Beruf Maschinist in Bremen

Liebe KolegInnen,

Ein Vorfahr war 1869 40 Jahre alt und Machinist in Bremen. Wer kann mehr zu diesem Beruf sagen?

Meine Vermutung ist, dass er mit den Dampfmaschinen aufkam. Insofern liegt in Bremen nat�rlich eine Verbindung zu Schiff-Fahrt und Schiffbau nahe.1858 setzte der Norddeutsche Lloyd nach meinem Kenntnisstand erstmals ein Dampfschiff auf der Route Bremerhaven-NY ein. Aber ein Maschinist musste ja wohl nicht unbedingt zur See fahren? Oder doch? In Kiel gab es wohl sogar einen Maschinistenverein. Lehrberuf? oder etwas f�r Angelernte?

Wer kann weiterhelfen?

Gr��e Peter (Teuthorn)

"Peter TEUTHORN" <p@teu-net.de> schrieb:

Liebe KolegInnen,

Ein Vorfahr war 1869 40 Jahre alt und Machinist in Bremen. Wer kann mehr
zu diesem Beruf sagen?

Meine Vermutung ist, dass er mit den Dampfmaschinen aufkam. Insofern
liegt in Bremen nat�rlich eine Verbindung zu Schiff-Fahrt und Schiffbau
nahe.1858 setzte der Norddeutsche Lloyd nach meinem Kenntnisstand
erstmals ein Dampfschiff auf der Route Bremerhaven-NY ein. Aber ein
Maschinist musste ja wohl nicht unbedingt zur See fahren? Oder doch? In
Kiel gab es wohl sogar einen Maschinistenverein. Lehrberuf? oder etwas
f�r Angelernte?

Wer kann weiterhelfen?

Gr��e Peter (Teuthorn)

Peter,

deine Vermutung ist richtig, nur Du hast eines nicht ber�cksichtigt, um eine Dampfmaschine zu betreiben ben�tigt man was?? Richtig, >Dampf< und wer erzeugt den Dampf, der Dampfkessel und der Dampfkessel wird von einem >Heizer< bedient bzw. beschickt. Also brauchte man um ein Dampfschiff in Bewegung zu setzen 2 Berufsgruppen n�mlich den Heizer und den Maschinisten. Das war bei den Dampflokomotiven nicht anderst.

Ich habe einen Metallverarbeitenden Beruf erlernt und mich dann in einem Energieversorgungsunternehmen beworben, in diesem EV wurde Strom erzeugt, soll hei�en, hier wurde Wasser in Dampf umgewandelt und anschlie�end �ber ein Rohrleitungssystem auf die Dampfturbine geleitet um in angeblockten Generator elektrische Leistung zu erzeugen. Nun sagt der Gesetzgeber das nicht jeder einen solchen Kessel bzw. nicht eine solche Anlage ohne die nachgewiesene Bef�higung fahren darf, dazu muss man eine Eignungspr�fung ablegen und dies geschieht beim T�V dem Nachfolger des fr�heren Dampfkessel- und Maschinisten Vereins.

Heute sieht das so, dass gr��ere Kesselanlagen, hierzu geh�ren auch Hei�wasserkesselanlagen, von einem zumindest Kesselw�rter gefahren werden mu�, sogar Kessel mit einer 72 st�ndigen �berwachungsanlage. F�r Gro�anlagen, Kraftwerke, werden die Leute nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung (Schlosser, Heizungsbauer, Elektroniker etc.) in einem 1 j�hrigen Blockunterricht an der Kraftwerkerschule in Essen und 3 j�hriger Ausbildungszeit vor Ort nach Pr�fung zum Kraftwerker. Es gibt also nicht nur den Heizer oder Maschinisten, heute mu� der Kraftwerker alles machen k�nnen.

Hoffe geholfen zu haben.

Viele Gr��e aus Barsinghausen
Harald (Kemm)

Familienforschung Kemm
Postfach 1409
30884 Barsinghausen

harald.kemm(at)freenet.de

Hallo Harald und Klaus,
danke f�r eure lexikalischen und praktischen Erkl�rungen. Wenn ich diese heutigen Definitionen um 150 Jahre zur�cksetze, kann ich f�r den erw�hnten Bremer Vorfahren, dessen Vater und Gro�vater noch Zunftmeister jeweils im Schneider- und Tischlerhandwerk und nat�rlich auch B�rger Bremens nach dem rechtlich/st�ndischen Begriff waren, dass dieser, der Sohn bzw. Enkel nun einen modernen und offensichtlich nachgefraten Beruf ergriffen hatte. Theoretisch hat er diesen auf den Feldern Industrie, Bahn und Schiff aus�ben k�nnen. Bahn scheidet wohl wegen zu erwartender eigener Begriffe aus. So nehme ich ein mal an, dass er in Schiffbau oder-Reparatur, m�glicherweise aber auch auf Schiffen t�tig war, da diese Felder in Bremen ja besonders naheliegen.

Viele Gr��e Peter