Hallo liebe Listenmitglieder,
wer kann mir Näheres zu diesen Berufsbezeichnungen sagen?
Einige meiner Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert waren Bandwirker in Langerfeld (heute Teil von Wuppertal). Was muss ich mir darunter konkret vorstellen? Offenbar eine Art kleine Textilfabrikation, vielleicht in Heimarbeit. Kann mir da jemand einige Hintergrundinformationen geben?
Ein anderer Ahne, wohnhaft in Barmen, (ebenfalls frühes 19. Jahrhundert) war "Steinbrecher". Das klingt irgendwie nach Bergbau. Ist das richtig? Welche Art von Bergbau wird (oder wurde) in dieser Gegend denn betrieben? (Vielleicht hätte ich in der Geographiestunde doch besser aufpassen sollen...)
Übrigens: Die Namen dieser Personen waren Höl(c)ken bzw. Trottier. Kennt jemand diese Namen? Oder hat sie gar in seinem Stammbaum?
Danke! Und einen schönen Gruß aus München!
Gerhard Freudenberg
Hallo Gerhard,
da auch ich in der Fam. einige dieses Berufes habe !!! kann ich Dir helfen :
Die Vermutung liegt richtig - Textilindustrie !!! - welche im 18. Jhd. und
19 Jhd.
dort eine weite Industrie hatte Radevormwald "Johann-W�lfing & Sohn"
(Museum)
1835 !!
Sp�ter auch in Barmen/Wupperfeld !
Bandwirker haben sogn. Bordieren (Zier-B�nder/Riemen) gewirkt !
Gehe einmal auf die HP www.radevormwald.de , da findest Du Links !
"STEINBRECHER" -bauten in Steinbr�chen (Tagebau) rohe Gesteinsmassen ab,
die dann von Steinmetzen (n.heutiger Begriff) weiter bearbeitet/verarbeitet
wurden !
Quader,Steintreppen,S�ulen,Balustrade etc.
Quelle: Lexikon untergegangener Berufe -Rudi Palla - Verlag Eichborn
MfG
Peter (N./Ostsee)
Ps " Trottier " kann auch eine Berufsbezeichnung sein franz. ? -trottoir
?? -
B�rgersteigmacher ?? In Verbindung mit Steinmetz ??
Die Gegend war ja bis 1815 unter franz. Verwaltung !!! Siehe auch Buch:
Die Homburger Zuwanderungen nach Wuppertal / meist Maurer / Steinmetze ! -
Gru� d.o.
Hallo Gerhard Freudenberg,
Einige meiner Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert waren Bandwirker in
Langerfeld (heute Teil von Wuppertal). Was muss ich mir darunter konkret
vorstellen? Offenbar eine Art kleine Textilfabrikation, vielleicht in
Heimarbeit. Kann mir da jemand einige Hintergrundinformationen geben?
Bandwirker = Posamentierer, Bortenmacher, br�melmacher, Briser,
Litzenmacher, Pre�werker, Schn�rmacher usw.
Aus dem Handwerk der Weber ist das der Posamentierer hervorgegangen. Diese
stellten kunstvolle Besatzartikel f�r geistliche Gewaender, buergerliche
Kleider und Uniformen her: "Luxusartikel" wie Baender, Borten, Schn�re,
Tressen und auch Knoepfe.
Solche Spezialisten sind bereits im 13. Jhdt. in Koeln, 1363 in Nuernberg,
und 1403 in Augsburg taetig gewesen. In Leipzig schlossen sie sich 1545 zu
einer Innung zusammen und erhielten in Frankfurt/Main 1583 eine eigene
Ordnung. Die Lehrzeit dauerte 2 (Hamburg 1586) bis 4 Jahre (Koeln 1659).Als
Mitglieder eines geschenkten Handwerks hatten Gesellen auf ihrer
Wanderschaft Anspruch auf den Zehrpfennig. Erst im spaeten 17. Jahrh. konnte
das Verbot der bis dahin ueblichen Stuhlarbeit der Frauen ueberregional
durchgesetzt werden, waehrend das Zwirnen, Winden und Spulen auch weiterhin
von Frauen und Kindern besorgt wurde.
