Besiedlungspolitik Oberschlesien

In einer eMail vom 14.07.01 12:31:22 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt
joachim@franczok.de:

hat jemand von Euch Informationen über Migrationsbewegungen bzw. die
Besiedlungspolitik in Schlesien, speziell Oberschlesien?

Hallo Joachim,
in den Bibliotheken bzw. im Buchhandel gibt es:

   Neue Beiträge zur schlesischen Siedlungsgeschichte
   Walter Kuhn
   Verlag: Jan Thorbecke, 1984

   Beiträge zur schlesischenSiedlungsgeschichte
   Autor: Joseph Klapper
   München, 1971

   Siedlungsgeschichte Oberschlesiens
   Autor: Walter Kuhn
   Oberschlesischer Heimatverlag, Würzburg, 1954

Bei Ihrem Familiennamen würde ich zum einen aus seiner oberschlesischen
Herkunft und zum anderen aus dem Z eher auf eine Ableitung von FRANCISCUS -
FRANZ - FRANCZEK (Fränzchen) - FRANCZOK schließen. Vielleicht sind Ihnen die
beiden oberschlesischen Witzfiguren Antek und Frantek (etwa Toni und Franzl
oder Tünnes und Fränzchen) bekannt.

Da der Familienname sicher schon vor 1807 existierte, ist auch eine
französische Abstammung unwahrscheinlich. Ich würde nicht einmal unmittelbar
an den Heiligen Franciscus von Assisi als Namensgeber denken sondern eher an
den deutschen Kaiser Franz I., * 8.12.1708 in Nancy, + 18.8.1765 in
Innsbruck, seit 1736 Gemahl von Kaiserin Maria Teresia.

Die Ableitung über Frankfurt/Oder, das wohlgemerkt nicht durch Franken
sondern auf Befehl Mgf. Johann I. v.Brandenburg gegründet wurde, von den
Franken ist wohl etwas weit hergeholt. (Der Ursprung des Namens Vrankenforde
- an anderer Stelle auch Frankenforde, Francfurd, Franckfurde usw. - ist
nicht sicher). Deutsche Kaufleute wurden in dieser Zeit gemeinhin "Franken"
genannt.

Grüße aus Hilden,
Günther Böhm