Hallo, liebe Liste
heute bei den Mormonen habe ich die Sterbebuecher von der
Kirchengemeinde St. Georg in Parchim durchsucht und stiess ueber 3
Seiten: Gestorbene im Militaerhospital, Oktober 1813. Aufgelistet
waren franzoesische sowie andere Soldaten - Namen und Einheiten dabei.
Nun meine Frage: Datum stimmt fuer die Voelkerschlacht bei Leipzig.
Kann es sein, dass man damals verwunderte so weit transportiert hat,
dass sie noch in Parchim starben? Ich halte das eigentlich fuer
unmoeglich. Aber -- wenn nicht, woher kamen diese Soldaten?
Im Netz finde ich eigentlich keine Antwort -- die Schlachtfelder
scheinen alle suedlich der Elbe gewesen zu sein. Was habe ich
vermisst?
Waere fuer eure Hilfe sehr dankbar.
MfG
Christine
Hallo Christine, zum Einen schaffte man Verwundete im Laufe der Zeit immer weiter weg von der Front oder die Front wanderte von den Hospitälern weg. Dazu kommt das ja die Völkerschlacht nur die größte Schlacht darstellte. Unter anderem von Bayern bis hoch nach Mecklenburg und dabei vor allem im Grenzgebiet Brandenburg/Mecklenburg waren zum Beispiel auch die Lützower Jäger unterwegs. Im Oktober 1813 kam es dabei zu Gefechten mit den Franzosen in diesem Großraum. Das die Verwundeten aus Leipzig dorthin kamen, halte ich aufgrund der französischen Niederlage fast für ausgeschlossen. Steht im Sterbebuch nicht die Einheit der die Soldaten angehörten, das ist eigentlich üblich. Die Sterberate vor allem der verwundeten Franzosen in Leipzig muss gigantisch gewesen sein. Man war kaum in der Lage das alles dort zu bewältigen.
Grüße Maik
Hallo Listenmitglieder,
im Buch "Neueste Geschichte der mecklenburg-schwer. Vorderstadt Parchim vom
Jahre 1801 bis 1852"
13&f=false
sind einige Infos zum Thema.
Gruß Andreas
Hallo, Christine,
Es war tatsächlich so, dass Verwundete von Leipzig in benachbarte Städte,
aber auch weiter weg transportiert wurden. So heißt es bei Hans-Ulrich
Thamer ,Die Völkerschlacht bei Leipzig (Verlag C.H.Beck, München 2013) auf
Seite 75: "Vor allem Preußen und Österreich verlegten ihre Verwundeten
zunehmend in benachbarte Städte zwischen Halle und Berlin. Auch französische
Verwundete wurden schließlich versorgt und bis nach Pommern transportiert."
Freundliche Grüße
Horst
Hallo, Horst
vielen Dank fuer deine Email. Entschuldige bitte, dass ich jetzt erst
schreibe. Mein Mann musste ganz ploetzlich operiert werden - er konnte
seit Wochen nicht richtig hoeren, und dann meinte der Arzt am Dienstag,
er soll am Mittwoch ins Krankenhaus kommen. Es ging alles sehr schnell
aber gut - es war 'nur' eine schwere Entzuendung. Aber dann sehr
schwer -- am Montag konnte er fast nichts mehr hoeren. Heute geht es
schon besser, und wir sind sehr erleichtert. Du kannst sehen, also,
dass ich viel auf dem Teller gehabt habe und deshalb nicht geschrieben
habe.
Ich bin fuer deine Antwort zu meiner Frage sehr dankbar. Mir schien
Parchim etwas zu weit von Leipzig entfernt zu sein; doch lese ich im
KB, dass diese Maenner an ihren Wunden verstorben sind. Und wenn nach
Pommern, warum nicht nach Mecklenburg? Ich habe das von Andreas
Meininger emfpfohlenes Buch heruntergeladen - sehr interessant. Man
koennte vielleicht denken, dass die Menschen von damals nicht viel
internationales Verkehr kannten. Absolut war es nicht so -- immer
wieder war jemand durch Parchim unterwegs. Von ueberall her. Naja,
schon im 30 Jaehrigen Krieg war es so.
Nochmal - vielen Dank. Habe mich gefreut, dass du geantwortet hast.
MfG
Christine