Hallo zusammen,
in den 1830er Jahren wurde der Gutshof Haus Loo in Bönning bei Alpen in der
Nähe der alten Hofanlage komplett neu errichtet. Bei der Hofanlage handelt
es um U-förmig angelegte Wirtschaftsgebäude mit einem vorgelagertem
repräsentativen Herrenhaus.
Zur Vorgeschichte ist zu sagen, dass das Gut 1825 von der kinderlosen
verwitweten Sibilla Gesthuysen an ihren viel jüngeren Halbbruder Reinhard
Angenend übertragen wurde. Reinhard Angenend war verwitwet und hatte 7
minderjährige Kinder. Er zog von seinem Eickelboomshof in Ginderich auf Haus
Loo. Die alten Gebäude von Haus Loo waren wohl in einem schlechten Zustand,
was ihn wohl zu dem Entschluss führte, komplett neue Gebäude zu errichten.
Doch bereits 1829 starb Reinhard Angenend plötzlich im Alter von 45 Jahren.
Das Gut sollte nun erst einmal von den Waisenkindern und deren Vormund
Johann Gesthuysen verpachtet werden. In der Pachturkunde von 1830 ist
vereinbart, dass die Verpächter bis zum 1. Mai des folgenden Jahres die
Stallungen, Backhaus Brunnen und ein wohnbares Haus fertigstellen. Die
Scheune hatte noch Zeit bis zur darauf folgenden Ernte.
1836 wurde dann doch Haus Loo mit der alten Hofanlage mit altem Wohnhaus
und der neuen Hofanlage mit neuem Wohnhaus an den evangelischen Bischof
Ross verkauft.
Bereits 3 Jahre später übertrug Bischof Ross Haus Loo zusammen mit dem
großen Weidegut Pottdeckel in Wallach und weiteren Immobilien an seinen Sohn
Friedrich Wilhelm Ross.
Alle diese Verkaufs- und Übertragungsurkunden liegen mir vor.
In den Beschreibungen zum Denkmalschutz wird die Erbauung der neuen
Hofanlage Bischof Ross und als Architekt Otto von Gloeden zugeschrieben.
Hierzu habe ich jedoch keine urkundlichen Anhaltspunkte gefunden. Die
Aktenlage zeugt jedoch von der Erbauung durch die Familie Angenend.
Die Frage ist nun: Wer ist der Erbauer des repräsentativen Herrenhauses? Ist
dieses das neue Wohnhaus, das Bischof Ross gekauft hat? Hat er dieses beim
Kauf gerade mal 5 Jahre alte Wohnhaus wieder abreißen lassen um es
repräsentativ neu zu errichten? Durch die Anordnung der Hofanlage war auf
jeden Fall ein Wohnhaus dieser Größe von Anfang an geplant. Wurde es von der
Familie Angenend vielleicht in einem ersten Bauabschnitt nur wohnbar
fertiggestellt und dann durch Bischof Ross vollendet?
Nach der langen Vorrede nun meine Frage:
Wie hoch könnten die Baukosten damals in den 1830er Jahren für solch ein
Herrenhaus gewesen sein?
Ein Foto des Hauses ist hier zu sehen:
Gibt es Angaben zu den ungefähren Baukosten eines vergleichbaren Objekts in
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts?
Herzliche Grüße aus Rheinberg-Borth
Johannes (Rütten)