Bezeichnung der Vorfahren

Hallo, Mit-STREITER ...

Als wehren w�rde ich das nicht bezeichnen - manche tun sich halt anders leichter. Der eine hat es nicht so mit Zahlen, der andere vielleicht nicht so mit Alt- oder Ober.
Ich pers�nlich finde die Einteilungen nicht schlecht - m�sste aber auch von Urur in Zahlen oder Alt und Ober �bersetzen, weil ich es bisher noch nicht kannte - dabei darf nat�rlich dann auch kein Fehler passieren. Werde ich aber bei passender Gelegenheit machen, allerdings werde ich auch die Uren mit anf�gen, damit es �berhaupt keine Unklarheiten mehr geben kann.
Der Disput ist leider entstanden, weil kein Vorschlag dazu gemacht wurde, sondern eine Vorschrift - man sollte es wirklich so halten d�rfen, wie man mag - falls Unklarheiten entstehen kostet es ja auch nichts nochmal nachzufragen...welche Generation oder aus welchem Jahr etwa...

Freya schrieb:

Urururgro�vater schreibe ich nicht mehr. Ich schreibe
dann 3xUrgro�vater. Die Tabelle mit den Altvater etc.
ist nicht schlecht, aber ich pers�nlich muss dann
immer umrechnen, was z.B. 4xUr ist, was die Sache
komplizierter macht.

Fr�her gab es f�r besonders schlaue Menschen
(meistens welche, die sich nur gegen�ber den
Anderen hervorheben wollten) die lateinische
Sprache, die auch nur alles verkompliziert
hat. Deshalb ist die Sprache dann auch bei den
vern�nftigeren auf dem Boden der Tatsachen
geblieben Leuten ausgestorben.

Gr��e,
Thomas

-------- Original-Nachricht --------

Thomas Oszinda schrieb:

Fr�her gab es f�r besonders schlaue Menschen
(meistens welche, die sich nur gegen�ber den
Anderen hervorheben wollten) die lateinische
Sprache, die auch nur alles verkompliziert
hat. Deshalb ist die Sprache dann auch bei den
vern�nftigeren auf dem Boden der Tatsachen geblieben Leuten ausgestorben.
  

Hallo Thomas,
da muss ich aber protestieren! Latein war fast tausend Jahre lang die Amts- und Wissenschaftssprache des Heiligen R�mischen Reiches wie auch die Liturgiesprache der katholischen Kirche, mit der die Kontinuit�t und Einheit des (r�mischen) Reiches und der (r�mischen) Kirche betont und trotz ihrer V�lkervielfalt aufrechterhalten werden sollte. Die Kirchenb�cher wurden auch deshalb lange auf Latein gef�hrt, damit sie von den verschiedensprachigen Pfarrern und Beamten auch gelesen werden konnten. Noch heute ist das Lateinische neben dem Altgriechischen f�r �rzte und Pharmazeuten ein wichtiges international gebr�uchliches Verst�ndigungssmittel.

Nat�rlich ist aus der Lateinkenntnis - wie aus jeder anderen Sprachkenntnis - auch ein D�nkel entstanden. Heinrich Heine schrieb z.B. in seiner "Harzreise" �ber G�ttingen:

    "Vor dem Weender Tore begegneten mir zwei eingeborne kleine
    Schulknaben, wovon der eine zum andern sagte: �Mit dem Theodor will
    ich gar nicht mehr umgehen, er ist ein Lumpenkerl, denn gestern
    wu�te er nicht mal wie der Genitiv von Mensa hei�t.� So unbedeutend
    diese Worte klingen, so mu� ich sie doch wiedererz�hlen, ja, ich
    m�chte sie als Stadtmotto gleich auf das Tor schreiben lassen; denn
    die Jungen piepen, wie die Alten pfeifen, und jene Worte bezeichnen
    ganz den engen, trocknen Notizenstolz der hochgelahrten Georgia
    Augusta."

Gr��e vom Niederrhein,
G�nther B�hm

Im �brigen ist Latein alles andere als eine tote Sprache, denn es lebt nicht nur unmittelbar in den romanischen Sprachen fort, sondern hat auch in unserer Sprache eine Menge von W�rtern hinterlassen, z.B. Fenster, Mauer, Wein, Zwiebel, Kirsche, Fenchel, �l, Essig, Kohl, Schule, Tafel, schreiben, Kreuz, Pflanze, Markt, spazieren, Ambulanz, um nur ein paar zu nennen, die mir gerade so einfallen.

