Bedeuntung von Continuation hier: Catechumeni

Guten Tag Doris,

das kann man ganz sicher so nicht stehen lassen: Da es, wie es in der
Anfrage heißt, um Einträge in einem Kirchenbuch handelt, sind die
catechumeni die tatsächlich am Palmsonntag Konfirmierten in einer Gemeinde.
Konfirmation und Einsegnung bezeichnen beide die gleiche Handlung, wobei
letzteres in Mecklenburg sehr gebräuchlich war ( "mien Enkel ward Sünndag
insägent" ). Die Konfirmation ist übrigens stellenweise recht spät
eingeführt worden, in der Pfarre Uelitz und Goldenstädt bspw. erst 1828.

Herzliche Grüße

Erhard (Räth)

Hallo Erhard
dieses Catechumeni gibt es schon mit Beginn des KBs 1727 in Meckl.-Schwerin
Das ist sehr interessant.
Vielen Dank f�r die M�he.

Gruss
Doris

Hallo,

das kann man ganz sicher so nicht stehen lassen:

Allerdings!

Die Konfirmation ist übrigens stellenweise recht spät

eingeführt worden, in der Pfarre Uelitz und Goldenstädt bspw. erst 1828.

Was eine erstaunliche Fehlinformation ist.

Die Konfirmation wurde von Martin Luther eingeführt und von den anderen
Reformatoren nahezu zeitgleich übernommen.

Hier wird verwechselt die Einführung der Konfirmation und das Aufschreiben
in Büchern zu dieser.

...in der Pfarre Uelitz und Goldenstädt bspw. erst 1828.

Dazu kommt ggbf. eine weitere Verwechselung. Es kann der Erhalt eines KB
nicht als Datum dafür genommen werden, dass ein Prinzip eingeführt wurde.

Es sind auch KB's verlorengegangen und das Prinzip des Aufschreibens von
Taufen und Ehen in einem Dorf etc. kann viel, viel älter sein.

Die Kommunion der rk. Kirche ist Gegenaktion (Beschluß des tridentisnischen
Konzils) gegen die Confirmation der entstandenen reformierten Kirchen.

Krafft-Aretin

Hallo,
danke f�r die Info. Doch mir war schon bekannt wann die es Konfirmationen gab, nur das Wort
catechumeni war mir unbekannt. Zudem wurden in den wenigsten KBs die Konfirmationen so fr�h
eingetragen.

Gru�
Doris

Sehr geehrter Herr Eggert,

leider habe ich erst heute abend Ihre Einlassungen zu einer Email von mir
gelesen, Auch wenn die Anrede sehr allgemein gehalten war, galt diese doch
meiner Antwort auf die Frage, was den "Catechumeni" sei. In dieser Frage war
eine zweifache Unterscheidung von Konfirmanden enthalten. Dazu hatte ich
formuliert, daß man das so nicht stehen lassen könne. Dies benutzen Sie, um
Ihrer Ansicht der Dinge den nötigen Nachdruck zu verleihen. Das ist beste
Karl-Eduard-von-Schnitzler-Manier!
Dann formulieren Sie, daß in meiner EMail eine erstaunliche Fehlinformation
enthalten sei. Ich frage Sie ganz im Ernst, woher nehmen Sie eigentlich Ihre
Wissenschaft? Zu Ihrer Kenntnis: Ich beziehe mich nicht nur auf das
entsprechende Kirchenbuch der Pfarre Uelitz und Goldenstädt, sondern auch
auf die Pfarrchronik Uelitz, eingerichtet 1894 von Pastor Karl Schlüter
(+1902). Die alten Uelitzer Kirchenbücher sind leider beim Brand des
Pfarrhauses am 4. Mai 1786 vernichtet worden. Aber erst 1828 gibt es eben
ein Konfirmationsregister.
Natürlich weiß ich, daß die Konfirmation auf Philipp Melanchthon zurückgeht.
Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß nicht sogleich mit der Einführung
der Reformation in Mecklenburg 1549 auch die Konfirmation allen Orts
allgemein in Gebrauch gewesen ist.
Zu einer weiteren Feststellung: Es geht hier nicht um die Frage des Erhalts
(gemeint ist wohl: Existenz) eines Kirchenbuches, sondern um die Tatsache,
daß wir es mit einem Dokument zu tun haben. Und dieses Dokument weist uns
das frühest feststellbare Konfirmationsdatum aus. Alles andere ist
Spekulation, was hier zählt sind Fakten.

Mit herzlichen Grüßen und einen schönen Sonntag wünschend bin ich
Ihr

Erhard Räth

Sehr geehrter Herr Erhard Räth,

"Die Konfirmation ist übrigens stellenweise recht spät eingeführt worden,

in der Pfarre Uelitz und Goldenstädt bspw. erst 1828."

Und zuvor gabe es Konfirmationen, sicherlich seit ca. 1550, die nicht
aufgeschrieben wurden, oder die entspr. Bücher sind verlustig.

"Und dieses Dokument weist uns das frühest feststellbare

Konfirmationsdatum aus."

Ja! "...das frühest feststellbare Konfirmationsdatum." Nicht mehr und nicht
weniger => das "feststellbare Datum" !

Bevor behauptete wird: " ...in der Pfarre Uelitz und Goldenstädt bspw. erst
1828", sollten Sie in den Konsistorialakten der entspr. Superintendentur
nachschauen, wann in dieser die Konfirmation eingeführt wurde. Oder in den
Landesherrlichen Archivalien, die auch ausweisen werden, wann der Landesherr
die Konfirmation eingeführt hat. Das hat nämlich weder Martin Luther - der
Hinweis war von mir zu knapp - noch Melanchthon in der Region, dem Staat, in
dem Sie forschen getan, sondern der Landesherr. Ich wage zu behaupten
sicherlich zwischen ca. 1550-1600, nicht erst im Jahre 1828, wie Sie
schreiben.

Sie wollen doch etwa nicht behaupten, dass es betreff der Orte, in denen Sie
forschen, vor den jeweils ältesten Eheeinträgen in einem erhaltenen Buch,
keine Heiraten stattgefunden haben oder noch deutlicher: Nur weil es nicht
in einem erhaltenen "Dokument" nicht aufgeschrieben wurde, wurde nicht
gestorben.

"Das ist beste Karl-Eduard-von-Schnitzler-Manier!"

Habe ich nicht verstanden, kenne ich nicht, bin dafür zu doof.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Sonntag

Krafft-Aretin EGGERT