BESIEDLUNG POMMERN/WESTPREUßEN/POSEN VON SCHLESIEN AUS?

Liebe Leser,

bei meiner Suche auf
http://www.herby.com.pl

habe ich die Anzahl aller verschiedene Namensformen meiner
v�terlichen Linie, wie sie 1990 in Polen vorhanden
war, auf einer Landkarte Polens eingetragen.

Ich habe dabei herausgefunden, dass die haupts�chli-
chen Namenstr�ger OSTENDA und OSZCZE(N)DA haupts�chlich
in dem Teil Polens lebten, der nach 1815 nach dem Wiener
Kongress zu Preu�en geh�rte. �stlich von Warschau kam
der Name �berhaupt nicht mehr vor. Die OSCENDAS waren
haupts�chlich in KALISKIE, der Wojewodschaft, die auch
fast den gesamten ehemaligen Kreis Gro�-Wartenberg
eingeschlossen hat.

Mich w�rde mal interessieren inwieweit Auswanderungen
von Schlesien aus nach Pommern, Westpreu�en und Posen
bekannt sind. Insbesondere interessiert mich die
Besiedlung Westpreu�ens und Pommerns ab 1772.

Viele Gr��e,
Thomas Oszinda
(�ltester bekannter Vorg�ngername: OSCENDA)
Meine Vorfahren lebten in den Kreisen ADELNAU, GRO�-WARTENBERG,
�LS und SCHILDBERG
Meine haupts�chliche Namenssuche: OSCENDA, OSCINDA, OSTENDA,
OSTINDA, OSZENDA, OSZINDA, OSTENDE, OSZCZENDA
http://hometown.aol.de/oszinda

Hallo Thomas, liebe Liste,

Mich w�rde mal interessieren inwieweit
Auswanderungen
von Schlesien aus nach Pommern, Westpreu�en und
Posen
bekannt sind. Insbesondere interessiert mich die
Besiedlung Westpreu�ens und Pommerns ab 1772.

der Ploetz, Raum und Bev�lkerung in der
Weltgeschichte, 1966, bietet hier folgendes:

S.48: ... Die Nordostbewegung beginnt im 12. Jahrhdt.
... Pommern wird zun�chst von niederdeutschen
Elementen besiedelt, sp�ter auch Zuzug aus Schlesien,
B�hmen und M�hren. Bis etwa 1375 ist der Raum zwischen
unterer Oder und unterer Weichsel kolonisiert. ...

S.49: ... Die S�dostbewegung, nach 1200 in voller
St�rke einsetzend, geht zun�chst von der Mark Mei�en
aus. Am Nordhang der Sudeten entstehen in den ersten
Jahrzehnten des 13. Jahrhdts. eine Reihe von St�dten
(G�rlitz, Lauban, Hirschberg, Reichenbach, Schweidnitz
u.a.). Oppeln ... 1217, 1242 Breslau, 1250 Brieg. Nach
�lterer Sch�tzung entstehen bis 1260 in Schlesien rund
1500 Bauernd�rfer, die Zahl der Einwanderer soll
150.000-180.000 Personen betragen haben. Sie stammen
vornehmlich aus dem Gebiet um Altenburg und Mei�en;
ein Teil der Kolonisten kommt aus Bayern, der
Oberpfalz, Hessen und dem Rheinland. Flandrische
Tuchmacher lassen sich in den neu gegr�ndeten St�dten
nieder. Von Schlesien aus erfolgen noch im 13.
Jahrhdt. weitere Siedlungsvorst��e in den polnischen
Raum: nach Osten in die Gegend um Cholm und Lublin,
nach Nordosten in das Gebiet zwischen Oder, Warthe und
Bartsch (Posen 1253 gegr�ndet). ...

S.53-54: ... Die Ostkolonisation erh�lt vor�bergehend
neue Antriebe: 1530-1650 entstehen Ansiedlungen im
Warthebruch (Siedler aus Pommern, Brandenburg und
Schlesien). Kolonisten aus dem unteren Weichselgebiet
wandern weichselaufw�rts bis in das sp�tere
Kongre�polen, das seit 1530 in st�rkerem Ma�e von
deutschen Siedlern besetzt wird. Umfangreiche
Rodungen, ausgehend von Hinterpommern, der Neumark und
Niederschlesien, erweitern den Kulturboden auf Kosten
des Waldg�rtels zwischem deutschem und polnischem
Siedlungsraum. ...

S.55: >Nach dem 30j�hrigen Kriege (17xx):< ...
Zuwanderung aus au�erdeutschen Gebieten erhalten
insbesondere ... Vorpommern (aus Schweden). ...

Leider habe ich nur Band 3 (bis zur Neuzeit (1750))
vorliegen. Vielleicht ist�s trotzdem interessant...

Sch�nen Gru� aus Bonn
Luz (Barthel)

http://www.geocities.com/luzblitz
(aktuelle Suche: RATZKE, Heinersdorf, Kr. Neisse)

Hallo Luz,

herzlichen Dank f�r Deine Antwort.