Auf der Wirklade und dem Posamentierstuhl wurden Borten gewebt. Mehrere
Baender konnten auf dem Schubstuhl und der im 17. Jhdt. aus Holland
kommenden Bandmuehle gleichzeitig hergstellt werden. Internationale
Bedeutung erlangte die Bandweberei vor allem in Wuppertal (Elberfeld und
Barmen) und sp�ter auch in Krefeld. Als um 1820 der durch Lochkarten
mechanisch gesteuerte Jacquard-Webstuhl eingefuehrt wurde, der 1850 mit
Dampf- und spaeter mit elektr. Motorkraft betrieben wurden, verdraengte die
industrielle Massenproduktion das zuenftige Handwerk immer mehr.
Entnommen aus Dr. Eike Pies: Zuenftige und andere Berufe
ISBN 3-930132-07-9
Gru� vom sonnigen Niederrhein
Manfred P.
Hallo Gerhard Freudenberg,
Trottoir ist der B�rgersteig.
Sch�ne Gr�sse aus Kottenheim
Siegfried
Hallo Gerhard,
da auch ich in der Fam. einige dieses Berufes habe !!! kann ich Dir helfen
:
Die Vermutung liegt richtig - Textilindustrie !!! - welche im 18. Jhd. und
19 Jhd.
dort eine weite Industrie hatte Radevormwald "Johann-W�lfing & Sohn"
(Museum)
1835 !!
Sp�ter auch in Barmen/Wupperfeld !
Bandwirker haben sogn. Bordieren (Zier-B�nder/Riemen) gewirkt !
Gehe einmal auf die HP www.radevormwald.de , da findest Du Links !
"STEINBRECHER" -bauten in Steinbr�chen (Tagebau) rohe Gesteinsmassen ab,
die dann von Steinmetzen (n.heutiger Begriff) weiter
bearbeitet/verarbeitet
wurden !
Quader,Steintreppen,S�ulen,Balustrade etc.
Quelle: Lexikon untergegangener Berufe -Rudi Palla - Verlag Eichborn
MfG
Peter (N./Ostsee)
Ps " Trottier " kann auch eine Berufsbezeichnung sein franz. ? -trottoir
?? -
B�rgersteigmacher ?? In Verbindung mit Steinmetz ??
Die Gegend war ja bis 1815 unter franz. Verwaltung !!! Siehe auch Buch:
Die Homburger Zuwanderungen nach Wuppertal / meist Maurer / Steinmetze ! -
Gru� d.o.
From: "Gerhard Freudenberg" <gerhard.freudenberg@t-online.de>
To: "Mailinglist Westfalen" <westfalen-l@genealogy.net>
Sent: Friday, October 10, 2003 12:08 PM
Subject: [WFA] Berufsbezeichnungen "Bandwirker" und "Steinbrecher"
Hallo liebe Listenmitglieder,
wer kann mir N�heres zu diesen Berufsbezeichnungen sagen?
Einige meiner Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert waren Bandwirker in
Langerfeld (heute Teil von Wuppertal). Was muss ich mir darunter konkret
vorstellen? Offenbar eine Art kleine Textilfabrikation, vielleicht in
Heimarbeit. Kann mir da jemand einige Hintergrundinformationen geben?
Ein anderer Ahne, wohnhaft in Barmen, (ebenfalls fr�hes 19. Jahrhundert)
war
Hallo Siegfried aus Kottenheim
ich m�chte mich an dieser Stelle mal einklinken mit der Frage an einen
Kottenheimer:
Gibt es gen. Daten zu einem Pastor/Pfarrer Ter�vest (Ter�verst), der in
Kottenheim um die vorletzte Jahrhundertwende gewirkt haben soll. Wohl auch
dort gestorben. Er soll aus Greffen, Krs. Warendorf, heute Krs. G�tersloh,
stammen.
Hast Du da n�here Kenntnisse ?
W�rde mich �ber eine R�ckmeldung freuen.
Gru�
Michael Tigges, Limburg
m.tigges@mtm-marketing.de