In einer eMail vom 17.3.2006 10:43:02 Westeuropäische Normalzeit schreibt
marioschnell@gmx.net:
Ich hoffe Herr Maatz läßt weiter von sich hören.
MfG Mario(Schnell)
Hallo liebe Listenteilnehmer.
Dem Wunschh von Lesern komme ich gerne nach. Hier bin ich wieder. Im Anfang
war ich in der ersten Mail erstaunt über die Meinung von Christooph. Ich
habe aber ein sprichwörtlich dickes Fell. Umso mehr habe ich mich über die
vielen Mails gefreut, von denen, die mir Mut gemacht habern.
Vorweg möchte ich zu Christoph sagen:
Lieber Christoph, danke für dein Mail, deren Inhalt mich überrascht hat. Ich
weiß nicht, welche Belästigung das sein sollte. Ich denke, dass man mit
Listenteilnehmern Gedankenaustausch machen kann, um Erinnerungslücken zu
schließen, was man als Kind erlebt hat, das damals vom Krieg wenig mitbekommen hat.
Erst hinterher konnte ich die schrecklichen Folgen des Kriegs nachvollziehen.
Mir ist der Anblick der Toten und der Schrecken des Krieges erspart
geblieben, das ist das einzig Positive an mir. Vor einigen Wochen habe ich in der NSL
zweimal nach Ahnen geforscht, von denen noch keine Antworten eingingen.
Deshalb habe ich mich zu einer Erlebniserzählung entschlossen, die auf breite
Resonanz gestoßen ist. Ich hoffe, du verstehst mich jetzt besser. Ich habe
gelernt zu vergeben und bin auch bereit, dir zu vergeben. Übrigens, ich bin
hörbehindert und meine damals erwachsenen Angehörigen und Verwandten haben mir
kaum über die Kriegserlebnisse und die Flucht erzählt. Erst die 2 ältereen
Überlebenden haben anscheinend viel vergessen, was sie mir erzählen sollten.
Ein kleiner Nachtrag zu meiner Erzählung: Als wir von Breslau in Richtung
Sachsen mit dem Zug fuhren, saß ich in einem übervollen Abteil, wo Mütter ihre
Babys dabei hatten. Ich saß unten am Boden auf dem Koffer. Dabei beobachtete
ich immer wieder, wie Mütter die Babynahrung erwärmten, in dem sie die
brennende Kerze unter dem Milchtopf hielten und das ging auch reihum. Draußen war
es bitterkalt und für die brennende Kerze, die etwas
Wärme auf die kalten Hände abgab, waren wir überaus dankbar.
Viele liebe Grüße
Maatz Karl Heinz