbindlichen Vorgaben und
schrieben die Namen, so wie sie es für richtig hielten. Bei Deiner Liste
gibt es m.E. überhaupt keine Zweifel, dass es sich immer um die gleiche
Person handelt. Ich habe die gleichen Probleme sogar mit den Nachnamen
meiner Urgroßmutter. Sie ist hugenottischer Abstammung. Ihr Name schrieb
sich in ihrer Heimat Ploucquet später Pluquet. In Ostpreußen wurde daraus
Pluquet, Pliquet Pliquett, Pluquette, Pliquette, Blicke, Plickert usw.
Natürlich variierten zusätzlich auch die franz. Vornamen, z.B.: Franz,
France, Francoise. Du siehst Dein Fall ist einfacher Natur. Holger