BEHEM in Waldenburg und Schweidnitz

Hallo Namensvetter,
ich möchte dich besonders auf eine Stelle in meiner gestrigen Mail an Andreas
Smarzly und die Liste aufmerksam machen:

"Hz. Bolko II. v.Schweidnitz vererbte das Hzt. Schweidnitz-Jauer an seine
Nichte Anna, Gemahlin Kaiser Karls IV., durch die das Hzt. 1392 direkt an
Böhmen kam. Bis dahin wurde das Burglehen Bolkenhain von den Burggrafen (u.a.
bis 1371 Hans v.Logau, danach Gotsche II. Schoff auf Kynast) verwaltet, seit
dem Anschluss an Böhmen von Landeshauptleuten, z.T. böhmischen Adligen, die
es auch als Pfand erwerben konnten. Im 15. Jh. (Hussitenkriege) war die Burg
zeitweilig in der Hand von Raubrittern bzw. ihnen ergebenen Personen."

Das könnte erklären, woher so plötzlich die böhmischen Edelleute (und
späteren Raubritter?) kamen, die sicher im heftigen Widerspruch zum
einheimischen angestammten Adel standen, dessen Rechte und Einnahmen sie
gewiss beträchtlich beschnitten. Wahrscheinlich gehörten die
Schweidnitz-Waldenburger BEHEM zu ihnen! (Also doch keine Nobilitierung von
Glatzer Bürgern; ich hatte eh' nicht wirklich dran geglaubt.) Es ist ja
bekannt, dass die Bohemisierungpolitik Kaiser Karls IV. - neben der Schwäche
seines Sohnes und Nachfolgers als böhmischer König, Wenzel IV. - einer der
Gründe für das spätere Aufkommen der hussitischen Bewegung und die durch sie
hervorgerufenen Wirren war.

Herzliche Grüße,
Günther

Es ist ja bekannt, dass die Bohemisierungpolitik Kaiser Karls IV.
- neben der Schw�che seines Sohnes und Nachfolgers als b�hmischer
K�nig, Wenzel IV. - einer der Gr�nde f�r das sp�tere Aufkommen der
hussitischen Bewegung und die durch sie hervorgerufenen Wirren war.

Herzliche Gr��e,
G�nther
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Liebe Herren B�hm,

erlauben Sie mir bitte, da� ich hier etwas zur Kl�rung beitrage:

Hieronymus von Prag ging bald den gleichen schrecklichen Weg,

und der Lauf der b�mischen Hussiten teilte sich in drei Hauptstr�me:
die, welche k�mpften; die, welche sich um einen Vergleich bem�hten,
Utraquisten oder Kalixtiner genannt; und die, welche sich zu leiden
entschlossen.
Die erstgenannten f�hrten unter dem Kommando von Johannes Ziska
einen heftigen aber erfolgreichen Krieg. Die kleine Stadt Tabor
auf einem steilen H�gel im Herzen B�hmens wurde ein milit�rischer
und geistlicher Mittelpunkt. Auf dem Marktplatz kann man noch Reste
der Steintische sehen, an denen Zehntausende sich zusammenfanden,
um das Herrnmahl zu feiern. Sie nahmen dabei Brot und Wein; der
Wein war in der r�mischen Kirche allein den Geistlichen vorbehalten
geblieben, w�hrend man ihn den Laien verweigerte. Der Kelch wurde
das Symbol der Taboriten. Am Fu� des H�gels Tabor liegt ein Teich,
der noch heute Jordan hei�t; darin wurden Scharen auf das Bekenntnis
ihres Glaubens getauft. Ziska f�hrte nicht nur den Adel, sondern
das ganze Volk.
Die freien Bauern wurden von unwiderstehlicher Begeisterung gepackt.
Ihre Ger�te wurden in furchtbare Waffen umgewandelt, und Ziska lehrte
sie, ihre Bauernwagen f�r den Transport wie auch als bewegliche
Verschanzungen einzusetzen. Der Papst setzte Kreuzz�ge gegen sie in
Bewegung, aber die eindringenden Heere wurden vernichtend geschlagen;
die Hussiten �berstr�mten und verw�steten alle angrenzenden L�nder,
wobei auf beiden Seiten schwere �bergriffe geschahen. Die Kirche
sah sich gezwungen, sich mit den Hussiten zu einigen. Auf dem Konzil
zu Basel (1433) gestand sie ihnen das Recht zu, das Wort Gottes frei
zu verk�ndigen, das Abendmahl in beiderlei Gestalt zu nehmen, die
weltlichen Prozessionen der Geistlichen zu verbieten und viele
bedr�ckende Gesetze aufzuheben. Aber die K�mpfe dauerten an, das Land
wurde ersch�pft und demoralisiert, Gesetze, welche die Bauernschaft
knechteten schw�chten den Kraft des Volkes, und 1434 wurden die
Taboriten in der Schlacht von Lipan besiegt. Es wurde ein Abkommen
getroffen, die "Basler Kompaktaten", wodurch die B�hmen geteilt
wurden. Die Utraquisten, die der r�misch-katholischen Kirche am
meisten zugetan waren, wurden vom Papst als b�hmische Nationalkirche
anerkannt, sie erhielten das Recht, den Kelch zu benutzen, ihr
Anf�hrer Rokycana wurde zum Erzbischof ernannt, und alles geriet
wieder in die H�nde von Rom.<
Quelle: E.H. Broadbent, Gemeinde Jesu in Knechtsgestalt, Lizenz-
ausgabe H�nssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart, ISBN 3-7751-0921-8
Originaltitel: The Pilgrim Church, Pickering & Inglis Ltd., Glasgow

Es ging hierbei in erster Line um die Durchsetzung biblischer
Grunds�tze, wie Laienprediger, Abendmahl mit Brot und Wein und
die Prozessionen, die allesamt unbiblisch sind, zu verbieten.
Leider konnte sich die biblische Lehre bis heute noch nicht in
der r�misch-katholischen Kirche durchsetzen. Hier kann ich nur
wieder auf mein Buch aufmerksam machen, insbesondere auf die
Kapitel 17 und 18.

Ganz herzliche Gr��e aus Luxemburg

Gerd M�llenheim