Sch�nes Zitat, G�nther! :slight_smile:

G�nther B�hm wrote:

Ja, ich habe selber mein kleines Latinum gemacht.
Und ich finde Latein auch interessant. Ich habe
aber auch gelernt, dass fr�her nicht alle R�mer
Lateinisch konnten. Es war eine Gelehrtensprache.
Und urspr�nglich wollten die Patrizier sich mit
Latein halt nur gegen�ber den Plebejern abheben.
Dass Latein als Amtssprache ausgestorben ist, sind
wir uns aber wohl alle einig?

M.f.G.
Thomas Oszinda

-------- Original-Nachricht --------

Thomas Oszinda schrieb:

Ja, ich habe selber mein kleines Latinum gemacht.
Und ich finde Latein auch interessant. Ich habe
aber auch gelernt, dass fr�her nicht alle R�mer
Lateinisch konnten. Es war eine Gelehrtensprache.
Und urspr�nglich wollten die Patrizier sich mit
Latein halt nur gegen�ber den Plebejern abheben.
Dass Latein als Amtssprache ausgestorben ist, sind
wir uns aber wohl alle einig?

Hallo Thomas,
die R�mer schon und nicht nur die Patrizier sondern auch die Plebejer und Proletarii, aber sicher nicht alle Sklaven, wobei die "instrumenti genus vocale" (sprechenden Werkzeuge) vermutlich auch etwas Latein konnten. Oder meinst du die verschiedenen l�ndlichen Dialekte (das Provinziallatein)? Die waren der Hochsprache sehr �hnlich und untereinander nicht so verschieden, dass man sich nicht h�tte verst�ndigen k�nnen. Deine Aussage war aber:

    "Fr�her gab es f�r besonders schlaue Menschen (meistens welche, die
    sich nur gegen�ber den Anderen hervorheben wollten) die lateinische
    Sprache, die auch nur alles verkompliziert hat. Deshalb ist die
    Sprache dann auch bei den vern�nftigeren auf dem Boden der Tatsachen
    geblieben Leuten ausgestorben."

- und die stimmt einfach nicht!
Die Sprache hatte - im Gegensatz zum Franz�sischen in der Zeit des Absolutismus - prim�r einen praktischen Zweck. Bedenke z.B., dass Kopernikus, der von Hause aus deutsch und wahrscheinlich auch etwas polnisch sprach (aber sicher nicht schrieb!), in Krakau, Bologna und Ferrara studiert hat. Das ging nur mit Hilfe des Lateinischen und niemand h�tte ihm deshalb damals D�nkelhaftigkeit vorgeworfen! Seine astronomischen Werke hat er selbstverst�ndlich auch auf lateinisch verfasst - in welcher Sprache auch sonst, da es eine deutsche Schriftsprache bekanntlich erst fr�hestens seit Martin Luther gibt? Das gilt �brigens auch f�r das Polnische, das sich - im Gegensatz zum Tschechischen - erst seit dem 16. Jahrhundert und auch nur in den Oberklassen zur Schriftsprache entwickelte.

D�nkelhafte Menschen m�gen sich des Lateinischen bedient haben. Die Latinisierungsmode bei evangelischen Pastoren seit dem 16. Jahrhundert ist vielleicht ein Beweis daf�r. Sie war sicher aus einem Minderwertigkeitskomplex gegen�ber den katholischen Kollegen entstanden, die die Liturgie, v.a. die Bibel und das sonnt�gliche Evangelium, noch bis zum 2. Vatikanischen Konzil auf Latein lasen.

Gr��e vom Niederrhein,
G�nther B�hm

Hallo G�nther,

ja, ich sch�tze Dein Fachwissen sehr.

Eigentlich wollte ich mit meiner xxx-Stellungnahme
keine "Urur-" bzw. "Alt-"Diskussion, oder gar eine
Lateindiskussion losl�sen. Du wirst sicher selber
wissen, dass Latein auch als Instrument der Macht
benutzt wurde. Dass beste Beispiel ist
ja die katholische Kirche, die die lateinische
Sprache missbrauchte, um Andere zu unterdr�cken.
Die Bibel�bersetzung ins Deutsche sollte dann
schlie�lich "Zu Jedermann Verst�ndnis" dienen, und
es war eine der gr��ten Provokationen Martin
Luthers �berhaupt.
Mein Vergleich zu Urur- und Alt- mag da vielleicht
etwas krass sein, aber ich wollte damit nur
aussagen, dass "Urur-" auch eher "zu Jedermann
Verst�ndnis" beitr�gt als "Alt-".

