Beruf: Grützmacher

Eine Frage an Alle,
bei mir taucht mehrfach die Berufsbezeichnung Gr�tzmacher auf, aber ich weiss
nicht genau, was hat der eigentlich gemacht? Abgesehen von Roter Gr�tze kenne
ich aus meiner Jugendzeit nur Buchweizengr�tze mit Milch. Meine Kochb�cher
schweigen sich auch aus. Kann es mir jemand erkl�ren?
Sch�nen Abend noch w�nscht Hermann

Vorerst die Tatsachen:

Wer: Mann, geb. um 1776 in Preussisch Pommern; vor 1805 nach Nordschleswig
eingewandert, 1805 29-30 Jahre alt, Beruf: Schneider
Wo: Sundeved zwischen Sonderburg und Apenrade, erste Spur Hochzeit in
Feldstedt 1805

Meine Fragen:

Welche Spuren hinterlässt so einer in den Archiven - also neben Hochzeiten,
Taufen der Kinder, Tod und Beerdigung?

1. Sein Beruf Schneider - hinterlässt er als Schneider Spuren in den
Zunftbüchern der nächsten Stadt (Sonderburg, Apenrade, Flensburg)?
Um von Pommern nach Nordschleswig zu kommen muss er ja auf der Wanderschaft
gewesen sein und bei Meistern zwischen Anklam und Apenrade gearbeitet haben,
ehe er in Feldstedt heiratet. Gibt es überhaupt Zunftprotokolle für
Schneider oder war das Gewerbe offen? Wo sollte ich solche Protokolle
suchen - im LA Schleswig oder in den Archiven der Städte?

2. Sein Alter - jünger als 30: wird ein Schneider, der Sohn eines Lehrers
war, für den Militärdienst verlangt? Und wo würde ich die Stammrollen für das Amt Anklam finden - für die Zeit um 1800

3. Sein 'verborgenes' Leben: er wohnt auf dem Lande in einer Gemeinde, deren
Bewohner teilweise zu einem Gut des 2. Angler Güterdistricts gehörten - und
hier hatte er einen guten Ruf. Aber als Geselle auf Wanderschaft könnte er
unterwegs von Anklam nach Apenrade in verschiedenen Polizeiprotokollen
auftauchen als 'Landstreicher' (ein nicht Einheimischer, der ohne Grund und
Pass über die Gemeindegrenze ging, erregte immer Misstrauen - als Dänin
fällt mir eine bessere Erklärung für den dänischen Begriff Lösgänger nicht
ein)
Wo würde ich die Polizeiprotokolle der Landgemeinde finden - wahrscheinlich
im LA Apenrade - und wo die entsprechenden Protokolle in (Süd)-Schleswig
und Holstein? Gibt es alphabetische Namenslisten für diese
Polizeiprotokolle?

4. Gute Ratschläge, ihn in anderen Quellen zu suchen?

Ich weiss, er kann per Schiff von Anklam nach Sonderburg gekommen sein, und
dann ist die Suche sinnlos, aber da ich vor einem Heuhaufen stehe, suche ich
eine vernünftige Richtung. Jede Hilfe von erfahrenen Genealogisten ist
willkommen

Inger Buchard

Hallo Hermann,

lt. Kurt v. Sta�ewski: Was waren unsere Vorfahren?,
K�nigsberg/ Pr. 1938
stellt er Gruetze her, und zwar auf einer Handmuehle ( Quirdel )

Gru� Manfred

Eine Frage an Alle,
bei mir taucht mehrfach die Berufsbezeichnung Grützmacher auf, aber ich weiss
nicht genau, was hat der eigentlich gemacht? Abgesehen von Roter Grütze kenne
ich aus meiner Jugendzeit nur Buchweizengrütze mit Milch. Meine Kochbücher
schweigen sich auch aus. Kann es mir jemand erklären?

Im Dänischen bedeutet das Verbum
grutte
dass man mit einem Stein auf einem ausgehöhlten Stein Korn grob mahlt - diese 'grutte-sten' werden wohl heute noch in nicht-industrialisierten Ländern benutzt.
Dä. Gröd (mit weichem -d-) und norw. graut ist Grütze

Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch, de Gruyter, Berlin und Leipzig 1934::
Grütze: germ. Wurzel Grut 'Korn' .... mhd. Gruz 'Korn',
Der aus Körnern bereitete Brei heisst anord. grautr ... ahd. gruzzi, mhd. grütze

Inger