Interessant finde ich, dass schon in der Zeit von
1530-1650 Ansiedlungen im Warthebruch (sogar aus
Brandenburg stattfanden).

Gibt es auch Informationen �ber Ansiedlungen von
Brandenburg oder
Pommern/Westpreu�en/Posen nach Schlesien vor 1766?

F�r mich ist das sehr interessant, da die ersten OSCENDAS
schon um 1766 in Schlesien nahe der polnischen Grenze
gelebt haben. Ich gehe eigentlich davon aus, dass der Name
OSCENDA aus den Namen OSTENDE oder OSZCZE(N)DA (je nachdem,
welcher Name nun der �ltere ist) entstanden ist.
Mir ist nur bekannt, dass das polnische Grenzgebiet zum
sp�teren Kreis Gro�-Wartenberg w�hrend und kurz nach dem
drei�igj�hrigen Krieg von schlesischen Glaubensfl�chtlingen
und nach dem siebenj�hrigen Krieg von schlesischen polnisch-
sprechenden Lutheranern besiedelt wurde. Wahrscheinlich wurde
dabei auch das Gro�-Wartenberger Gebiet weiter bev�lkert.
Insbesondere interessiert mich auch eine Brandenburger
Einwanderung, die nach dem ersten schlesischen Krieg ab
dem Jahre 1741 im Kreis Gro�-Wartenberg nicht bekannt ist.
Mein Gro�onkel, der vor dem zweiten Weltkrieg anfing, im
Landratsamt Gro�-Wartenberg zu arbeiten, hat erz�hlt, dass
unsere Sch�n-Vorfahren aus Brandenburg k�men. Im nach dem
ersten Weltkrieg polnischen Gebiet Schlesiens w�ren sie von
SCH�N in PIEKNY (polnisches Wort f�r SCH�N) umbenannt worden.
Mein Urgro�vater wurde 1871 wieder als SCH�N geboren.
Ob meine Sch�nvorfahren nun wirklich aus Brandenburg kamen,
kann ich nat�rlich nicht zur�ckverfolgen. Vielleicht hat
mein Gro�onkel die Geschichte auch nur erfunden, um seinen
Ariernachweis, der zum Namen PIEKNY hinf�hren musste, zu
entsch�rfen, wie vielleicht auch viele "SLAWEN-FANS"
behaupten w�rden. Dass aber kann niemand mehr nachweisen.

Viele Gr��e,
Thomas Oszinda
(�ltester bekannter Vorg�ngername: OSCENDA)
-----Urspr�ngliche Nachricht-----
[mailto:niederschlesien-l-admin@genealogy.net]Im Auftrag von Luz

Hallo Thomas,

herzlichen Dank f�r Deine Antwort.

gern...

Interessant finde ich, dass schon in der Zeit von
1530-1650 Ansiedlungen im Warthebruch (sogar aus
Brandenburg stattfanden).

Gibt es auch Informationen �ber Ansiedlungen von
Brandenburg oder
Pommern/Westpreu�en/Posen nach Schlesien vor 1766?

Leider habe ich nur Band 3 (bis zur Neuzeit (1750))
vorliegen.

Und da habe ich eigentlich alle Siedlungsbewegungen
betr. Schlesien, ... unter dem Stichpunkt Deutschland
herausgeschrieben. Dort w�re noch etwas zu Seuchen,
Agrarverfassung, ... zu finden. Unter dem Stichpunkt
Polen findet sich noch folgende Info:

S.67: Polnische F�rsten rufen deutsche Kolonisten ins
Land ... Landgabe ... >1???, nach Entstehung des
polnischen Staates im 10. Jahrhdt.<
Polen wird durch den Einfall der Mongolen 1241 schwer
getroffen. Bald nach dem Mongolensturm setzt die
deutsche Einwanderung wieder in gro�em Ma�e ein. ...
im wesentlichen aus Schlesien und der Lausitz. ...

S.68: > ... Einebnung polnischen und deutschen Rechts
...< haben das Aufgehen der Deutschen im Polentum im
ausgehenden Mittelalter zur Folge. ...

...T�rken bis Lemberg...< ... Nach der Flucht der

polnischen Bauern nach S�dosten (X) wandern
Brandenburger, Pommern, auch Niederl�nder um 1560,
dann infolge des 30j�hrigen Kriegs erneut
Brandenburger nach Polen ein;

Es sind leider keine Karten enthalten, wie weit also
das oben erw�hnte Polen z.B. nach Oberschlesien
hineinreicht kann ich nicht beurteilen. In der
Einleitung wird zwar von Grenzen um 1937 ausgegangen,
aber gleichzeitig erw�hnt, da� es sich um Sch�tzungen
und �berlieferungen handelt. Ich denke, der Text ist
mit voller Absicht "schwammig" gehalten.

(X)Nanu, ich dachte, da k�men die T�rken gerade her???

Sch�nen Gru� aus Bonn
Luz (Barthel)