Und jetzt fahre ich bald erstmal in den
Urlaub u.a. auch ins sonnige Albanien, wo
sich �ber unsere mails niemand den Kopf zerbricht.

Gr��e aus Bremen,
Thomas

-------- Original-Nachricht --------

Günther Böhm schrieb:

Bedenke z.B., dass Kopernikus, der von Hause aus deutsch und wahrscheinlich auch etwas polnisch sprach (aber sicher nicht schrieb!), in Krakau, Bologna und Ferrara studiert hat. Das ging nur mit Hilfe des Lateinischen und niemand hätte ihm deshalb damals Dünkelhaftigkeit vorgeworfen! Seine astronomischen Werke hat er selbstverständlich auch auf lateinisch verfasst - in welcher Sprache auch sonst, da es eine deutsche Schriftsprache bekanntlich erst frühestens seit Martin Luther gibt? Das gilt übrigens auch für das Polnische, das sich - im Gegensatz zum Tschechischen - erst seit dem 16. Jahrhundert und auch nur in den Oberklassen zur Schriftsprache entwickelte.

Hallo Thomas,
Clemens hat mich darauf hingewiesen und ich möchte meine missverständliche Formulierung korrigieren:

    Seit Martin Luther gibt es nicht eine sondern *die eine* deutsche
    Schriftsprache.

Selbstverständlich hatte ich nicht die Absicht, die Qual aller gymnasialen Deutschstunden, die mittelhochdeutschen Gesetzestexte, Dichter und Minnesänger zu unterschlagen.

    Eiris sazun idisi
    sazun hera duoder.
    suma hapt heptidun,
    suma heri lezidun,
    suma clubodun
    umbi cuoniouuidi:
    insprinc haptbandun,
    inuar uigandun. :wink:

    Ik gihorta dat seggen, dat sih urhettun ænon muotin, Hiltibrant enti
    Hadubrant untar heriun tuem. :wink: :wink:

    Uns ist in alten Mæren wunders vil geseit
    von Helden lobebæren, von grôzer arebeit,
    von freuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen,
    von küener recken strîten muget ír nu wunder hœren sagen. :wink: :wink: :stuck_out_tongue:

    Ich sâz ûf eime steine
    und dahte bein mit beine:
    dar ûf satzt ich den ellenbogen.
    ich hete in mîne hant gesmogen
    daz kinne und ein mîn wange >:o >:o >:o

Einen schönen Urlaub wünscht
Günther Böhm

Hallo Herr B�hm,

Noch heute ist das Lateinische neben dem Altgriechischen f�r �rzte und Pharmazeuten ein wichtiges international gebr�uchliches Verst�ndigungssmittel.

Hier muss ich widersprechen...:))))
International gilt mittlerweile - zumindest f�r die Medizin - eigentlich Englisch und kein Latein mehr...:wink:
Tot ist das Latein sicher nicht - aber komat�s (womit wir beim griechischen w�ren)...:wink:

Gehring Bianca schrieb:

Hallo Herr B�hm,

Noch heute ist das Lateinische neben dem Altgriechischen f�r �rzte und Pharmazeuten ein wichtiges international gebr�uchliches Verst�ndigungssmittel.

Hier muss ich widersprechen...:))))
International gilt mittlerweile - zumindest f�r die Medizin - eigentlich Englisch und kein Latein mehr...:wink:
Tot ist das Latein sicher nicht - aber komat�s (womit wir beim griechischen w�ren)...:wink:

Hallo Bianca,
ich w�sste nicht, dass es f�r das *foramen occipitale* oder das *ligamentum longitudinale posterius* inzwischen andere, international gebr�uchliche Bezeichnungen g�be.
Und mein Zahnarzt hat mir gerade gesagt, dass er von einem Backenzahn die *palatinale* Wurzel entfernen m�sse - und offenbar vorausgesetzt, dass ich ihn verstehe. :wink:

Gr��e vom Niederrhein,
G�nther B�hm

Hallo Herr B�hm,

Hallo Bianca,
ich w�sste nicht, dass es f�r das *foramen occipitale* oder das *ligamentum longitudinale posterius* inzwischen andere, international gebr�uchliche Bezeichnungen g�be.

