Liebe Listies,
Frau Sch�fer sucht diese Daten schon seit geraumer Zeit. Niemand w�rde es mehr sch�tzen als ich, wenn sie gefunden w�rden!
Denn Frau Sch�fer ist davon �berzeugt, dass die CHANTRE in Otterberg identisch sind mit der Familie des in Neu-Isenburg eingewanderten Mannes, der dort zun�chst unter dem Namen SCHANDER (1733) und erst nach einem Pfarrerwechsel (ab 1743) als CHANTRE angegeben wird.
Ich m�chte die Sache den Forschern auf der Liste unterbreiten, um ihre Meinung zu bekommen. Frau Sch�fer weiss schon seit Monaten Bescheid - aber! Bitte seht Euch das Ganze selbst an.
Frau Sch�fer schrieb unter anderem:
- 2. bei der Taufe seines Sohnes Pierre Chantre im Juli 1670.
Danach verliert sich die Spur dieser kleinen Familie. Kein Eintrag fuer
d. hlg. Abendmahl, die Experten Otterberg vermuten, dass Pierre
CHANTRE irgendwo zw. RLPfalz, Bayreuth,
(Neustadt a.d. Aisch wird als Wohnort erwaehnt, jedoch ist dort kein
Eintrag)...
Der Wegzug nach (Brandenburg-)Bayreuth ist m�glich, denn dort wurden schon fr�h reformierte Glaubensfl�chtlinge aufgenommen.
Wird Neustadt an der Aisch in Otterberg als Wohnort dieser Familie erw�hnt?
Die Eintraege bei den Hugenotten u. frz.ref. KB Neu-Isenburg bezeugen
einen Sohn des Pierre Chantre *1670 Otterb. u. d. Rosine EBERT
(EBERDINE) (keine Daten) :
Jean Jacques CHANTRE (durch den Dialekt der Region wurde aus CHANTRE -
SCHANDER) *1706 in angeblichem Vesternbergsgreuth/Bayreuth (alle KB
sind einem Brand zum Opfer gefallen)
"die Eintraege bei den Hugenotten u. frz.ref. KB Neu-Isenburg bezeugen"
Die Eintr�ge in Neu-Isenburg sind weit davon entfernt, Pierre CHANTRE *1670 in Otterberg mit dem Vater des Jean Jacques gleichzusetzen.
Pfarrer Abraham de Champ-Renaud, der diesen Jean Jacques zum ersten Mal urkundlich in N-I eingetragen hat, war aus der franz�sischen Schweiz, vor Neu-Isenburg in Bischwiller im Elsass im Amt. Er war ein selten akribischer KB Schreiber und beherrschte sowohl Franz�sisch (die Sprache der Neu-Isenburger ref. KB bis 1829) als auch Deutsch in Wort und Schrift.
Daher hat er die Heirat des eingewanderten SCHANDER 1733 auch unter diesem Namen registriert. Alle deutschen Vornamen hat er immer, soweit im Franz�sischen vorhanden, auf Franz�sisch eingetragen.
Ich habe die Originalurkunde vor Augen:
"Jean Jacques Schander, jeune homme d'environ vingt-sept ans, ouvrier des bas au m�tier de profession, fils l�gitime de feu Pierre Schander en son vivant Metayer dans le Bien-Fonds noble appell� Westerbourgs=guereuth � quatre lieux de la ville de Ne�stadt-en-der-Eisch, dans le Pa�s de Brandebourg-Bareit, d'o� il est originaire, et de Eve Rosine Eberdine, qui vit encore...
Luth�rien Allemand..."
�bersetzung:
"Jean Jacques (Johann Jacob) SCHANDER, Junggeselle von ungef�hr 27 Jahren, Strumpfwirker von Beruf, ehelicher Sohn des Pierre (Peter) SCHANDER, zu seinen Lebzeiten Halfenbauer auf der adligen Herrschaft Vestenbergsgreuth, 4 Meilen von Neustadt an der Aisch im Land Brandenburg-Bayreuth, wo er herstammt, und der Eva Rosina EBERDin (= EBERT), die noch lebt...,
deutscher Lutheraner..."
Deutlicher geht es eigentlich nicht mehr, diesen jungen Mann als Deutschen zu bezeichnen, der noch dazu nicht reformierter, sondern lutherischer Konfession war.
Vom Vater ist in N-I kein anderer Name, noch ein Geburtsdatum bekannt, also kann man nicht so einfach darauf schliessen, dass dieser Halfenbauer in Vestenbergsgreuth mit dem Otterberger reformierten Pierre Chantre identisch ist.
Pfarrer de Champ-Renaud hatte sein eigenes System, die Aussprache der deutschen Namen phonetisch m�glichst genau widerzugeben. Die Namen, die auf -er endeten, was durch francophone Leser als -ee ausgesprochen worden w�re, schrieb er in den Eintr�gen mit -re am Ende, was in Aussprache dem Deutschen Namen am n�chsten kommt.
Daher hat er bei den Taufen der ersten 4 Kinder des Ehepaares Schander immer zuerst Vornamen des Kindes und SCHANDRE, Tochter oder Sohn des Jean Jacques SCHANDER geschrieben. Ausserdem jedesmal "deutscher Lutheraner".
CHANTRE hat er NIE geschrieben.
Es kann also keine Rede davon sein, dass der Name CHANTRE durch den Dialekt der Neu-Isenburger Region zu SCHANDER geworden sei.
Der Pfarrer starb im September 1743, sein Nachfolger, der ebenfalls aus der frz. Schweiz stammte, beherrschte das Deutsche nicht gut, wie verschiedene Verballhornungen anderer deutscher Namen und Orte ersehen lassen.
Dieser Pfarrer trug die �brigen Kinder zwischen 1743 und 1752 kurzerhand unter CHANTRE ein, denn das war ein ihm vertrauter Begriff: Ein chantre ist in der reformierten Kirche ein Vors�nger. Der deutsche Begriff daf�r ist Kantor, was auch etymologisch mit chantre verwandt ist.
Aber den Vater nennt er jedesmal Jacob, was daf�r spricht, dass sich der Mann selbst nie Jacques sondern Jacob genannt hat.
Das sind die Fakten, die ich Frau Sch�fer schon mitgeteilt habe, und deren Sachlichkeit sie mir gewaltig �bel genommen hat. Aber ich kann sie beim besten Willen nicht vor lauter Enthusiasmus einfach beiseite lassen - sonst w�ren meine Forschungen kaum ernst zu nehmen...