BEHEM in Waldenburg und Schweidnitz

G�nther B�hm aus Hilden schrieb:

Das k�nnte erkl�ren, woher so pl�tzlich die b�hmischen Edelleute (und

sp�teren Raubritter?) kamen, die sicher im heftigen Widerspruch zum
einheimischen angestammten Adel standen, dessen Rechte und Einnahmen sie

gewiss betr�chtlich beschnitten. Wahrscheinlich geh�rten die
Schweidnitz-Waldenburger BEHEM zu ihnen! (Also doch keine Nobilitierung
von
Glatzer B�rgern; ich hatte eh' nicht wirklich dran geglaubt.) Es ist ja
bekannt, dass die Bohemisierungpolitik Kaiser Karls IV. - neben der
Schw�che
seines Sohnes und Nachfolgers als b�hmischer K�nig, Wenzel IV. - einer
der
Gr�nde f�r das sp�tere Aufkommen der hussitischen Bewegung und die durch
sie
hervorgerufenen Wirren war. <

Hallo G�nther,
das sehe ich auch so. Man erklaerte sich ja selbst nicht zum Raubritter,
sondern man wurde vermutlich zum Raubritter erklaert. Das war sicherlich
- damals wie heute - das Ergebnis der Propaganda der anderen Seite. Es
erscheint, als ob die B�heim/Behem von Schwarzwaldau bereits um 1400
aufhoerten zu existieren, also bevor die eigentliche Hussiten-Bewegung
anfing.

Soll ich "Deine" Glatzer Boehm-Sippe mit in "meine" Webseite
http://boehm-chronik.com/sippe.htm
aufnehmen? Ich fand Deine Mitteilung so lebensnah beschrieben.

Eine Frage an Herrn M�llenheim:
Brodelte die "Hussiten"-Bewegung in Boehmen bereits bevor Jan Hus 1415
als Ketzer verbrannt wurde?

Viele Gruesse aus Upstate New York,
Guenter Boehm

Eine Frage an Herrn M�llenheim:
Brodelte die "Hussiten"-Bewegung in Boehmen bereits bevor Jan Hus 1415
als Ketzer verbrannt wurde?

Viele Gruesse aus Upstate New York,
Guenter Boehm
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Lieber Herr Boehm,

dazu m�chte ich noch einmal aus der genannten Quelle zitieren:

Eine alte Chronik berichtet, da� schon im Jahre 1177 "Sch�ler von

Petrus Waldus nach Deutschland kamen und in Frankfurt und N�rnberg
zu predigen begannen. Da aber das Konzil zu N�rnberg verst�ndigt wurde,
sie zu ergreifen und zu verbrennen, verschwanden sie nach B�hmen."
[...]
Petrus Waldus setzte seine Reiset�tigkeit fort und gelangte bis nach
B�hmen, wo er 1217 starb, nachdem er dort jahrelang gewirkt und eine
Saat ausgestreut hatte, deren Frucht sich in der geistlichen Ernte
jenes Landes zur Zeit des Hus und sp�ter zeigte.
[...]
Im Jahre 1395 prahlte der Inquisitor Peter Pilichdorf, es sei gelungen,
der Ketzer Herr zu werden. B�hmen und England waren Zufluchtsst�tten
f�r viele, die dorthin flohen. Die Lehre Wycliffs in England sowie
von Hieronymus und Hus in B�hmen haben diese L�nder m�chtig beeinflu�t.
Ein Dokument aus dem Jahre 1404, das in Stra�burg aufbewahrt wird,
enth�lt, obwohl es von einem Gegner geschrieben wurde, das Zitat eines
der Br�der, der sagt: "Zweihundert Jahre hat unsre Gemeinschaft sich
guter Zeiten erfreut, und die Br�der wurden so zahlreich, da� in ihren
Versammlungen 700 und mehr Menschen anwesend waren. Gott tat Gro�es
f�r die Gemeinschaft. Dann brach eine schwere Verfolgung �ber die
Diener Christi herein, sie wurden von Land zu Land getrieben, und
diese Grausamkeit dauert bis heute an. Aber seit die Gemeinde Christi
gegr�ndet wurde, sind die wahren Christen nie soweit verringert worden,
da� nicht in der Welt oder wenigstens in einigen L�ndern ein paar
Heilige zu finden w�ren. Auch unsre Br�der sind wegen Verfolgungen
zu Zeiten �ber See gefahren und haben in einer bestimmten Gegend
Br�der angetroffen; aber weil sie die Landessprache nicht verstanden,
war der Verkehr mit ihnen schwierig, und sie kehrten zur�ck. [...]" <

Dazu sei noch bemerkt, da� Johannes Hus (1369-1415) seit 1398 Prof.
und 1402/03 Rektor der Universit�t Prag war. Er griff als Bu�prediger
die Lehren Wycliffs (1325-1384) auf, eiferte gegen die Mi�st�nde in
der r�misch-katholischen Kirche (Abla�handel) und wurde deswegen ex-
kommuniziert. Im Jahre 1414 wurde er von K�nig Sigmund gegen Zusiche-
rung freien Geleits vor das Konzil zu Konstanz geladen, verweigerte
den Widerruf und wurde 1415 als Ketzer verbrannt.

W�rden diese Zust�nde noch heute herrschen, dann k�nnte ich mich auch
wegen meines Buches sehr leicht in einer �hnlichen Situation befinden.

Ganz herzliche Gr��e aus Luxemburg

Gerd M�llenheim