Ich hoffe wirklich nicht, das die anatomischen Grundbegriffe das komplette Wissen einer ziemlich wichtigen Berufsgruppe ausmachen...:wink:
Von Bezeichnungen war nicht die Rede - sie schrieben von "Verst�ndigung".
Die Medizin hat in den "letzen - vielen - Jahren" sehr gro�e Fortschritte in allen m�glichen Bereichen gemacht. Neue Operations-, Diagnose- und Behandlungstechniken werden sie international nur unter einem englischen Namen vorfinden *Bypass, Stripping, Screening, Marker...usw.*

Auch gibt es "neu erforschte" Erkrankungen, die keinen lateinischen oder altgriechischen Namen mehr erhalten...
Auf einem internationalen �rztekongress werden sie mit antatomischen Grundwissen ohne Englischkenntnisse nicht sehr weit kommen...Sorry aber zur "Verst�ndigung" wird das nicht ausreichen...

Und mein Zahnarzt hat mir gerade gesagt, dass er von einem Backenzahn die *palatinale* Wurzel entfernen m�sse - und offenbar vorausgesetzt, dass ich ihn verstehe. :wink:

�hm und noch was...wenn er die palatinale Wurzel entfernen musste, dann scheint es f�r ein *Onlay* oder *Inlay* leider schon zu sp�t zu sein...
Da w�nsch ich ihnen f�r ihre restlichen Z�hne aber mehr Gl�ck...

Sch�ne Gr��e Gehring B.

Jetzt interessiert mich nur noch aus was für eine Sprache das Wort
antatomisch kommt:griechisch, lateinisch oder englisch.
Richard Kurzawa

So wie AIDS, was: *Acquired immune deficiency syndrome? *Ok, ich sehe ein griechisches und drei lateinische W�rter :slight_smile:

Mal ganz abgesehen davon, dass die urspr�ngliche These doch war: dass Latein nur dazu diente, sich wichtig zu machen. Dass Latein als Kultursprache der Vergangenheit einen "Sitz im Leben" auch des heutigen Menschen haben sollte, auch wenn diese sich anschickt, ins Koma zu fallen, k�nnte wenigstens jenen klar sein, die hier des�fteren um Hilfe bei der �bersetzung nachsuchen. Ich bin der Meinung: wem die Tradition nichts bedeutet, dem kann auch die eigene Herkunft getrost egal sein.

Saludos

Clemens

P.S. Anatomie kommt aus dem Griechischen und bedeutet ungef�hr soviel wie die Lehre oder die F�higkeit, etwas zu zerlegen (wegzuschneiden).

Gehring Bianca wrote:

Hallo Clemens,
Danke f�r Deine offenen Worte, denen ich nur voll zustimmen kann.
In den letzten Tagen habe ich als Neuling in der Liste allerdings den Eindruck gewonnen, dass so manche sog. "Forscherinnen" noch gar nicht bemerkt haben, dass sie evtl. Nachkommen von Sokrates Ehefrau sein k�nnten; obwohl besagte Aussage zwischen den Zeilen in der Forschung nicht unbedingt als erwiesen gilt.

Freundlichst

Herbert (Brendel)

Dr. Clemens Scharf schrieb:

An alle Ur-ur-ur-erz-und-latein-schl�ulinge, an den selbsternannten(?) Adel und die niedrige plebs,

das ist nun wirklich ungalant und ma�los �bertrieben, eine sicher verdienstvolle Mitarbeiterin, die einige aus der NSL-Liste kritisiert hat, weil sie sich unwillig oder -auch das wurde unterstellt-unf�hig zeigten, die neuesten Erkenntnisse der genealogischen Wissenschaft anzuwenden, in die N�he der Xanthippe zu r�cken.
Ich bin auch neu in dieser Liste. Gibt es hier auch freundliche oder wenigstens witzige Leute?
U.

Hallo Ursula

Gr��e aus Kanada

Quote " Ich bin auch neu in dieser Liste. Gibt es hier auch freundliche oder
wenigstens witzige Leute?"

Sicherlich. Eine ganze Menge aber haben auch Sp�tter unter uns. Viel Fachwissen und Hilfsbereitschaft. Bin in mehreren Newsgruppen eingetragen, aber die Schlesier sind mit die Besten. Leider kommt meine bucklige Verwandschaft alle aus West - und Ostpreu�en und ich kann es nicht nutzen.

Uwe

Uwe-Karsten Krickhahn
Medicine Hat, Alberta
Canada
www.kartenmeister.com

Erweiterte Suchm�glichkeiten in deutscher Anleitung auf
http://wiki-de.genealogy.net/Kartenmeister