Beruf Bittner

Vor kurzem las ich beim Beruf "Bittner". Kann mir jemand weiterhelfen, was
das bedeutet? Danke, Klaus

Klaus Mittmann
Bratislava/Slovak Rep.

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(Muehlraedlitz), BOEK (Sophienberg), ZILIUS (Pillkallen), KITTELMANN
(Kaulwitz, Zottwitz), PETSCHKE (Wangern), KIRSCHSTEIN (Prisselwitz)

Vor kurzem las ich beim Beruf "Bittner". Kann mir jemand weiterhelfen, was
das bedeutet? Danke, Klaus

Klaus Mittmann
Bratislava/Slovak Rep.

Hallo Klaus,

mir hat man mal vor viel Jahren erklärt, daß das schlesische Bittner eine
Abwandlung von dem Begriff BÜDNER sei. Damit sei ein Behausung - wir
würden heute sagen BUDE - gemeint, die aus Holzbrettern errichtet den
Menschen damas Unterkunft bot. Eine armselige Wohnung also, weil der
betreffende sich nichts besseres leisten konnte.

Ob diese Erklärung des Namens Bittner richtig ist weiß ich nicht, aber wir
werden es vielleicht jetzt in dieser Liste erfahren.

Gruß Bernd (Babisch)

+____________________bb@smooth.de - oder - bebaki@freenet.de__________________+

Hallo,
im Namenslexikon von Bahlow steht zu BITTNER
folgendes:
Bittner (schles.-b�hm.) entrundet aus B�ttner
(B�ttcher). In Bayer+�sterr. Pittner.

Das ein B�ttcher F�sser und dgl. macht, d�rfte
ja bekannt sein.

Gr��e
Marina Weiss

Sehr geehrter Herr Mittmann (und sonstige Interessierte),

Die alten Berufe werden sehr sch�n erkl�rt in: Jacob Eberhard Gailer, Neuer
Orbis pictus f�r die Jugend, Reutlingen 1835, erh�ltlich in jeder Buchhandlung
in der Reihe "Die bibliophilen Taschenb�cher" unter Nr. 116.

Darin wird S. 399 f. unter Nr. 175 in vier Sprachen (englisch, deutsch,
franz�sisch und lateinisch) erkl�rt, was ein B�ttner ist. Ich beschr�nke mich
auf die deutsche Fassung:

Der B�ttcher (B�ttner, Fa�binder oder K�fer) und der K�bler

Der B�ttcher, mit dem Schurzfelle angethan, macht F�sser und Tonnen aus Dauben,
welche er durch Reife[n] befestigt, damit sie nicht zusammenfallen. Sein kurzes
Handbeil oder das Bindemesser, welches sich unten in einen spitzigen Haken
endigt, dient dazu, die Reifen zu behauen, sie mit dem Haken zu ergreifen und
�ber die St�be herabzuziehen. Der Schl�gel ist gleichsam ein h�lzerner Hammer,
den man mit dem R�cken des Beils auf die Reifen schl�gt. Die Schneidebank ist
eine Bank mit vier F��en, auf welcher der B�ttcher sitzt, und die Reifen mit dem
Schnitzmesser, das zwei Hefte hat, zurichtet und glatt sch�lt. Die Reifen sind
von jungen Eichen, Birken oder Haselstauden gespalten, und werden der Dauer
wegen an ihrer �u�eren, erhabenen Rindenfl�che rauh gelassen. Nachdem der K�fer
die Bodenh�lzer und die Dauben zuger�stet hat, bindet er sie, legt die Reifen
an, und schl�gt sie mit dem Schl�gel und Triebel an. Der K�bler macht B�tten
oder Kufen, Zuber, Gelten, K�bel, Eimer. In kleinen St�dten ist dieses Handwerk
mit dem des K�fers vereinigt."

Der S. 400 des genannten Buches folgt eine sehr anschauliche, leicht kopierbare
Abbildung, welche vier B�ttner bei der Arbeit zeigt.

Auf gleiche Weise ist jeder Beruf beschrieben und veranschaulicht, so da� jeder,
der sich, �ber die blo�e Kenntnis der Namen und Daten seiner Ahnen hinaus, auch
f�r deren genaue Lebensumst�nde interessiert, in diesem Buch ein erstes Bild
gewinnt.

Etwas knapper (und auch nur deutsch und lateinisch) sind die alten Berufe in
Johann Amos Comenius, Orbis sensualium pictus, N�rnberg 1658, beschrieben und
abgebildet; Reihe "Die bibliophilen Taschenb�cher" Nr. 30. Den B�ttcher oder
B�ttner findet man hier S. 164 f.

Mit freundlichen Gr��en! Klaus Kunze

Die alten Berufe werden sehr sch�n erkl�rt in: Jacob Eberhard Gailer, Neuer
Orbis pictus f�r die Jugend, Reutlingen 1835, erh�ltlich in jeder Buchhandlung
in der Reihe "Die bibliophilen Taschenb�cher" unter Nr. 116.

Darin wird S. 399 f. unter Nr. 175 in vier Sprachen (englisch, deutsch,
franz�sisch und lateinisch) erkl�rt, was ein B�ttner ist. Ich beschr�nke mich
auf die deutsche Fassung:

Der B�ttcher (B�ttner, Fa�binder oder K�fer) und der K�bler

Der B�ttcher, mit dem Schurzfelle angethan, macht F�sser und Tonnen aus Dauben,
welche er durch Reife[n] befestigt, damit sie nicht zusammenfallen. Sein kurzes
Handbeil oder das Bindemesser, welches sich unten in einen spitzigen Haken
endigt, dient dazu, die Reifen zu behauen, sie mit dem Haken zu ergreifen und
�ber die St�be herabzuziehen. Der Schl�gel ist gleichsam ein h�lzerner Hammer,
den man mit dem R�cken des Beils auf die Reifen schl�gt. Die Schneidebank ist
eine Bank mit vier F��en, auf welcher der B�ttcher sitzt, und die Reifen mit dem
Schnitzmesser, das zwei Hefte hat, zurichtet und glatt sch�lt. Die Reifen sind
von jungen Eichen, Birken oder Haselstauden gespalten, und werden der Dauer
wegen an ihrer �u�eren, erhabenen Rindenfl�che rauh gelassen. Nachdem der K�fer
die Bodenh�lzer und die Dauben zuger�stet hat, bindet er sie, legt die Reifen
an, und schl�gt sie mit dem Schl�gel und Triebel an. Der K�bler macht B�tten
oder Kufen, Zuber, Gelten, K�bel, Eimer. In kleinen St�dten ist dieses Handwerk
mit dem des K�fers vereinigt."

Der S. 400 des genannten Buches folgt eine sehr anschauliche, leicht kopierbare
Abbildung, welche vier B�ttner bei der Arbeit zeigt.

Auf gleiche Weise ist jeder Beruf beschrieben und veranschaulicht, so da� jeder,
der sich, �ber die blo�e Kenntnis der Namen und Daten seiner Ahnen hinaus, auch
f�r deren genaue Lebensumst�nde interessiert, in diesem Buch ein erstes Bild
gewinnt.

Etwas knapper (und auch nur deutsch und lateinisch) sind die alten Berufe in
Johann Amos Comenius, Orbis sensualium pictus, N�rnberg 1658, beschrieben und
abgebildet; Reihe "Die bibliophilen Taschenb�cher" Nr. 30. Den B�ttcher oder
B�ttner findet man hier S. 164 f.

Klaus Kunze