Begander/Bergander

Hallo,
der Slawist Max Vasmer hat 1933 (Sitzungsberichte der
preu�. Akademie der Wissenschaften), nochmals aufgelegt in Max Vasmer, Schriften zur slavischen Altertumskunde und Namenskunde 1971 , Hrg. Herbert Br�uer, unter dem Titel "Der Burgundername bei den Westslaven" die These vertreten, der Name Bergander u.�. stammt von den Burgundern ab. Er weist auf Ortsnamen in der Kaschubei und in Osthinterpommern hin sowie auf den Familiennamen, der geh�uft im Kr.Gro� Wartenberg und im Kreis Militsch (Ostteil), aber auch in den Kreisen Trebnitz, Breslau, Ohlau,
Frankenstein sowie vereinzelt in Oberschlesien auftritt. Auch mit der
Umgestaltung Bergander zu Begener hat er sich besch�ftigt.
  
Hat jemand die Sitzungsberichte/Schriften?

Herzliche Gr��e aus dem Hannoverschen

Udo Zemella und Regina Zemella geb. Begander
www.ahnenforschung-zemella.de
mailto:udo_zemella@yahoo.de

Dauersuche Zemella, �berwiegend Oberschlesien:
Zemella(Zymeła), Aniol, Iwanowski, Kaluza (Kaluscha), Knoppik, Kopyto, Kruppa, Kubin, Maus, Mlynek, Nietroj, Zozgornik,
in den Orten Klein-Lagiewnik, Koschentin, Lissowitz, Ratibor, Rudzinitz, Sandowitz, Skrzidlowitz, Schmardt, Zalenze,

Dauersuche Begander, �berwiegend Niederschlesien:
Begander, Knittel, Lange, Moke, Schubert, Stolper,
in den Orten Birksdorf, Daupe, Neumarkt, Ohlau, Vielguth,Polkendorf

Dauersuche Gayk, �berwiegend Ostpreu�en:
Gayk, Orzeshek (auch Orzcehsek, Orzessek), Kalisch, Fanelsa, Przetak, Schwittay, Kizina, Sobietzki
in den Orten Klein und Gro� Jerutten, Seenwalde, Piasutno, Gawrzyalken, Ortelsburg, Wyrog

Udo Zemella schrieb:

der Slawist Max Vasmer hat 1933 (Sitzungsberichte der preu�. Akademie der Wissenschaften), nochmals aufgelegt in Max Vasmer, Schriften zur slavischen Altertumskunde und Namenskunde 1971 , Hrg. Herbert Br�uer, unter dem Titel "Der Burgundername bei den Westslaven" die These vertreten, der Name Bergander u.�. stammt von den Burgundern ab. Er weist auf Ortsnamen in der Kaschubei und in Osthinterpommern hin sowie auf den Familiennamen, der geh�uft im Kr.Gro� Wartenberg und im Kreis Militsch (Ostteil), aber auch in den Kreisen Trebnitz, Breslau, Ohlau, Frankenstein sowie vereinzelt in Oberschlesien auftritt. Auch mit der Umgestaltung Bergander zu Begener hat er sich besch�ftigt.

Hallo Udo,
die Hypothese halte ich f�r unernst, da sie davon ausgeht, dass sich ein Familienname oder das Wissen �ber eine untergegangene Stammeszugeh�rigkeit �ber mindestens anderthalb Jahrtausende erhalten hat.

Ich w�rde mich eher mal mit den Eigenarten evangelischer Pastoren besch�ftigen, ihre Namen oder Teile davon ins Lateinische oder Griechische zu �bersetzen oder wenigstens eine lateinische Endung dranzuh�ngen. Und da Ihr �ltester Vertreter offenbar Lehrer in einer evangelischen Gemeinde gewesen ist, liegt der pastorale Hintergrund doch ziemlich nahe.

Ich kopiere mal aus www.welt.de/data/2006/01/20/833628.html :

"Der Name des protestantischen Theologen und Kirchenlieddichters Joachim Neander (1650-1680) ist ein sogenannter Humanistenname. Nach ihm ist ein kleines Flu�tal in der N�he von D�sseldorf benannt, das weltweit ber�hmt wurde: Im Neandertal wurden vor 150 Jahren erstmals Knochen des Homo sapiens neanderthalensis gefunden.

Der Humanismus - heute ein Epochenbegriff - war eine Bewegung, die von Italien ausging, aber sehr schnell in den meisten europ�ischen L�ndern Fu� fa�te: Das Licht der griechisch-r�mischen Antike sollte die Welt von der vermeintlichen Finsternis des Mittelalters erl�sen. Das klassische Altertum wurde Muster und Vorbild f�r alle Lebensbereiche. Man wollte die alten Sprachen wieder sprechen, vor allem Latein (aber nicht das k�mmerliche M�nchslatein, sondern die Sprache Ciceros), Hebr�isch und das fast vergessene Griechisch. Und viele wollten auch so hei�en. Gab es da ein besseres Vorbild als den gro�en Alexander? Sein Name besteht aus zwei Gliedern: griechisch al�xo, alexein = sch�tzen, verteidigen und andr�s = Mann.

Nun gibt es im Deutschen sehr viele Namen mit dem Stammwort -mann - zum Beispiel Neumann, der in einen Ort neu Zugezogene meint. Ins Griechische �bersetzt (besser: vergriecht), wird Neumann zu -Neander. Und was dem Neumann recht ist, ist dem Lehmann billig. Der hei�t nun Leander, der Holzmann Xylander, der Eichmann Dryander, der Goldmann Chrysander, der Fleischmann Sercander und der Hosemann Osiander (N�rnbergs Reformator).

Verglichen mit den lateinisierten Namen, bilden die "vergriechten" aber nur ein d�nnes Rinnsal. Der Namenforscher Konrad Kunze hat 1838 unterschiedliche Namen gez�hlt, die das lateinische -ius am Ende haben: vom pomp�sen Pr�torius - der mal ein deutscher Schulze war - bis zum einfachen Curtius, der mal Kurz hie� und sich ein gelehrtes Hinterteil zulegte.

Viele dieser Namen sind einfach zu entschl�sseln. Kompliziert wird es aber bei griechisch-lateinisch-deutschen Namenunget�men. So nannte sich ein Gelehrter, der eigentlich Hau�schein hie�: �kolampadius (griechisch oikos = Haus). Lange wurde ger�tselt, wie wohl der urspr�ngliche Name von Petrus Dasypodius war, des bedeutenden Stra�burger Lexikographen und Konstrukteurs der Uhr am M�nster. Eine alte Urkunde brachte es an den Tag: Er hie� schlicht Peter Hasenfu�."

Gr��e vom Niederrhein,
G�nther B�hm